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Rathenow Das Havelland zieht Gäste an
Lokales Havelland Rathenow Das Havelland zieht Gäste an
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13:35 23.08.2018
Christiane Wand und Manuela Knabe vom Tourismusverein Westhavelland vor ihrem Büro am Fuß des Kirchbergs  am Freien Hof.
Christiane Wand und Manuela Knabe vom Tourismusverein Westhavelland vor ihrem Büro am Fuß des Kirchbergs am Freien Hof. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Die Sommerferien in den meisten Bundesländern sind vorbei. Das macht sich auch im Büro des Tourismusvereins Westhavelland bemerkbar. „Wir hatten in der Ferienzeit auffallend viele Familien mit Kindern zu Gast“, sagt Mitarbeiterin Christiane Wand. Dies habe sich mit dem Schulbeginn naturgemäß geändert.

Zufrieden sind Christiane Wand und ihre Kollegin Manuela Knabe dennoch. Zwar können sie noch keine Auswertung mit Zahlen vorlegen – die wird nach dem Ende der Saison erstellt – aber vom Gefühl her bewegt sich der Zuspruch auf dem Niveau des Vorjahrs. „Ein Abbruch der Besucherzahlen deutet sich bislang nicht an“, so Wand. Ein Erfolg, wenn man bedenkt, wie viele angesichts tropischer Temperaturen ans Meer geflüchtet sind.

Die meisten Besucher kommen aus der Mark

Die meisten Gäste, die sich in dem kleinen Büro über die Region erkundigen, kommen aus dem Land Brandenburg. Aber auch wenn in den Nachbarländern Sachsen-Anhalt und Niedersachsen die Ferien beginnen, nimmt die Zahl der Anfragen spürbar zu.

Selbst aus weiter entfernt liegenden Bundesländern finden Besucher den Weg ins Havelland. Und sogar aus dem Ausland tauchen immer mal wieder Gäste auf. Erst vor wenigen Tagen stand ein älteres Ehepaar aus London in der Tür. Der Vater der Frau hatte im Jahr 1930 eine Radtour durch Deutschland gemacht und darüber Tagebuch geführt. Das Ehepaar fuhr die Etappen anhand der Aufzeichnungen nach – mit dem Auto – und war so nach Rathenow gelangt. Hier habe der Vater in einer Art Jugendhaus nahe der Havel geschlafen. Ob man wisse, wo das gewesen sein könne.

Ein Anruf bei Stadthistoriker Wolfram Bleis und die Sache war geklärt. Den Aufzeichnungen des Radlers zufolge habe es sich wahrscheinlich um eine Unterkunft nahe der Heidepriemschen Ziegelei im Havelweg gehandelt, so Bleis. Das Gebäude stehe aber schon lange nicht mehr.

Ehepaar aus London

Getoppt wurden die Besucher aus London – was die Entfernung von Rathenow zum Heimatort angeht – von einer jungen Australierin. Die weilte in Berlin und hatte sich spontan in den Zug gesetzt, um das Umland zu erkunden. Von den beiden Damen in der Touristinfo ließ sie sich über die Sehenswürdigkeiten der Stadt informieren.

Spürbar zurückgegangen ist die Buchung von Ferienunterkünften über das Büro des Tourismusvereins. „Die meisten Leute suchen sich ihr Hotelzimmer oder die Ferienwohnung im Internet“, sagt Christiane Wand. Dieser Trend habe sich in den sieben Jahren, die sie für den Tourismusverein arbeite, spürbar verstärkt.

Radler buchen spontan

Eine Ausnahme stellen Radler da, die auf einer Mehrtagestour unterwegs sind und sich spontan entschließen, eine Nacht in Rathenow zu verbringen. „Die kommen manchmal erst nachmittags an und lassen sich von uns ein Zimmer buchen“, sagt Wand. „Alles kein Problem.“

Einen neuen Trend haben die beiden Damen übrigens auch ausgemacht. „Der Wandertourismus ist wieder im Kommen“, sagen sie unisono. Immer häufiger fragten Besucher nach Wanderrouten durch das Havelland. Und dabei handele es sich nicht nur um ältere Semester. Auch bei jungen Leuten ist das Reisen auf Schusters Rappen offenbar wieder beliebt.

Von Markus Kniebeler