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Rathenow Erstmals keine jungen Wölfe auf dem Übungsplatz Klietz
Lokales Havelland Rathenow Erstmals keine jungen Wölfe auf dem Übungsplatz Klietz
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19:00 24.09.2019
Einzelne Wölfe sind in diesem Jahr von den Wildkameras auf dem Truppenübungsplatz öfter fotografiert worden, Welpen gab es aber bislang keine. Quelle: Bundesforst
Klietz

Es gibt ein ortsfestes Wolfrudel in der Region, das lebt auf dem Truppenübungsplatz Klietz. Seit 2016 sind für das Elternpaar dort jedes Jahr mit Fotos von Wildkameras neue Junge nachgewiesen worden. Viele Anzeichen deuten darauf hin, dass es in diesem Jahr wahrscheinlich erstmals seit längerer Zeit keine Welpen gegeben hat.

Junge Wölfe kommen hierzulande meist in den Monaten April und Mai auf die Welt. Deshalb ist es üblich, dass ein neues Wolfsmonitoringjahr stets am 1. Mai beginnt. In den ersten Wochen halten sich die Jungen immer zusammen mit ihrer Mutter in der Höhle auf. Die neu geborenen Babys wachsen aber schnell heran und sind bereits ab Juli/August bei der Jagd ihres Rudels mit dabei.

Auf dieser Aufnahme einer Wildkamera sind vier Wölfe zu sehen, aber keine Welpen. Quelle: Bundesforst

Fotonachweise für möglicherweise 2019 neu geborene Welpen gibt es aber selbst jetzt im September immer noch nicht, sagt Benjamin Menn, der Wolfsbeauftragte des Bundesforstbetriebs für den Truppenübungsplatz Klietz. Die Aufnahmen der Wildkameras zeigten regelmäßig größere Wölfe, teilt er mit. Das könnten die Alttiere oder auch Junge vom Vorjahr sein. Neu geborene Welpen seien Fehlanzeige. Auch bei den bislang gefundenen Fußspuren der Tiere gebe es keine Anhaltspunkte.

Die größte Zahl von Tieren auf einem neueren Foto sind vier Wölfe gewesen. Ansonsten waren auf den Bildern der Wildkameras fast immer nur einzelne Wölfe zu sehen.

Kein untypisches Verhalten

„Das ist nichts Untypisches“, erklärt Benjamin Menn, „es kann zu einer Verlagerung der Aufzuchthöhle gekommen sein.“ Der sehr trockene Sommer habe auch zur Folge gehabt, dass manche Jagdgründe sich verlagert haben. Wölfe seien sehr mobil.

Dann berichtet er über eine Möglichkeit, die wohl am meisten wahrscheinlich ist. Als die Fähe (das Weibchen) des Alttierpaares 2016 das erste Mal Welpen auf die Welt brachte, muss sie mindestens zwei Jahre alt gewesen sein, erklärt der Wolfsbeauftragte. Demnach würde sie jetzt wenigstens fünf Jahre alt sein. In der freien Natur würden Wolfsweibchen aber maximal in einem Alter von sechs bis neun Jahren noch Junge bekommen.

Die Fähe fällt bald aus

Vielleicht schon jetzt, mit Sicherheit aber in wenigen Jahren, fällt die Klietzer Fähe also für die Vermehrung des Rudels aus. Auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow bei Ziesar etwa, der auch von Klietz verwaltet wird, hatte ein Wolfspaar mehrere Jahre stets Junge bekommen. Seit 2017 wird beobachtet, dass dieses Rudel sich auflöst.

Sollte der alte Rüde (das Männchen) noch vital sein, sagt Benjamin Menn, dann könnte es sein, dass er versucht, eine neue Partnerin zu finden. Man könne sicher sein, dass immer wieder auch Wölfe von woanders her über das Gelände des Truppenübungsplatzes ziehen. Die beiden Flüsse Elbe und Havel an den Rändern würden wie ein Trichter wirken.

Nachweise bis 2018

Denkbar sei aber auch, dass ein neues junges Paar auf den Übungsplatz kommt. Das könne man nicht wissen, es werde spannend sein, das jetzt weiter zu beobachten. Beim ersten Nachweis 2016 sind für das Klietzer Rudel acht Junge gezählt worden. 2017 wurden vier Welpen nachgewiesen. 2018 sind fünf, sehr wahrscheinlich sechs Junge auf die Welt gekommen.

Große Aufregung hatte im Dezember 2016 in Rathenow-West geherrscht, weil es an zwei Tagen über 30 Wolfssichtungen gab. Fachleute gehen davon aus, dass es mindestens zwei Tiere waren. Es ist wahrscheinlich, dass sie vom Übungsplatz Klietz stammten. Einzelne Wölfe waren fast zeitgleich an verschiedenen Orten gesehen worden.

Von Bernd Geske

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