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Rathenow Doppelmord: Angeklagte beschuldigen sich gegenseitig
Lokales Havelland Rathenow Doppelmord: Angeklagte beschuldigen sich gegenseitig
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14:52 17.05.2019
Prozessauftakt gegen die beiden Angeklagten, die das junge Paar in der Rathenower Goethestraße ermordet haben sollen. Quelle: Ulrich Wangemann
Rathenow

Es war eines der kaltblütigsten Verbrechen der vergangenen Jahre in Brandenburg. Seit Oktober vergangenen Jahres müssen sich zwei ehemals wohnungslose Männer aus Rathenow für den gewaltsamen Tod einer 36 Jahre alten Frau und ihres 34 Jahre alten Lebensgefährten 13. Januar 2018 verantworten.

Zuerst gab es Feueralarm

Damals schrillten zunächst die Sirenen und die Feuerwehr wurde in die Goethestraße gerufen. Es brannte in einer Wohnung. Nachdem das Feuer gelöscht war und die Wohnung wieder betreten werden könnte, stellte sich heraus: in verschiedenen Zimmern fanden sich die Leichen einer Frau und eines Mannes. Und schnell stellte sich heraus: Sie sind vor dem Brand gefoltert und schwer verletzt worden.

Zeuge wurde beseitigt

Die Frau musste laut Anklage sterben, weil sie den Angeklagten Bodo K. (53) wegen mehrfacher Vergewaltigung bei der Polizei angezeigt hatte und diese Anschuldigung nicht zurücknehmen wollte. Ihr Lebensgefährte – ein Mitarbeiter des Online-Händlers Amazon – wurde ermordet, weil er als Zeuge des Mordes an seiner Freundin war, so die Anklage. Die Toten hinterlassen laut Gericht jeweils zwei Kinder. Familienmitglieder treten in dem Prozess als Nebenkläger auf.

Nach dem Brand wurde das Gebäude abgesperrt. Quelle: Kay Harzmann

Der zweite Angeklagte Kevin M. (29) hat laut Anklage seinem Bekannten Bodo K. beim Doppelmord in der Wohnung des Paares geholfen. Die Staatsanwaltschaft beschreibt die Tat in der Anklageschrift als unfassbar grausam und es ist von einer „gefühllosen, unbarmherzigen Gesinnung“ der Angeklagten die Rede.

Erste Aussage

Kevin M. war es, der nun, kurz vor Ende der mündlichen Verhandlung, sein Schweigen brach. Er habe keine Lust für das, was der Mitangeklagte getan habe, eine lebenslange Freiheitsstrafe zu verbüßen, gab er vor dem Landgericht Potsdam an. Bodo K. sei die treibende Kraft bei dem schlimmen Verbrechen gewesen. Dieser habe die beiden jungen Leute getötet und auch die Wohnung in Brand gesetzt. Er habe dabei lediglich zugesehen, aber nicht geholfen.

Und noch eine Version

Die Aussage von Kevin M. schließlich bewegte nun auch Bodo K. zu einer Aussage vor Gericht. Was Kevin M. gesagt habe, sei so nicht richtig. Er, K., habe nur zugesehen. Kevin M. sei derjenige gewesen, der die jungen Leute umgebracht und das Feuer entfacht habe.

Die Polizei sicherte den Tatort. Quelle: Kay Harzmann

Im Zuge der Verhandlung mussten die Richter in den vergangenen Monaten mühsam jedes Detail der grausamen Tat rekonstruieren. Das ist notwendig, da sich die Angeklagte nicht eingelassen haben. Fest steht: Das Paar wurde massiv mit Schlägen, Stichen und Tritten misshandelt und gewürgt. Zur symbolischen „Bestrafung“ des aussagewilligen Vergewaltigungsopfers soll Bodo K. der Frau mit einem Stock auf den blanken Po gedroschen haben.

Gefesselt und geknebelt

Gestorben sind die Misshandelten aber trotz der schweren Wunden an einer Rauchgasvergiftung. Sie hätten nicht einmal fliehen können, denn die Täter hatten sie gefesselt und geknebelt.

Urteil schon bald

Wie sich die beiden Aussagen auf das weitere Verfahren auswirken, bleibt abzuwarten. Eigentlich sollte noch in diesem Monat ein Urteil gesprochen werden. Ursprünglich ging die Staatsanwaltschaft davon aus, dass das Verbrechen von beiden Angeklagten gemeinsam begangen wurde. Es ist gut möglich, dass die Juristen der Staatsanwaltschaft diese Annahme aufrecht erhalten.

Gemeinsamer Entschluss?

Den Plan, die Frau und ihren Lebensgefährten zu töten, hätten die Männer gemeinsam gefasst, so der Staatsanwalt in seinem Eröffnungsplädoyer. Indem sie ein Sofa anzündeten, wollten sie sämtliche Spuren am Tatort beseitigen. Das allerdings schlug fehl. Nach Auswertung von Handy-Daten und Zeugenhinweisen fasste die Polizei den mutmaßlichen Vergewaltiger und Haupttäter Bodo K. rasch, Kevin M.tauchte für gut zwei Wochen unter.

Von Joachim Wilisch

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