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Rathenow Gedenkstein sucht Eigentümer?
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22:17 01.06.2018
So wurde er frei gelegt – so liegt er jetzt noch da: der Gedenkstein aus der Ära der Zietenhusaren hinter dem Offizierscasino. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Für Freunde und Erforscher der Rathenower Heimatgeschichte war der 26. April ein Festtag. Bei Bodenarbeiten auf dem Grundstück hinter dem Offizierscasino legte Baggerfahrer Rainer Autmaring einen tonnenschweren Gedenkstein frei, der 1886 von Zietenhusaren am Wolzensee aufgestellt worden war – zur Erinnerung an ihren obersten Befehlshaber, den ein Jahr zuvor verstorbenen Generalfeldmarschall Prinz Friedrich Carl von Preußen.

Jetzt, gut einen Monat später, liegt der behutsam freigelegte Stein immer noch an der Fundstelle. Und es stellt sich die Frage, was mit dem tonnenschweren Monolithen geschehen soll? Josef Rampf, der Eigentümer des Grundstückes, hatte gleich nach dem Fund versprochen, einen Ort zu finden, an dem man den Stein der Öffentlichkeit präsentieren könne.

Herrenlose Denkmale gehören dem Land

Zuvor muss allerdings noch eine grundsätzliche Frage geklärt werden. Wem gehört der Brocken? Eine Mitarbeiterin des Landesamtes für Denkmalpflege klärt über die Gesetzeslage auf. Alle Bodenfunde seien erst einmal Eigentum des Landes Brandenburg, erklärt sie. Es sei denn, es könne zweifelsfrei ein Besitzer oder Vorbesitzer ausfindig gemacht werden.

Im Rathenower Fall dürft das schwierig sein. Die Zietenhusaren gibt es seit 1921 nicht mehr. Und wer sollte der rechtmäßige Nachfahre eines gesamten Reiterregiments sein.

Caterina Rönnert, Pressesprecherin des Landkreises, bestätigt die Aussage aus dem Landesamt für Denkmalpflege: „Herrenlose Denkmale oder solche, die so lange verborgen waren, dass ihr Eigentümer nicht mehr zu ermitteln ist, werden mit der Entdeckung Eigentum des Landes und sind dem Landesdenkmalamt zu übergeben“, sagt sie auf MAZ-Anfrage. Die Untere Denkmalbehörde des Kreises habe sich den Stein bereits angeschaut und dokumentiert.

Hat der Stein noch einen Denkmalwert?

In einem nächsten Schritt müsse nun geklärt werden, ob der Gedenkstein Denkmalwert habe. Eine dahingehende Anfrage sei bereits von der kreislichen Denkmalschutzbehörde an das Landesdenkmalamt gestellt worden. „Die Prüfung dort hält derzeit noch an“, so Rönnert.

Sollte sich herausstellen, dass der Stein keinen Denkmalwert hat, dann gilt übrigens das Fundrecht nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Das heißt im konkreten Fall, dass der Eigentümer des Grundstücks, der den Baggerfahrer angehalten hatte, nach dem Stein zu suchen, Besitzer des Steins ist.

So weit ist es allerdings noch nicht. Ein Kenner der Materie vermutet, dass das Land ganz froh wäre, wenn es die Zuständigkeit für den Fund abgeben könnte. „Die hätten einen ganz schönen Klotz am Bein“, sagt er. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Von Markus Kniebeler

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