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Rathenow Feldelerche im Westhavelland noch gut vertreten
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13:38 26.04.2019
Die Männchen der Feldlerche stellen manchmal ihre markante Federhaube auf. Quelle: Günter Hübner
Rathenow

 Wer ihren Gesang hört, bekommt sofort ein Gefühl von Frühlings- oder Sommerwiese. Die Gesänge der Feldelerche, die man heute auch digital abrufen kann, rufen diese Stimmung auch in geschlossenen Räumen aus dem Unterbewusstsein ab. Schon mal gehört – und nicht vergessen.

In unverwechselbarer Art singt die Feldlerche trillernd, zirpend und jubilierend ihre Melodien. Die richtige Umgebung vorausgesetzt, kann man sie vom frühen Morgen bis zum hereinbrechenden Abend hören. Allseits bekannt ist der behutsame Streit von Romeo und Julia, ob es wohl die Nachtigall war, die auch im Dunkeln singt, oder doch schon die Lerche, die den nahenden Tag verkündet.

90 Prozent weniger seit 1960

Die Bestände der Feldlerche sind in Deutschland seit vielen Jahren rückläufig. Der Dachverband der Avifaunisten gibt an, dass sich ihre Menge von 1990 bis 2015 um 38 Prozent vermindert hat. Seit 1960 soll es in der Republik 90 Prozent weniger Feldlerchen geben. Aus diesem Grund haben der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern die Feldlerche als „Vogel des Jahres 2019“ ausgewählt.

Die Begründung liegt auf der Hand: Die durch den Menschen veranlasste Umgestaltung der Landschaft hat zur Folge, dass die Brutgelegenheiten der Feldlerche immer weniger werden. Dazu später mehr.

Günter Hübner, Nabu-Fachgruppe Ornithologie im Westhavelland. Quelle: Bernd Geske

Die unschönen Fakten zur deutschlandweiten Entwicklung bestätigen auch Günter und Gudrun Hübner von der Fachgruppe Ornithologie des Nabu-Regionalverbandes. Es gebe im Westhavelland keine aktuellen Zählungen der Feldlerchen, berichten sie, was exakte Aussagen zu Brutpaaren schwierig mache. Ihre normale Wahrnehmung, wenn sie in der freien Natur des Westhavellandes unterwegs seien, zeige aber, dass es hier rapide Rückgänge nicht gegeben hat.

Die Feldlerche brütet auf flach bewachsenen Wiesen und brachliegenden Flächen. Sind die Bedingungen gut, legt sie bis zu dreimal Eier im Jahr. Wälder und andere höher bewachsene Bereiche sind ihre Sache nicht.

Der Vogel mit der Federhaube

Die Feldlerche hat eine Körperlänge von 16 bis 18 Zentimeter und ist auf dem Boden schwer zu erkennen.

Ihr Gefieder ist beige bis rötlich-braun und ihre Oberseite ist gut getarnt.

Der Vogel wirkt hochbeinig und hat einen relativ langen Schwanz.

Beide Geschlechter haben auf dem Kopf eine kleine Federhaube. Die Männchen stellen sie manchmal auf.

Typisch ist ihr auffälliger, rollender, trillernder, zirpender Gesang. Er klingt wie „prriit“ oder auch „prrli“.

Die Männchen singen während des Fluges. Sie steigen dabei auf eine Höhe von 50 bis 200 Meter. Ihr Gesang scheint dann direkt aus dem Himmel zu kommen.

Wenn eine Feldlerche am Boden singen, wo man sie so gut wie gar nicht sehen kann, dann ist es ein Weibchen. Ihre Lieder sind kürzer und leiser als die des Männchens.

Feldlerchen trällern von der Morgendämmerung bis zum Abend.

Wegen ihres frühen Starts in den Tag galten sie einst als natürliche Wecker.

Weil es weniger still liegende Flächen gibt, findet die Feldlerche immer weniger Brutmöglichkeiten. Auch im Westhavelland ist zu beobachten, dass weite Bereiche mit Wintergetreide, Mais und Raps bestellt werden. „In so eng und üppig bewachsene Gebiete geht kein Vogel hinein“, erklärt Günter Hübner. Hätten Feldlerchen früher ihre erste Brut im flachen Wintergetreide gemacht, die zweite im Sommergetreide und die dritte auf abgemähten Flächen, sei das heute nicht mehr möglich.

Die Jungen springen ihren Eltern aus dem Nest entgegen. Quelle: Günter Hübner

Es ist vor allen Dingen das Männchen der Feldlerche, das vom Frühjahrsbeginn bis zum Sommer mit seinem Gesang den Himmel über den Freiflächen des Westhavellandes erfüllt. Es singt, während es immer weiter in den Himmel empor steigt. Auf Höhen bis zu 200 Meter steigt es auf in die Luft und ist dann vom Boden aus kaum noch zu sehen. Sein Gesang scheint direkt aus dem Himmel zu kommen.

Bis zu fünf Minuten singt das Feldlerchenmännchen bei seinem Gesang in der Luft, während es über seinem Revier am Boden kreist. Sollte eine Feldlerche am Boden singen, dann wird es ein Weibchen sein. Sie singt aber erheblich kürzer und leiser als das Männchen.

Heidelerche singt in der Nacht

Günter Hübner weist darauf hin, dass es im Westhavelland auch Heidelerchen und Haubenlerchen gibt, die mit der Feldlerche nicht verwechselt werden sollten. Haubenlerchen seien sehr selten geworden, teilt er mit. Die Heidelerche singe auch nicht so trillernd und jubilierend wie die Feldlerche, sondern mehr rufend. Und das Besondere an ihr: Die Heidelerche singt auch in der Nacht –da fällt ihr Gesang mehr auf, weil sonst alles sehr ruhig ist.

Alle Singvögel sind Nesthocker, erklärt Günter Hübner. Die Feldlerche mache aber eine Ausnahme. Die Altvögel bewegen sich üblicherweise mit trippelnden Schritten über den Boden. Die Jungen seien bereits nach neun Tagen in der Lage, ihr Nest zu verlassen. Bringen ihnen die Altvögel Futter, erzählt Günter Hübner, dann hüpfen ihnen die Jungen mit aufgerissenen Schnäbeln entgegen. Das habe ihnen den Beinamen „Springlerche“ eingebracht.

Ein wichtiger Nahrungsbestandteil der Feldlerche sind Insekten. Quelle: Nabu

Ein wichtiger Bestandteil der Nahrung von Feldlerchen und ihren Jungen sind Insekten. Deshalb kommen Gudrun und Günter Hübner auch nicht umhin, auf das Insektensterben hinzuweisen. Vor wenigen Tagen hat die Volksinitiative Artenvielfalt, an der sich auch der Naturschutzbund beteiligt, im Land Brandenburg mit einer Unterschriftensammlung für den Erhalt der Artenvielfalt begonnen. Auch im Westhavelland werden Unterschriften gesammelt.

Die Volksinitiative fordert gesetzliche Grundlagen zur Förderung der Artenvielfalt in der Landwirtschaft und in Kommunen. So soll in Schutzgebieten künftig der Einsatz von Pestiziden verboten werden, um wichtige Lebensräume für gefährdete Pflanzen- und Tierarten zu erhalten. Das würde auch der Feldlerche helfen.

Von Bernd Geske

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