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Rathenow Die Havel-Renaturierung schreitet voran
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14:21 01.04.2019
Blick auf die Havel bei Göttlin. Bis 2021 soll der Abschnitt zwischen Rathenow und Grütz renaturiert werden. Quelle: Nabu
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Rathenow

Bei der Renaturierung der Unteren Havel rücken jetzt die Flussabschnitte nördlich von Rathenow in den Fokus. In diesem und im kommenden Jahr werden zwischen Rathenow und Grütz etliche Maßnahmen umgesetzt, die dazu dienen, die ökologische Qualität des Gewässers zu verbessern.

Millionen für einen Fluss

Die Renaturierung der Unteren Havel wurde im Jahr 2005 begonnen.

Bis zum Jahr 2025 werden auf dem Flussabschnitt zwischen Pritzerbe und Havelberg 15 Altarme angeschlossen, 29 Kilometer Deckwerk entfernt, 90 Hektar Auwald gepflanzt und 66 Flutrinnen angeschlossen.

Die Gesamtkosten in Höhe von rund 40 Millionen Euro tragen der Bund (75 Prozent), die Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt (11 und 7 Prozent) sowie der Nabu (7 Prozent).

So soll nach Auskunft von Rocco Buchta, der das 2005 gestartete Renaturierungsprojekt leitet, unter anderem der Haveldeich bei Göttlin an vier Stellen geschlitzt werden. Was sich so martialisch anhört, ist nichts anderes als eine Erdabtragung. Im Herbst werden die Bagger anrollen, um den Deich an jenen vier Stellen auf das Niveau der umliegenden Wiesen abzusenken. Bei Hochwasser kann sich der Fluss dann in die Aue ausbreiten.

Natürlicher Hochwasserschutz

Das hat Buchta zufolge mehrere Vorteile. Zum einen verbessere man durch die Zugewinnung so genannter Retentionsflächen den natürlichen Hochwasserschutz. Außerdem würden bei regelmäßiger Durchflutung der Aue Sauerstoff und Nährstoffe in die Fläche getragen. Das steigere die Artenvielfalt. „Nicht nur Pflanzen werden sich auf diesen Flächen besser entwickeln“, sagt Buchta. Die Auen würden auch als Lebensraum für Vögel und Insekten aufgewertet.

Der Deich bei Göttlin – hier ein Foto von einer Ortsbesichtigung im April 2017 – wird an vier Stellen abgetragen. Quelle: Markus Kniebeler

Doch die Renaturierung des Flussabschnitts zwischen Rathenow und Grütz umfasst noch mehr als die Öffnung des Deiches. So sollen auf einer Länge von über 2000 Metern Uferdeckwerke zurückgebaut werden. Außerdem wird auf rund 15 Hektar ein Auwald angelegt.

Anschluss von Flutrinnen

Acht Flutrinnen werden angeschlossen, über die der Fluss sich bei hohen Wasserständen seinen Weg in die Aue bahnt. Unter anderem wird sich dadurch die Wasserqualität in der Powerlanke, einem Havel-Altarm nahe Albertsheim, spürbar verbessern. Und schließlich wird ein alter Bahndamm, der zu militärischen Zwecken wie ein Riegel quer zum Fluss in die Aue gebaut wurde, an mehreren Stellen geschlitzt. Auch das verbessert den Abfluss bei Hochwasser und wertet den Lebensraum ökologisch auf

Rocco Buchta leitet das Renaturierungsvorhaben. Quelle: Markus Kniebeler

Mit der Öffnung des Deiches und dem Rückbau des Damms soll nach Auskunft Buchtas in diesem Herbst begonnen werden. Auch werden noch in diesem Jahre einige der erwähnten Flutrinnen angeschlossen. Der Deckwerk-Rückbau wird dagegen ab 2020 erledigt.

Weil die Renaturierung der Havel in Sachsen-Anhalt sehr weit fortgeschritten ist und auch die Pläne zwischen Grütz und Strodehne weitestgehend umgesetzt wurden, wird ab dem Jahr 2021, wenn die beschriebenen Arbeiten zwischen Rathenow und Grütz erledigt sind, der Fluss zwischen Rathenow und Havelberg wieder so fließen, wie es die Renaturierungspläne vorsehen.

Und auch die Renaturierung des südlichen Havelabschnitts zwischen Rathenow und Pritzerbe wird bereits vorbereitet. Läuft alles nach Plan, soll im Jahr 2021 mit den Arbeiten begonnen werden. Der Abschluss der Havel-Renaturierung ist im Jahr 2025 vorgesehen.

Lesen Sie dazu den Kommentar „Vorzeige-Vorhaben“.

Von Markus Kniebeler

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