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Rathenow Dürre im Stadtwald
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13:33 02.08.2018
Nicht mehr zu retten: Stadtförster Thomas Querfurth verzeichnet bei auf den Weihnachtsbaum-Flächen Verluste von bis zu 60 Prozent. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Wenn man im Rathenower Stadtforst unterwegs ist, dann reibt man sich verwundert die Augen. Braun ist der vorherrschende Farbton. Gräser, Sträucher, Bäume präsentieren sich in herbstlichen Schattierungen. Und das mitten in der Vegetationsperiode, in der Grün die vorherrschende Kolorierung sein müsste.

Ursache der für die Jahreszeit ungewöhnlichen Färbung ist die extreme Trockenheit der vergangenen Monate. Stadtförster Thomas Querfurth ist nicht der Typ, der gleich die Katastrophe heraufbeschwört. „Aber solch eine Trockenheit habe ich in meiner über 20-jährigen Amtszeit als Stadtförster noch nicht erlebt“, sagt er. Seit dem 14. April habe es so gut wie keinen Niederschlag gegeben. Der Regenguss in der Nacht zum Donnerstag komme zu spät, um die angeschlagenen Pflanzen zu retten.

Vertrockneter Buchensetzling. Quelle: Markus Kniebeler

Vor allem den jungen Bäumen setzt der Wassermangel zu. Eine Buchenanpflanzung hat es besonders stark getroffen. Von den rund 13 000 Setzlingen, die als Ausgleichsmaßnahme für die Bundesgartenschau vor gut einem Jahr in den Boden gekommen sind, hat fast die Hälfte die Dürre nicht überlebt. Sie müssen nachgepflanzt werden. Auf 8000 bis 10 000 Euro schätzt Querfurth den Verlust.

Die Weihnachtsbäume hat es noch härter getroffen. Selbst ein Laie erkennt, dass viele der Tannen und Fichten nicht mehr zu retten sind. Braune Nadeln, verdorrte Zweige. „Da geht nichts mehr“, sagt Querfurth. Es gebe Flächen, auf denen bis zu 60 Prozent der Weihnachtsbäume hinüber sind.

Trockenheit im Frühjahr setzte den Pflanzen zu

Nun könnte man meinen, dass die extreme Hitze der vergangenen Wochen verantwortlich ist für den Exitus im Wald. Doch so ist es nicht. Viel schwerer wiegt die Trockenheit im Frühjahr. In der Hauptwachstumsphase, wenn die neuen Triebe ausgebildet werden, benötigen die Bäume viel Wasser. Das war nicht da. Mit der Folge, dass vor allem den jungen Bäumen die Kraft fehlte, sich zu entwickeln.

Der Stadtforst Rathenow

Der Rathenower Stadtforst ist rund 1900 Hektar groß und erstreckt sich vom östlichen Stadtrand Rathenows bis an die Gemarkungsgrenzen nach Stechow und Bamme.

Rund zwei Drittel sind Nadelwald. Der Rest ist Misch- und Laubwald.

Im kommenden Jahr wird der Stadtforst 700 Jahre alt. Eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1319 gilt als Geburtsjahr des Rathenower Stadtwaldes.

Anders sieht es bei den ausgewachsenen Exemplaren aus. „Die haben vom relativ hohen Grundwasserspiegel profitiert“, so der Stadtförster. „Aber bei den jungen Bäumen reichen die Wurzeln noch nicht weit genug in die Tiefe, um an das Grundwasserreservoir zu gelangen.“

Einbußen beim Weihnachtsbaumverkauf abzusehen

Bei den Weihnachtsbäumen wird es wegen der geschilderten Situation unweigerlich zu finanziellen Einbußen kommen. Rund 15 000 Euro erlöse man im Jahr mit dem Verkauf von Weihnachtsbäumen, so Querfurth. Wegen der Verluste werde man das Angebot in den kommenden Jahre erheblich reduzieren müssen.

Für den Stadtforst ist der Dürresommer die zweite witterungsbedingte Herausforderung binnen kürzester Zeit. Vor zehn Monaten wütetet Sturm Xavier im Bestand. Die Aufräumarbeiten sind immer noch nicht abgeschlossen. Und nun setzt der trockene Sommer Bäumen und Sträuchern zu.

Braun statt grün ist momentan die vorherrschende Farbe im Rathenower Stadtwald. Quelle: Markus Kniebeler

Indiz für den akuten Wassermangel sind die Farne, die sich im Unterholz wie braune Teppiche präsentieren. Eigentlich müssten sie grün sein. „Wenn relativ anspruchslose Pflanzen so leiden, dann ist wirklich kein Wasser mehr im Boden“, sagt Querfurth.

Nicht besser sieht es bei den Blaubeeren aus. Die Sträucher, an denen sich Spaziergänger sonst gerne bedient haben, sind nahezu komplett vertrocknet. An eine Beerenernte ist nicht zu denken. Und auch die Pilzsammler müssen sich in diesem Jahre auf eine spärliche Ausbeute gefasst machen. Es sei denn, August und September werden richtig nass. Aber danach sieht es momentan nicht aus.

Von Markus Kniebeler

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