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Rathenow Ehrenplatz für den ersten Flieger
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11:08 22.06.2013
Erster Flieger zwischen Düsenjägern: HelmutWernicke lieferte sein Lilienthal-Modell eigenhändig in Gatow ab. Quelle: PRIVAT
RATHENOW

Wenn Helmut Wernicke aufzählen soll, wie viele Flugzeugmodelle er in seinem Leben schon gebaut hat, dann gerät er in Verlegenheit. „50 bestimmt“ sagt der 73-jährige Rathenower „Es können auch 60 sein“. Wernicke winkt ab. „Ich weiß es wirklich nicht!“

Was Wernicke weiß, und was er bis zum Lebensende nicht vergessen wird, ist die Arbeit an einem ganz besonderen Modell. Wernicke hat den historischen Flugapparat Nr. 11 nachgebaut, mit dem Otto Lilienthal Ende des 19. Jahrhunderts seine Flugversuche auf dem Stöllner Gollenberg unternahm. Jenen Gleiter also, mit dem der Flugpionier am 9. August 1896 tödlich verunglückte.

Dieses Modell ist Wernickes Meisterstück. Jahrelang hat er daran gearbeitet, hat originale Konstruktionszeichnungen studiert, hat für die Verstrebungen nach passenden Ruten aus Weidenholz gesucht, hat diese mit einem Stoffgewebe überzogen und alles mit Spannseilen in Form gebracht. 23 Kilogramm ist der Apparat schwer, Spannweite 6,70 Meter. Hätte seine Frau Edith es ihm aus Angst um seine Gesundheit nicht strengstens verboten, dann wäre Wernicke längst mit dem Segler in die Luft gegangen. Aber was tut man nicht alles, wenn die Frau das Wort erhebt.

In die Luft gegangen ist das Modell dennoch. Zwar nicht zu einer Flugeinlage. Aber immerhin hängt der Apparat an einem prominenten Platz. Im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Gatow schwebt der Flieger unter der Decke. Darunter, am Boden, stehen unzählige Flugzeuge, an welchen die rasante Entwicklung der Fliegerei abzulesen ist. Vom Rosinenbomber bis zum Kampfjet ist alles vertreten. Aber an der Decke hängt eben nur ein einziges Ausstellungsstück: Helmut Wernickes Nachbau des Lilienthal’schen Flugapparats. „Das ist ein Ehrenplatz“, sagt der Bastler. „Der Segler schwebt über allem. Er stand am Anfang der Fliegerei, er war der Wegbereiter der Luftfahrt.“

Dass Wernickes Modell es ins Museum geschafft hat, ist alles andere als selbstverständlich. Schließlich werden in Gatow keine Hobbymodelle ausgestellt, sondern Fluggeräte, die den wissenschaftlichen Anforderungen einer Schau über die Fluggeschichte standhalten. Als Wernicke seinen Apparat in Gatow vorstellte, nahm eine ganze Armada von Luftfahrtspezialisten und Flughistorikern das Modell unter die Lupe. Jede Verstrebung, jedes Spannseil wurde untersucht. Am Ende fiel das Urteil der Experten eindeutig aus: „Das Wernicke-Modell soll einen würdigen Platz in der Gatower Dauerausstellung erhalten.“ Und so schwebt der Flugapparat Nr. 11 seit drei Monaten über allem.

Dieser prominente Platz lässt Wernicke vergessen, dass der Flieger eigentlich an einem ganz anderen Ort hätte ausgestellt werden sollen. Zur Eröffnung des neuen Großflughafens BBI in Berlin-Schönefeld sollte das Lilienthal-Modell im Sommer 2011 feierlich enthüllt werden. Sogar die entsprechende Messingplakette mit den Daten zum Apparat war schon fertig.

Nun, bekanntlich ist es zu der genannten Eröffnung nicht gekommen. Und niemand kann derzeit sagen, wann der Betrieb in Schönefeld startet. Helmut Wernicke ficht das alles nicht mehr an. „Nun ja, der neue Flughafen wäre gewiss ein schöner Ort gewesen, um den Flieger auszustellen“, sagt er. Aber der Platz im Museum gefalle ihm noch viel besser. Denn dort könne man sicher sein, dass die Besucher sich das Meisterwerk auch ansehen und nicht – wie in Schönefeld zu befürchten – achtlos an ihm vorbeihetzen.

Von Markus Kniebeler

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