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Rathenow Baumfällungen an der B 188
Lokales Havelland Rathenow Baumfällungen an der B 188
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13:17 08.02.2019
Mit schwerem Gerät werden die Bäume auf beiden Seiten des Radweges gefällt.
Mit schwerem Gerät werden die Bäume auf beiden Seiten des Radweges gefällt. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Wer dieser Tage auf der B 188 zwischen Rathenow und Stechow unterwegs ist, der wird sich wahrscheinlich gefragt haben, was es mit den umfangreichen Baumfällarbeiten am rechten Straßenrand auf sich hat. Seit Anfang der Woche sind Waldarbeiter mit schwerem Gerät in Aktion. Noch rund zwei Wochen werden die Baumfällungen dauern.

Sanierung noch in diesem Jahr

Grund für den Einsatz ist die Sanierung des straßenbegleitenden Radwegs, die noch in diesem Jahr erfolgen soll. Nach Auskunft von Karsten Ziehm, dem Leiter der Straßenmeisterei Rathenow, soll auf dem ersten, rund vier Kilometer langen Streckenabschnitt vom Rathenower Ortsausgang in Richtung Stechow, die Asphaltschicht komplett erneuert werden. Weil auf dem zweiten Abschnitt bis Stechow die Eigentumsverhältnisse bei den Nebenflächen kompliziert er sind, werden auf diesem nur die schadhaften Stellen ausgebessert.

Und von denen gibt es eine ganze Menge. Alle paar Meter ist der Asphalt aufgebrochen. „An vielen Stellen haben die Wurzeln der Bäume im Lauf der vergangenen Jahre die Deckschicht zerstört“, sagt Ziehm. Mancherorts seien die Risse und Aufwerfungen so stark, dass für Radfahrer die Sturzgefahr zugenommen habe.

Karsten Ziehm an einem typischen Asphaltschaden in Stechow. Hier wurde eine Doppelreihe von Pappeln entfernt. Quelle: Markus Kniebeler

Um diese Gefahr zu bannen und um zu verhindern, dass es gleich nach der Radwegsanierung wieder zu ähnliche Schäden kommt, hat sich der Landesbetrieb Straßenwesen entschlossen, die Bäume auf einem je zwei Meter breiten Streifen links und rechts des Radwegs zu fällen. Damit werde man die Gefahr von Wurzelschäden erheblich minimieren, erklärt Ziehm.

Gefahren durch Astbruch

Mit der Maßnahme wird noch ein anderer Effekt erzielt. Fast täglich beklagen sich in der warmen Jahreszeit Radler über herausgebrochene Äste, die das Fahren auf dem Radweg zu einer unruhigen Angelegenheit machen. „Wenn wir die Bäume, die eng am Radweg stehen, wegnehmen, dann werden nicht mehr so viele Äste die Fahrt behindern“, sagt Ziehm.

Und natürlich gehe es auch um die Sicherheit. In der Vergangenheit habe es in Brandenburg mehrfach Fälle gegeben, wo Radfahrer oder Fußgänger durch herabstürzende Äste schwer verletzt worden seien. Eine hundertprozentige Sicherheit werde man auf einem am Wald vorbeiführenden Radweg zwar nie erzielen, sagt Ziehm. Aber die größte Gefahr gehe naturgemäß von den unmittelbar am Weg stehenden Bäumen aus. Deshalb trage deren Fällung merklich zur Erhöhung der Sicherheit bei.

Pappelreihe bei Stechow gefällt

Von der Fällung betroffen sind alle möglichen Baumarten: Kiefern, Buchen, Fichten, Eichen und andere. An manchen Stellen muss nur das Unterholz beseitigt werden. An anderen werden ausgewachsene Bäume entfernt. An der Einmündung der L 982 in die B 188 in Stechow wurde eine Doppelreihe mächtiger Pappeln gefällt. Deren Wurzeln hatten massive Schäden am Asphalt verursacht.

„Wenn wir diese Bäume stehen gelassen hätten, dann wäre der Radweg nach der Sanierung gleich wieder zerstört worden“, sagt Ziehm. Der Vorwurf der Verschwendung von Steuergeldern hätte man dann schwer entkräften können.

Bessere Sicht für Autofahrer

Die Fällung der Pappeln in Stechow trage noch auf eine andere Weise zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bei, sagt Ziehm. Denn nun sei die Sicht für jene Autofahrer, die von der L 982 auf die B 188 einbiegen wollen, nicht mehr durch die mächtigen Pappeln verstellt.

Wie viele Bäume genau den Sägen zum Opfer fallen, kann Ziehm nicht benennen. Die Planung und Auftragsvergabe wurde vom Landesbetrieb Straßenwesen West vorgenommen. Der wird auch für die Sanierung der Asphaltdecke die Verantwortung tragen.

Von Markus Kniebeler