Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rathenow Detailreiches Buch spürt Optik-Firmen nach
Lokales Havelland Rathenow Detailreiches Buch spürt Optik-Firmen nach
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:31 08.01.2019
André Schwolow mit dem Buch über Rathenower Optikfirmen, deren Inhaber auf dem Weinberg-Friedhof begraben liegen. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

In wenigen Tagen werden sich viele Fachleute und kundige Laien an Johann Heinrich August Duncker erinnern, den Begründer der optischen Industrie in Deutschland. Am 14. Januar 1767 hatte er in Rathenow das Licht der Welt erblickt.

Passend zu diesem Anlass hat der Rathenower Optik-Unternehmer André Schwolow jetzt auf ein Buch aufmerksam gemacht, das in bislang nicht da gewesener Kenntnistiefe und Detailschärfe über die Entwicklung der Branche in Rathenow seit ihrer Gründung Auskunft gibt. Der 2017 verstorbene Rathenower Martins Manns hatte nach umfangreichen Recherchen kurz vor seinem Tod das Buch noch fertig gestellt.

Das Grab von Johann Heinrich August Duncker, dem Begründer der optischen Industrie, befindet sich auch auf dem Rathenower Weinberg-Friedhof. Quelle: Uwe Hoffmann

Dass es überhaupt in der vor liegenden Form erscheinen konnte, ist sechs Firmen zu verdanken, die im Duncker-Gewerbepark an der Jahnstraße 27 in Rathenow ansässig sind. Sie produzieren Brillen aus Titan und Edelstahl, Spezialsehhilfen und Lupenbrillen, reparieren Ferngläser und bieten viele Optik-Produkte zum Ausprobieren und Kaufen an. Diese sechs Firmen hatten sich zum Sponsoring des Buches bereit erklärt.

Es heißt relativ allgemein „Rathenower Grabstätten“, verrät aber gleich im Untertitel genau, worum es geht: Das Vermitteln von Geschichte über Gründer, Inhaber und Eigentümer Rathenower optischer und artverwandter Unternehmen. Biografien und Betriebsgeschichten würden beschrieben anhand eines Rundgangs über den Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde.

Nur Friedhöfe geeignet für Spurensuche

Im Vorwort zu seinem Buch hat Martin Manns erklärt, wie er zu diesem Ordnungsprinzip gekommen ist. Mit Ausnahme des Optik-Industrie-Museums im Kulturzentrum und von privaten Sammlungen gebe es im Stadtbild kaum noch etwas über die Optikgeschichte Rathenows zu sehen. Gebäude, in denen einst produziert und gehandelt wurde, seien kaum zu finden, ganz verschwunden oder einer neuen Nutzung zugeführt worden. Er habe festgestellt, dass sich nur noch Friedhöfe zur Spurensuche eignen.

Bei einem Rundgang an den Grabstätten entlang werde ein repräsentativer Querschnitt durch die optische Branche vermittelt. Hatte es 1896 „nur“ 163 einschlägige Betriebe in Rathenow gegeben, so seien 1939 rund 250 angemeldet gewesen. Und diese seien permanent Veränderungen verschiedenster Art unterworfen gewesen, merkt Martin Manns an.

Das Buch „Rathenower Grabstätten“

Das Buch „Rathenower Grabstätten“ vermittelt Geschichte über die Gründer, Inhaber und Eigentümer von optischen und artverwandten Unternehmen in Rathenow.

Es ist geordnet nach zwei Rundgängen über den historischen Weinberg-Friedhof.

Das Buch hat 170 Seiten und ist mit zahlreichen Abbildungen historischer Fotos und Dokumente illustriert.

Es kann gekauft werden für 14,90 Euro.

In Rathenow zu haben ist es im Torhaus des Weinberg-Friedhofs, im Eine-Welt-Laden (Kirchberg), Optik-Industrie-Museum, Buchhandlung Tieke (Berliner Straße), Schreibwarenladen Rühle (Goethestraße) und beim Optik-Service (Jahnstraße 27).

„Es ist ein einmaliges Buch“, schwärmt André Schwolow, Chef vom Optik-Service Rathenow und begeisterter Sammler von optischen Geräten. Es seien jede Menge Fakten enthalten, die selbst Fachleute gar nicht kennen können. Martin Manns habe für seine Recherchen viele Tage in Archiven verbracht, aber auch aus ganz besonderen Quellen schöpfen können.

2008 hatte er in Form einer schmalen Broschüre eine erste Auflage seiner „Rathenower Grabstätten“ herausgegeben. Aus ganz Deutschland hatte er danach viele Reaktionen, Materialien und Originale bekommen, vor allen Dingen aus privaten Sammlungen. Ergänzt durch zahlreiche weitere Fakten und Überarbeitungen, ist das hier beschriebene Buch gut doppelt so dick wie die erste Broschüre heraus gekommen.

Dokumente an der richtigen Textstelle

Hoch zu schätzen ist zudem das Wirken der Druckerei, die sich dazu bereit erklärt hatte, in aufwendiger Kleinarbeit die Logos und Original-Dokumente genau an die richtigen Stellen in den Text zu setzen. „Dieses Buch bringt viel Licht ins Dunkel von längst verloren geglaubten Betriebsgeschichten“, sagt André Schwolow. Martin Manns habe sogar den Druck des Buches angeleitet und überwacht – da könne es kaum noch was zu ergänzen geben.

Von Bernd Geske

Die Kreissportjugend Havelland und die Anne Hennig Ballhaus Stiftung bereiten sich aufs erste Sponsorenschwimmen am 19. Januar vor. Sie rufen die Rathenower auf, für den Rideplatz ins Wasser zu gehen.

08.01.2019

Bei der Ende vergangenen Jahres angelaufenen Sanierung des jüdischen Friedhofs von Rathenow wird auf religiöse Traditionen Rücksicht genommen.

08.01.2019

Seit 1. Januar gibt es in Rathenow-Ost keine Postfiliale mehr. Die Betreiber des Schreibwarengeschäfts mit Lotto und Postservice im Bruno-Baum-Ring haben nach 20 Jahren zugemacht.

08.01.2019