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Rathenow Respekt und Fair Play: Rathenower Schüler lernen den „Spirit of Football“ kennen
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17:21 30.09.2019
Vor und nach dem Fußball wird in Ruhe über das Spiel, die Gemeinschaft und die Welt gesprochen. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Die Klasse 9b der Oberschule Johann Heinrich August Duncker in Rathenow bekommt die Probleme der Welt am Beispiel von Fair Play-Fußball erklärt. Am Montag und Dienstag gastiert dort ein Team des Vereins „Spirit of Football“, der seinen Sitz in Erfurt hat.

Dreh- und Angelpunkt des Ganzen ist Fußball, der hier aber nur auf die Fair Play-Art gespielt wird. Das heißt zum Beispiel, dass ausdrücklich alle mitspielen sollen. Es wird Respekt bezeugt, indem den Gegenspielern vor und nach dem Spiel die Hand gegeben und dabei in die Augen geschaut wird. Körpereinsatz in der Art von Rempeln soll nicht sein. Wer den Fuß auf den Ball setzt, dem wird er nicht weggeschossen.

Ute Schönwald, Klassenlehrerin der 9b. Quelle: Bernd Geske

Lehrerin Ute Schönwald war begeistert, als in der Schule mitgeteilt wurde, dass „Spirit of Football“ dorthin kommen würde. Sie hat ihre Klasse 9b sofort angemeldet. „Ich wünsche mir, dass die Teilnahme an dem Projekt die Schülerinnen und Schüler enger zusammenbringt“, sagte sie. Sie sollten lernen, über alle Eigenarten und Unterschiede hinweg ein Team zu bilden.

Auffällig war bereits, wie in der Kennenlernrunde zu Beginn sich alle hingesetzt hatten, berichtet sie. Auf der einen Seite saßen die Jungen, auf der zweiten Seite die Mädchen und auf der dritten Seite hatten sich alle mit Migrationshintergrund hingesetzt. Um ein besseres Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen, setzt das „Spirit of Football“-Team viele Spielformen ein.

22 Schüler auf acht Stühlen

Beispielsweise sollte die ganze Klasse versuchen, sich auf immer weniger Stühlen zu halten. Am Anfang ging es mit 22 Mädchen und Jungen auf 18 Stühlen los. Dann wurde immer wieder eine Sitzgelegenheit weg genommen. Naturgemäß mussten sich dadurch die Schülerinnen und Schüler immer näher kommen.

Es blieb nicht aus, dass sich manche bei anderen auf den Schoß setzten oder einige ein paar andere auf der „Insel“ festhalten mussten. Bis zum Ende gelang es, mit acht Stühlen auszukommen. Und alle haben mitgemacht.

„Bei Spirit of Football geht es darum, die besten Werte des Fußballs in die Lebensrealität der Jugendlichen zu übertragen“, sagte Sebastian Stützer. Das seien vor allem die Schwerpunkte Respekt, Fair Play und Teamarbeit. Man legt Wert darauf, dass die Lehrkräfte immer mitmachen. Die Spiele seien so angelegt, dass die Teilnehmer zur Teamarbeit „gezwungen“ werden.

2005 in Erfurt gegründet

Der Verein hat seinen Sitz in Erfurt, wo er 2005 gegründet worden ist. In dieser Stadt und in Thüringen hat er zunächst vor allen Dingen in Grundschulen seine Projekte durchgeführt. Mittlerweile gibt es immer mehr internationale Inhalte. Fair Play und globales Lernen sollen in die Klassenräume getragen werden.

Zwei Wochen, bevor das „Spirit of Football“-Team nach Rathenow kam, war es in der jordanischen Stadt Al Azraq, wo es im zweitgrößten Flüchtlingslager des Landes mit seinem Projekt Sozialarbeiter ausgebildet hat. In wenigen Tagen wird es nach Athen fliegen, um in dortigen Schulen zu arbeiten.

Wenn Werte missachtet werden

Nachdem den Mädchen und Jungen vermittelt wurde, was Respekt und Fair Play beim Fußball bedeuten, wird darüber gesprochen, dass diese Werte auch beim Zusammenleben der Völkergemeinschaft eine wichtige Rolle spielen. Wieder beim Fußball wird dann gezeigt und erklärt, was es bedeutet, wenn Werte missachtet werden. Da bekommt eine Mannschaft plötzlich einen Elfmeter zugesprochen, ohne ihn verdient zu haben. Das soll symbolisieren, was es bedeutet, wenn der Wohlstand gefährdet ist.

Oder was es bedeuten kann, wenn plötzlich eine anhaltende Dürre herrscht, wird beim Fußball umgesetzt, indem sich die Spielerinnen und Spieler einer Mannschaft nur noch sehr langsam bewegen dürfen. Anhand von Problemen der Welt, erfühlbar gemacht durch Fußball, leiten die Schüler dann her, was sie tun können, um zu einem besseren Gemeinschaftsleben beizutragen.

Von Bernd Geske

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