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Rathenow Buch über die „Stadt der Optik“ erscheint
Lokales Havelland Rathenow Buch über die „Stadt der Optik“ erscheint
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18:00 28.10.2019
Eine Aufnahme aus dem neuen Optikbuch: die Tori-Ringfertigung im Produktionsgebäude 060. Quelle: Archiv Kulturzentrum
Rathenow

Die Fachwelt darf staunen und die Laien können sich wundern. In wenigen Tagen kommt ein Buch heraus, das es in Rathenow in dieser Art noch nie gegeben hat und das auf viele Jahre hinaus als Standardwerk gelten dürfte. Das Buch „Rathenow – Wiege der optischen Industrie“ erscheint Anfang November und wird mit einer großen Präsentation am 14. November im Blauen Saal des Kulturzentrums vorgestellt.

Die Idee zu diesem Werk hatte Joachim Mertens, Sprecher des Netzwerks Optic-Alliance Brandenburg-Berlin (oabb), im Jahr 2015. Der Gedanke damals war, zur 800-Jahr-Feier von Rathenow 2016 ein Buch über die Geschichte der optischen Industrie in Rathenow vorzulegen. Es sollte aus einzelnen Beiträgen bestehen, die Fachleute aus der „Stadt der Optik“ geschrieben haben. Es sollte umfassend sein, kenntnisreich und auch für Laien gut zu verstehen.

Das neue Optikbuch. Quelle: Kulturzentrum Rathenow

Nicht zuletzt sollte es mit möglichst vielen Fotos illustriert werden. Bald wurde indes klar, das in nur einem Jahr ein solches Projekt nicht zu schaffen war. Zu allen Unglück verstarb Joachim Mertens, der alle Fäden für das Buchprojekt in der Hand hielt, im April 2017. Die Herausgeberschaft übernahm dann Bettina Götze, Geschäftsführerin des Kulturzentrums Rathenow und Vorsitzende des Vereins zur Förderung, Pflege und Erhaltung der Optischen Traditionen in Rathenow.

Wenn das Buch nun erscheint, wird neben Bettina Götze auch Joachim Mertens ausdrücklich als Herausgeber genannt, um ihn zu ehren. Das Vorwort hat sein Sohn Stefan Mertens geschrieben. Es enthält Beiträge zu 13 Themenkomplexen, mitgeschrieben haben 13 Autoren.

Der Einstieg erfolgt mit einer Zusammenfassung der Geschichte Rathenows von Johann Heinrich August Duncker bis zur „Stadt der Optik“, geschrieben von Bettina Götze. Hans Kopp berichtet danach über die Brillenglasfertigung in Rathenow und über die Brillenfassungsindustrie der Stadt schreiben Rolf Blauhut und Dieter Musold. Noch zu seinen Lebzeiten hatte Joachim Mertens bereits seinen Betrag über die augenoptische Werkstatt- und Refraktionstechnik in Rathenow als weltweiter Innovationsgeber fertig gestellt.

Sylvia Wetzel (links) und Bettina Götze beim Begutachten der letzten Korrekturabzüge. Quelle: Bernd Geske

Über die Geschichte der Mikroskopherstellung in Rathenow berichten Ralf-Peter Lautenschläger und Wilfried Zabel. Über Fernrohre und Ferngläser schreiben Bettina Götze und André Schwolow. Der Beitrag über den Ladenbau als Bindeglied zwischen Produkt, Marke und Kunde stammt von Peter Poschmann.

Sylvia Wetzel beschreibt das Optikindustriemuseum als „spannende Zeitreise, nicht nur für Brillenträger“. Justus Eichstädt berichtet über die Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Optik in Rathenow. Stefan Mertens stellt die Netzwerkarbeit im Bereich Optik von 1998 bis zur Gegenwart vor.

Rathenower Optische Werke mbH, die erste nach dem Zweiten Weltkrieg in Betrieb genommene Schleifmaschine, 1946. Quelle: Archiv Kulturzentrum

Joachim Muus hat einen Beitrag über den Optikpark als eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Bettina Götze und Sylvia Wetzel unternehmen einen Spaziergang durch Rathenow in Bildern, die natürlich vor allem mit der Optik in Verbindung stehen.

Wie Bettina Götze betont, sollte in den einzelnen Beiträgen stets die Geschichte dargestellt werden. Es sei aber immer auch darum gegangen, eine Brücke in die Gegenwart zu schlagen und die aktuelle Situation ebenfalls mit darzustellen. So ist extra noch die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages von Technischer Hochschule Brandenburg/H. und Oberstufenzentrum Havelland vom 13. August dieses Jahres mit aufgenommen worden.

Beste Anschaulichkeit

Zirka 270 Fotos sorgen für beste Anschaulichkeit, die zum großen Teil Sylvia Wetzel aus dem Archiv des Kulturzentrums und des Optikindustriemuseums in geduldiger Kleinarbeit zu den Beiträgen heraus gesucht hat.

„Es ist unser Wunsch, dass das Erscheinen dieses Buches ein echter Höhepunkt werden soll“, sagt der heutige oabb-Sprecher Randolph Götze. „Wir halten es für enorm wichtig zu zeigen, dass Rathenow auch heute noch die Stadt der Optik ist.“

Das Buch „Rathenow – Wiege der optischen Industrie“

Das Buch „Rathenow – Wiege der optischen Industrie“ wird am 14. November erstmals vorgestellt.

Es hat 248 Seiten und enthält zirka 270 Fotos.

13 Autoren haben 13 Beiträge verfasst.

Das Buch wird 25 Euro kosten.

ISBN: 978-3-947215-67-6

Das Buch wird am 14. November um 17 Uhr im Blauen Saal des Kulturzentrums erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Den Hauptvortrag hält der Historiker Rainer Karlsch. Die Buchpräsentation übernehmen danach Bettina Götze und André Förster, Inhaber des Verlags für Berlin-Brandenburg.

[Zitat Text]

Von Bernd Geske

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