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Rathenow Bundestagsabgeordnete besucht Mikroskopfirma
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15:15 29.05.2019
Tilo Happich präsentiert Anke Domscheit-Berg ein inversives Mikroskop, das in seiner Firma auf Kundenwunsch konstruiert wurde. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Wer ein Mikroskop erwirbt, erwartet von diesem vor allem eins: Präzision und Zuverlässigkeit. Bei der Firma Askania Mikroskop Technik Rathenow im Gewerbegebiet Grünauer Fenn sind diese beiden Eigenschaften die Pfunde, mit denen gewuchert wird. Und als dritte kommt Innovation hinzu: „Wir bauen Licht-Mikroskope nach individuellen Wünschen“, sagt Geschäftsführer Tilo Happich. Das funktioniere nur, weil die Mitarbeiter bestens ausgebildet und überdurchschnittlich motiviert seien.

Anke Domscheit-Berg, Bundestagsabgeordnete der Linken, hat die Firma Askania Mikroskp Technik Rathenow besucht. Beim Firmenrundgang erhielt sie einen Einblick in die Produktionsabläufe.

Anke Domscheit-Berg hörte dem Askania-Geschäftsführer interessiert zu. Die Bundestagsabgeordnete der Linken hatte ihren Rathenow-Besuch am Mittwoch ganz bewusst in der Firma begonnen, die 1995 nach der Insolvenz des gleichnamigen Vorgängerbetriebes neu gegründet worden war.

Ihre Spezialgebiete als Abgeordnete seien Technologie und Zukunft, sagte Domscheit-Berg, die auch als netzpolitische Sprecherin ihrer Fraktion fungiert. „Ich reise viel herum und besuche Unternehmen, die auf diesem Feld aktiv sind“, erklärte sie dem Firmenchef. „Ich will die Dinge von Grund auf verstehen und schaue gerne hinter die Kulissen“, führte sie weiter aus. Dann fühle sie sich ein bisschen wie bei der „Sendung mit der Maus.“

Breites Kundenspektrum

Von Tilo Happich wurde sie gemäß ihrem Wunsch mit jeder Menge Informationen gefüttert. Das Kundenspektrum der Firma sei extrem breit gefächert, sagte der. Es reiche vom Hobby-Insektenforscher bis zum Autobauer.

„Alle, die mit Lichtmikroskopen arbeiten, sind potenzielle Kunden“, so Happich. Das könne der Tierarzt sein, der hin und wieder Gewebeproben untersuchen müsse. Das könne der mittelständische Metallbetrieb sein, der die Oberflächen seiner Produkte mit Hilfe von Mikroskoptechnik prüfe. Aber auch Schulen und Universitäten, die Mikroskope in der Lehre einsetzen, gehörten zu den Askania-Kunden.

Maßgeschneiderte Lösungen

Elf Mitarbeiter kümmern sich nach Auskunft des Geschäftsführers darum, die Kundenwünsche zu erfüllen. Oftmals geht es darum, für spezielle Bedürfnisse maßgeschneiderte Lösungen zu finden. Von der Entwicklung über die Produktion bis zum Betrieb liege der Herstellungsprozess in einer Hand, so Happich. So könne man sehr flexibel auf den Kunden reagieren.

Neben der Komplettlösung werden im Grünauer Fenn auch einzelne Komponenten gefertigt. Ringleuchten, Halterungen, Adapter für Kameras und jede Menge mehr.

Und schließlich werden Mikroskope auch gewartet und repariert. Nicht nur solche, die im eigenen Unternehmen hergestellt wurden, sondern auch Fremdmikroskope. Das mache rund 10 bis 15 Prozent des Umsatzes aus, so Happich.

Fragen nach dem Fachkräftemangel

Anke Domscheit-Berg wollte wissen, ob der allerorten beklagte Fachkräftemangel auch bei Askania zu Problemen führe. Happich verneinte dies. Und verriet seine Einstellungsphilosophie. „Ich lade jeden Bewerber ein“, sagte er. Denn oft gebe das Zeugnis die Fähigkeiten des Bewerbers gar nicht oder nur unzureichend wider.

„Meine Leute müssen neugierig und mit Herzblut bei der Sache sein. Und – vor allem bei der Montage – das gewisse Händchen haben.“ Das könne wichtiger sein, als der gute Notenschnitt auf dem Zeugnis.

Präzision am Arbeitsplatz: Martin Lange, Leiter Entwicklung und Montage, in Aktion. Quelle: Markus Kniebeler

Nach einem ausführlichen Gespräch über das Unternehmen lud Happich die Bundestagsabgeordnete, die später noch die Dunckerschule und das Kinderfest des Vereins Kleeblatt besuchte, zu einem Firmenrundgang ein. Und auf dem tat Domscheit-Berg, was sie zu Beginn ihres Besuches angekündigt hatte: Sie schaute den Mitarbeitern über die Schulter, fragte nach Produktionsabläufen, machte Fotos und wollte wissen, wie dies und jenes funktioniert.

Den Beweis, dass das Rathenower Know-how weltweit geschätzt wird, bekam die Abgeordnete bei der Betriebsbesichtigung übrigens en passant geliefert. Beim Rundgang kam Domscheit-Berg an einer Charge von Mikroskopen vorbei, die bis Ende Juni ausgeliefert sein müssen – 48 Stück an der Zahl. Die Sendung geht nach Russland. Auch in Putins Reich haben Mikroskope „made in Rathenow“ offensichtlich einen hohen Stellenwert. Und nicht nur dort.

Von Markus Kniebeler

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