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Rathenow Böhne feiert sein 650-jähriges Bestehen
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12:00 02.02.2020
Ortsvorsteher Christian Stachowiak (li.) eröffnete mit Heike Brett und Hans-Jürgen Wodtke den Geschichtsabend zum Dorfjubiläum. Quelle: Norbert Stein
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Böhne

Der Auftakt zur Veranstaltungsreihe „Böhner Geschichte und Geschichten“ lockte 60 Besucher in das Dorfgemeinschaftshaus. Organisiert vom Ortsbeirat und von geschichtsinteressierten Einwohnern um Hans-Jürgen Wodtke, war der Abend zugleich der erfolgreiche Start in ein für den Ort ganz besonders Jahr. Böhne kann 2020 auf eine 650-jährige Dorfgeschichte zurückblicken.

„Wir werden das Jubiläum würdig begehen mit mehreren Veranstaltungen und das ganze Jahr hindurch“, eröffnete Ortsvorsteher Christian Stachowiak den Abend. Hans-Jürgen Wodtke machte neugierig auf „Böhner Geschichte 6-5-0“. Zu den Gästen im Dorfgemeinschaftshaus gehörten Bettina Götze, Geschäftsführerin des Rathenower Kulturzentrums, der Stadtverordnete und Vorsitzende des Rathenower Heimatbundes Wolfram Bleis und Stadtarchivar Stefan Nitzsche.

Das „Schwedenhaus“ in Böhne. Quelle: Norbert Stein

Böhne ist seit 2003 ein Ortsteil von Rathenow. Auch das Pfarrerehepaar Christoph und Hilke Seydich und havelländische Hobbygeschichtsforscher wie Jürgen Mai und Werner Coch waren gekommen. Gemeinsam mit Bewohnern des Dorfes lauschten sie aufmerksam dem Auftaktvortrag von Heike Brett.

Die Hobbyhistorikerin und Heimatgeschichtsforscherin aus Rathenow ist bekannt in Böhne. Sie hat sich zum Beispiel schon mit der Ziegeleigeschichte des Dorfes beschäftigt. Diesmal widmete sie ihren Vortag den Böhner Adelsfamilien, insbesondere der Familie von Briest zu Böhne und Schmetzdorf sowie deren Nachfahren Briesen und von Kluge. Heike Brett verwies zunächst auf Theodor Fontanes Roman „Effi Briest“ und widmete sich dann den historischen Dorfereignissen mit adeligen Einflüssen.

Erstmals erwähnt 1370

Erstmals fand Böhne 1370 als Lehen des Erzbistums Magdeburg als Bone Erwähnung. Die 575 Jahre währenden Einflüsse derer von Briest und ihrer Nachfahren auf die Ereignisse in und um Böhne beginnen in dieser Zeit. Das Geschlecht erscheint urkundlich erstmals mit den Knappen Heinrich, Klaus und Gebhard von Briest. Heike Brett verwies auf Jacob Friedrich von Briest (1695- 1768) und seinen verdienstvollen Einfluss auf die Entwicklung von Böhne und weitere Dörfer im Westhavelland.

Maßgeblichen Anteil haben soll die Familie auch an der Befreiung Rathenows von den Schweden im Jahr 1675. Der damalige Landrat von Briest fuhr am Morgen des 14. Juni von Böhne aus mit einem Wagen voller Bier vor das Haveltor nach Rathenow. Er rief den schwedischen Wachen zu: „Mokt up, ick bin Briest, ick breng je Behr.“

Bier für die Schweden

Die Schweden öffneten das Tor, tranken das Bier und die Truppen des Kurfürsten kommen mit Hilfe dieser List Rathenow befreien. Der Kurfürst Friedrich Wilhelm persönlich soll bei den von Briests in Böhne gewesen sein. Seither wird sein Haus „Schwedenhaus“ genannt.

Heike Brett machte auf das heute noch in der Dorfkirche zu sehende Familienwappen mit blauem Anker zwischen zwei roten Rosen aufmerksam. Sie berichtete von der Teilung des Dorfes in zwei Güter, der Errichtung von Gutshäusern und Gemarkungsbezeichnungen wie Kleine und Große Böhner Bünsche. Eindrucksvoll schilderte der Vortrag die adligen Familienzweige nach Schmetzdorf, Nennhausen und weiteren Dörfern. Heike Brett nannte sehr viele Namen und schloss ihren Vortrag mit der Enteignung der Nachfahren nach dem 2. Weltkrieg. Damit endete die Familiengerechte derer von Briest und ihrer Nachfahren in Böhne.

Weiter am 27. Februar

Abschließend gab Christian Stachowiak noch einen Ausblick auf weitere Veranstaltungen zum Dorfjubiläum. Am 27. Februar hält Wolfram Bleis einen Vortag über die frühzeitliche Besiedlung der Region. Ein Dorffest wird am 13. Juni gefeiert und für August ist eine Veranstaltung in der Dorfkirche vorgesehen. Weitere Veranstaltungen sollen noch hinzukommen und alle Geschichtsbeiträge in einer Broschüre veröffentlicht werden.

Von Norbert Stein

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