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Rathenow Kirche soll für 550.000 Euro saniert werden
Lokales Havelland Rathenow Kirche soll für 550.000 Euro saniert werden
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17:29 05.05.2019
Lutz Hanisch, Katrin Brandt, Cordula Meszaros und Reiner Schirrmacher (v.l.) beratschlagen vorm Eingang zur bevorstehenden Sanierung der Kirche in Göttlin. Quelle: Norbert Stein
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Göttlin

Die Dorfkirche Göttlin ist ein offenes Haus der Einkehr. Nicht nur Einwohner des Dorfes besuchen die Kirche.

An dem 1890 errichteten Gotteshaus führt der Havelland-Radweg vorbei, was dazu führt, dass des Öfteren auch Erholungssuchende auf ihren Radtouren durch die Region in der Göttliner Dorfmitte anhalten und in die Kirche kommen.

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In der Saison steht deshalb auch immer ein Schild „offene Kirche“ vor der Eingangstür. „Das Angebot wird gut angenommen von den Radfahrern“, sagt Reiner Schirrmacher, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates der Evangelischen Hoffnungsgemeinde im Elb-Havel-Winkel, zu der Göttlin gehört.

Sanierung in zwei Etappen

Auch in diesem Sommer wird die Kirche für Besucher wieder geöffnet sein. Ob dies durchgängig und immer in vollem Umfang möglich sein wird, ist noch nicht klar. Dafür gibt es natürlich auch einen Grund. Die Kirche soll saniert werden.

„Die Arbeiten sind notwendig, um die Bausubstanz zu sichern und die Kirche für nachfolgende Generationen zu erhalten“, erklärt Pfarrerin Katrin Brandt in einem Gespräch vor der Kirche.

Auch Reiner Schirrmacher und die Mitglieder des Gemeindekirchenrates Cordula Meszaros und Lutz Hanisch sind dabei. Das Vorhaben soll in zwei Etappen realisiert werden.

Die Göttliner Dorfkirche wird auch gern von Radtouristen besucht, die auf dem Havelradweg. Quelle: Norbert Stein

Ältestes Bauteil der Kirche ist der noch aus dem Mittelalter stammende Westgiebel mit dem eingezogenen Turm aus verputztem Fachwerk mit Zeltdach.

Über dem Westportal mit Rundbogen befindet sich ein um 1965 geschaffenes Sgraffito der Maria mit dem Jesusknaben.

Im ersten Bauabschnitt sollen deshalb zunächst auch der verputzte Turm, das Fachwerk und der Glockenstuhl ausgebessert und saniert werden.

Das Sgraffito bleibt erhalten

Ob das Fachwerk freigelegt bleibt, ist noch nicht entschieden. „Das Sgraffito bleibt auf jeden Fall erhalten“, sagt die Pfarrerin.

Das Kunstwerk über dem Eingang hat eine besondere Bedeutung. Hans Zimmermann hat es einst angebracht zur Zierde der Kirche.

Das Sgraffito diente einst auch als christlicher Gruß für ehemalige sowjetische Soldaten, die mit Fahrzeugen durch Göttlin zum nahe gelegenen Truppenübungsplatz rollten, aber nicht in das Gotteshaus einkehren durften.

Kirchengemeinde steuert 55.000 Euro bei

Derzeit steckt die Kirchengemeinde mitten in den Vorbereitungen für den ersten Bauabschnitt. Die zu erbringenden Handwerkerleistungen sind öffentlich ausgeschrieben und werden Mitte Mai mit Aufträgen vergeben.

Die Kirchengemeinde hofft auf einen Baubeginn noch vor den Sommerferien. Knapp 200.000 Euro sind für den ersten Bauabschnitt veranschlagt. Eine Förderung des Landes aus dem Kirchenstaatsvertrag sichert die Finanzierung.

Die Kirchengemeinde selbst muss 55.000 Euro Eigenmittel beisteuern. „Wir haben das Geld zusammen“, sagt Reiner Schirrmacher erleichtert. „Es kann losgehen“.

Schwerpunkt Sanierung des Kirchenschiffs

Die Kirchengemeinde hofft, den ersten Bauabschnitt noch in diesem Jahr abschließen zu können. Auf einen Termin möchte sich aber noch niemand festlegen.

Dafür müsse man erst das Ergebnis der Submission abwarten, ist die einheitliche Meinung der Mitglieder des Gemeindekirchenrates.

Unabhängig davon laufen bereits die Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt mit dem Schwerpunkt Sanierung des Kirchenschiffs.

Eigenmittel noch nicht gesichert

Dafür werden noch einmal 350.000 Euro benötigt. Das Land wird voraussichtlich auch diesen Abschnitt mit Mitteln aus dem Kirchenstaatsvertrag fördern.

Dennoch bereitet das Vorhaben den Akteuren vor Ort etwas Kopfzerbrechen. Die Kirchengemeinde hat die notwendigen Eigenmittel noch nicht gänzlich abgesichert. „Da muss uns noch etwas einfallen“, gesteht die Pfarrerin.

Sie und ihre Mitstreiter hoffen, weitere Förderer und Unterstützer für den Erhalt der Dorfkirche begeistern zu können. Eine Kirche, die man in Zukunft weiter und noch vielseitiger für kulturelle Veranstaltungen nutzen möchte.

Von Norbert Stein