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Rathenow Entwarnung nach Bombendrohung in Rathenow
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17:33 16.07.2019
Bombendrohung in Rathenow: Der Bereich um das Rathaus wurde weiträumig abgesperrt. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Erleichterung nach einem aufregenden Tag: Die Bombendrohung, die am Dienstagvormittag im Rathenower Rathaus (Havelland) eingegangen war, konnte nach einer langen, aufwändigen Suche entkräftet werden.

Gegen 17 Uhr gaben die Hundeführer, die das gesamte Rathaus mit Sprengstoffhunden abgesucht hatten, Entwarnung. Es wurden keine Spuren von Sprengstoff gefunden. Am Mittwoch kann der Rathausbetrieb wieder wie gewohnt aufgenommen werden.

Zettel im Rathausbriefkasten

Am Dienstagvormittag war ein anonymer Zettel im Briefkasten des Rathauses gefunden worden mit der Nachricht, dass sich im Gebäude ein Sprengsatz befinde. Die Polizei habe daraufhin „alle notwendigen Maßnahmen zur Prüfung der Ernsthaftigkeit und zur Gefahrenabwehr eingeleitet“, so eine Sprecherin der Polizeiinspektion.

Nach einer Bombendrohung ist das Rathaus in Rathenow am Dienstagmorgen geräumt worden. Auch die Umgebung wurde abgeriegelt.

30 Mitarbeiter evakuiert

Die rund 30 Mitarbeiter, die sich zu diesem frühen Zeitpunkt bereits im Rathaus befanden, wurden aufgefordert, dieses unverzüglich zu verlassen. Ebenso die Mitarbeiter des Jobcenters, das im Gebäude der Stadtverwaltung seinen Sitz hat.

Zwei Sprengstoffhunde angefordert

Die Sprengstoffsuchhunde in Aktion. Quelle: Markus Kniebeler

Seit zehn 10 Uhr war ein Spezialteam mit zwei Sprengstoffhunden im Einsatz, um die Räume des Rathauses abzusuchen. Weil die Arbeit für die Hunde extrem anstrengend ist, wechselten sie sich ab. Alle 15 Minuten kam der jeweils andere Hund zum Einsatz.

Gegen 13 Uhr, da hatten die Hunde zwei Stockwerke des Rathauses abgesucht, trafen die Hundeführer die Entscheidung, Verstärkung anzufordern. Die extrem anstrengende Suche hatte die Hunde so erschöpft, dass ihnen eine Pause genehmigt werden musste.

Hund per Hubschrauber eingeflogen

Aus Magdeburg wurde ein Hubschrauber mit einem zusätzlichen Sprengstoffhund angefordert. Dieser sollte die beiden anderen Hunde bei der Suche im Rathaus unterstützen.

Gegen 14.30 Uhr landete der Helikopter auf dem Kreisverkehr an der Puschkinstraße. Wenig später verschwand der Führer mit dem Suchhund im Rathaus. „Wir hoffen, dass die Sache noch heute geklärt werden kann“, sagte Rathenows Hautptamtsleiter Jörg Zietemann.

Blick auf die abgeriegelte Berliner Straße. Quelle: Markus Kniebeler

Die Berliner Straße zwischen Friedrich-Engels-Straße und Puschkinstraße war von Einsatzkräften der Polizei und der Feuerwehr gegen 7 Uhr rigoros abgeriegelt worden. Auch der Parkplatz hinter dem Rathaus und Teile der Puschkinstraße waren komplett gesperrt.

Sparkasse im Sperrkreis

Die Rathenower Hauptfiliale der Mittelbrandenburgischen Sparkasse lag ebenfalls im Sperrkreis. Allerdings konnten Kunden das Gebäude durch den Hintereingang betreten.

Bereits am Vormittag war im Rathaus die Entscheidung getroffen worden, die Verwaltung am Dienstag nicht mehr zu öffnen. „Die Lage ist zu ungewiss“, sagte Hauptamtsleiter Jörg Zietemann. „Weil wir nicht wissen, wann die Untersuchung abgeschlossen wird, haben wir uns zu diesem Schritt entschieden.“

Dennoch harrten einige Mitarbeiter der Verwaltung an den Absperrungen aus, um nah am Geschehen zu bleiben und über die aktuelle Entwicklung informiert zu bleiben. Immer wieder gesellten sich Passanten hinzu, die wissen wollten, was passiert sei. Auf die Sperrung der Berliner Straße reagierten nahezu alle mit Verständnis.

Stärkung für die Helfer

Für die Rathenower Feuerwehrleute, die am Kreisel Puschkinstraße/Berliner Straße seit 7 Uhr die Sperre kontrollierten, gab es gegen 11 Uhr eine Stärkung. Die Stadtverwaltung hatte belegte Brötchen spendiert.

Die Polizei war vor Ort. Quelle: Markus Kniebeler

Erinnerung an Großalarm vor drei Jahren

Hauptamtsleiter Jörg Zietemann, der den im Urlaub weilenden Bürgermeister Ronald Seeger vertritt, sagte im MAZ-Gespräch, dass es einen solchen Vorfall bislang in Rathenow noch nicht gegeben habe. Selbst für altgediente Rathausmitarbeiter sei das eine Premiere – wenn auch eine unangenehme.

Ähnlich groß war die Aufregung allerdings im Mai 2016. Damals war wegen mehrere herrenloser Koffer, die in der Schalterhalle des Rathenower Hauptbahnhofs herumstanden, ein Großalarm ausgelöst worden. Der Bahnhof wurde abgeriegelt. Ein Sprengstoffhund aus Berlin, der extra mit dem Helikopter herangeholt wurde, kam zum Einsatz. In diesem Moment tauchte der Besitzer der Koffer auf. Der Einsatz konnte abgeblasen werden.

Von Markus Kniebeler

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