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Rathenow Die Dürre im Stadtwald Rathenow und ihre gravierenden Folgen
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12:11 18.04.2019
Dirk Szpitalny (li.) und Frank Fahlenberg, Mitarbeiter der Stadtförsterei Rathenow, pflanzen Kiefern auf einer gerodeten Stadtwaldfläche. Dass der Boden trocken ist, kann man mit bloßem Auge erkennen. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Der Rathenower Stadtwald könnte in seinem Jubiläumsjahr unter Stress geraten. Nach einem der trockensten Jahre in der jüngeren Stadtwaldgeschichte deutet einiges darauf hin, dass sich die Situation in diesem Jahr sogar noch verschärfen könnte.

„Der Boden ist jetzt bereits viel trockener als zur selben Zeit des vergangenen Jahres“, sagt Stadtförster Thomas Querfurth. Im Frühjahr 2018 sei der Waldboden nach einem relativ regenreichen Herbst und Winter noch ausreichend durchfeuchtet gewesen. „Jetzt ist nur noch ein bisschen Restfeuchte vorhanden“, sagt Querfurth. Und die werde, wenn es nicht bald regne, schnell schwinden.

Zu wenig Regen in den ersten Monaten

Grund für die angespannte Situation sind die geringen Niederschläge der vergangenen Monate. Lediglich im März wurde der Durchschnittswert von rund 50 Litern pro Quadratmeter erreicht.

Im Januar und Februar regnete es nicht mal halb so viel. Und im April hat es bislang – von ein, zwei kurzen Schauern abgesehen – noch keinen messbaren Niederschlag gegeben.

Stadtwald feiert Geburtstag

Der Rathenower Stadtwald wird in diesem Jahr 700 Jahre alt.

Am 18. Juni 1319 unterschrieb der Markgraf Waldemar die Urkunde, mit der er das Gut Rodewald, aus dem der Stadtwald hervorging, der Rathenower Bürgerschaft schenkte.

Aus diesem Anlass soll am 18. Juni auf dem Rauen Berg ein Gedenkstein aufgestellt werden.

Bereits am 11. Mai steigt im Festsaal der Musikschule am Schwedendamm eine große Geburtstagsgala mit Festbüffet, Tanz und szenischen Darstellungen. Karten gibt es in der Tourist-Info am Freien Hof.

Für den Wald könnte das dramatische Folgen haben. Bereits nach dem vergangenen Dürresommer stellte Querfurth einen Anstieg der Schädlingspopulation fest. Vor allem der Prachtkäfer, der den Kiefern zusetzt, wurde aktiv.

Die Bedingungen für den Käfer seien optimal gewesen, so Querfurth. „Der Käfer mag trockene sonnenbeschienene Stämme“, sagte er. Wenn die Bäume durch Wassermangel geschwächt seien, hätten die Schädlinge leichtes Spiel.

Auf dieser von Baumschädlingen befallenen Fläche im Rathenower Stadtforst wurden Kiefern gefällt, um eine Verbreitung des Schädlings zu verhindern. Quelle: Markus Kniebeler

Die Folgen sind nicht zu übersehen. In der Nähe des Forsthauses Riesenbruch wurden auf einer mehrere Fußballfelder großen Fläche Kiefern gefällt. Zwar hatten diese über 100 Jahre alten Bäume ihr Zielalter nahezu erreicht. Aber weil hier der Prachtkäfer besonders aktiv war, wurde die Fällung vorgezogen. „Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, mussten die befallenen Bäume entnommen werden“, so Querfurth.

Gute Bedingungen für Schädlinge

Ob die Gefahr damit gebannt ist, kann er noch nicht sagen. Ein harter Winter mit Frost und Schnee wäre günstig gewesen, um die Schädlingspopulation zu dezimieren. Aber den hat es nicht gegeben. „Wenn der Sommer so heiß und trocken wird wie der vergangene, dann werden die Käfer sich weiter verbreiten“, mutmaßt der Stadtförster.

Junge Bäume besonders gefährdet

Die Trockenheit hat aber noch andere negative Folgen. Vor allem die jungen Bäume brauchen Wasser, um sich vernünftig zu entwickeln. Regnet es nicht, droht der Totalverlust. Im vergangenen Jahr überlebte mehr als die Hälfte von 13.000 Buchensetzlingen die Dürre nicht. Schaden: 8000 bis 10.000 Euro.

Und auch in den Weihnachtsbaumplantagen waren die Schäden unübersehbar: Braune Nadeln, verdorrte Zweige. Auf bestimmten Flächen seien zwei Drittel der Bäume regelrecht eingegangen, sagt Querfurth.

Setzlinge brauchen dringend Niederschlag

Das könnte in diesem Jahr wieder passieren. Vor einigen Wochen wurden auf den durch Sturm Xavier verwüsteten Flächen im Westen des Stadtwaldes 7000 Buchensetzlinge in den Boden gebracht. „Außerdem haben wir 1500 Weihnachtsbäume gepflanzt“, sagt Querfurth. Und im Moment seinen Mitarbeiter der Stadtförster dabei, auf den frei geschlagenen Flächen rund um das Forsthaus Kiefern zu pflanzen – 11.000 Setzlinge kommen in den Boden.

Einer von 11000 Kiefernsetzlingen, die derzeit gepflanzt werden. Die zarten Pflanzen brauchen in der ersten Wachstumsphase Wasser. Bei Dürre besteht die Gefahr, dass sie den Sommer nicht überleben. Quelle: Markus Kniebeler

Ihnen allen wird kein langes Leben beschieden sein, wenn es nicht bald regnet. Junge Bäume brauchen vor allem in der ersten Lebensphase ausreichend Wasser, damit sie sich entwickeln können. Ansonsten sterben sie ab.

Um den Exitus der neu gepflanzten Bäume abzuwenden, müsste es in den kommenden Wochen unbedingt regnen. „Ein Gewitterschauer wird nicht reichen“, sagt Querfurth. „Ideal wäre ein mehrere Tage lang anhaltender Dauerregen“. Aber danach sieht es, wenn man die Vorhersagen der Meteorologen studiert, nicht aus.

Von Markus Kniebeler

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