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Rathenow Baggereinsatz am Havelufer
Lokales Havelland Rathenow Baggereinsatz am Havelufer
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15:13 30.09.2019
Mit schwerem Gerät wird derzeit am Havelufer zwischen Grütz und Göttlin gearbeitet. Quelle: Markus Kniebeler
Grütz

An der Havel zwischen Grütz und Göttlin sind große Erdbewegungen zu beobachten. Im Zuge der Havel-Renaturierung werden zwei Flutrinnen hergestellt. „Damit soll die Aue im Winter besser an den Fluss angebunden werden“, erklärt Andreas Bauer, Mitarbeiter des Nabu-Institutes für Fluss- und Auenökologie, der für die Planung und Durchführung der Maßnahme verantwortlich ist.

30000 Kubikmeter Boden werden bewegt

Mehrere Bagger werden bis Mitte Oktober rund 30 000 Kubikmeter Boden abtragen, um dem Fluss bei Winterstauständen den Weg in die Aue zu erleichtern.

Dann kann das Wasser sich in die Landschaft ausbreiten. Vor allem wird so der Anschluss an die Powerlanke wiederhergestellt, einem Altarm der Havel, in dem bislang das Wasser steht.

„Wenn im Winter über die Flutrinnen der Anschluss der Havel an die Lanke hergestellt wird, verbessert sich die ökologische Qualität des Altarms merklich“, sagt Bauer. Aus einem stehenden werde dann ein fließendes Gewässer.

Herstellung von zwei Flutrinnen zwischen Grütz und Göttlin. Quelle: Markus Kniebeler

„Bei der Durchflutung der Aue werden Sauerstoff und Nährstoffe in die Fläche getragen“, erklärt Rocco Buchta, der Leiter des Renaturierungsvorhabens. Das steigere die Artenvielfalt. „Nicht nur Pflanzen werden sich auf diesen Flächen besser entwickeln“, so Buchta. Die Aue werde auch als Lebensraum für viele Vögel und Insekten aufgewertet.

Im Sommer bleibt der Fluss in seinem Bett

Dass alles passiert allerdings nur im Winterhalbjahr, wenn die jährlich aufs Neue vereinbarten Stauhöhen eingestellt werden. Im Sommer dagegen, wenn der Havelpegel weitaus niedriger ist, bleibt der Fluss in seinem Bett. Die Grünlandflächen in der Aue sind dann problemlos erreichbar und können bewirtschaftet werden.

Die Renaturierungsexperten Andreas Bauer, Johann Joachim Seeger und Rocco Buchta machen sich ein Bild von den Arbeiten (v.li.) Quelle: Markus Kniebeler

Die Herstellung der beiden Flutrinnen gehören zum so genannten Maßnahmenkomplex 14 der Havelrenaturierung. Es sind nicht die einzigen Arbeiten an diesem Havelabschnitt. Außerdem werden Verwallungen am Ufer zurückgebaut. Und auf Flächen von insgesamt knapp zehn Hektar werden Ende des Jahres Auengehölze angepflanzt. Auch diese werden die ökologische Vielfalt der Flusslandschaft erhöhen.

Deiche bei Göttlin werden geschlitzt

Sobald die Bagger die genannten Flutrinnen hergestellt haben, zieht der Bau-Tross weiter havelaufwärts nach Süden. Bei Göttlin ist ebenfalls eine Menge Erdreich zu bewegen. Hier wird der Haveldeich auf der westlichen Flussseite an vier Stellen geschlitzt. Ziel ist es, so viel Erde abzutragen, dass das Niveau an diesen Stellen dem der umliegenden Wiesen entspricht.

Sinn und Zweck einer solchen Aktion ist dem der Flutrinnenherstellung vergleichbar. Bei hohen Wasserständen soll sich der Fluss in die Aue ausbreiten können und dort für mehr Artenreichtum sorgen.

Maßnahmen zum Hochwasserschutz

Ein weiterer Effekt dieses Vorhaben liegt auf der Hand. „Wenn der Fluss bei Hochwasser die Möglichkeit hat, sich in der Fläche auszubreiten, dann dient das dem Hochwasserschutz“, erklärt Buchta. Deshalb komme der Herstellung von so genannten Retentions- und Überflutungsflächen im Renaturierungsprojekt eine große Bedeutung zu.

Zwischen Göttlin und Grütz sollen die Renaturierungsarbeiten in diesem Jahr abgeschlossen werden. 2020 wird dann auf der östlichen Havelseite (Stremmewiesen) gearbeitet. Ist man damit fertig, dann fließt der Fluss zwischen Havelberg und Rathenow wieder so, wie im Renaturierungskonzept vorgesehen.

Ab 2021 soll mit Arbeiten zwischen Rathenow und Pritzerbe begonnen werden. Bis zum Jahr 2025 soll die Renaturierung des südlichen Abschnitts abgeschlossen sein.

Von Markus Kniebeler

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