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Rathenow Gewässer von oben – Bastlerpaar dreht Rathenow-Film
Lokales Havelland Rathenow Gewässer von oben – Bastlerpaar dreht Rathenow-Film
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09:17 28.09.2019
Blick auf das Mühlenwehr mit Wohnhaus, Leuchtturm, Schubleichter und Musikschulgebäude: Aufnahme aus dem Wernicke-Film. Quelle: Helmut Wernicke
Rathenow

Rathenow ist eine Stadt am Wasser. So richtig bewusst wird einem das aber erst, wenn man das Gebiet aus der Vogelperspektive betrachtet. Helmut Wernicke hat genau das getan. Der leidenschaftliche Modellbauer hat seine kamerabestückte Drohne auf Erkundungsflüge geschickt.

Modellbauer aus Leidenschaft

Helmut Wernicke, am 8. September 1938 geboren, ist gelernter Elektriker.

Sein Traum, Pilot zu werden, blieb unerfüllt. Zwei seiner Geschwister lebten in Westberlin – das war das entscheidende Ausschlusskriterium. Selbst ein Gesuch an Wilhelm Pieck nutzte nichts.

Als Ersatz widmete sich Wernicke dem Modellbau. Dabei konstruiert er alles selber – die Palette reicht vom Helikopter über das U-Boot bis zum Flugzeugträger. Außerdem hat Wernicke mehrere Modelle des Lilienthal-Gleiters originalgetreu nachgebaut.

Mit seiner Drohne filmt Wernicke das Havelland von oben. Seine Frau Edith schneidet das Material zusammen. Die Filme findet man auf dem Internet-Kanal youtube (Suchwort: Edith Wernicke)

Dabei sind faszinierende Aufnahmen entstanden, die dem Betrachter den Wasserreichtum der Region vor Augen führen. Edith Wernicke, die Frau des Modellbauers, hat die einzelnen Sequenzen am Computer zu einem 13-minütigen Film zusammengeschnitten. „Rathenow – die schönsten Stadtgewässer von oben“ lautet der Titel des Films, den man sich auf youtube ansehen kann.

Eingespieltes Team: Edith und Helmut Wernicke zeigen die Flugmodelle, mit denen die Luftaufnahmen gemacht wurden. Quelle: Markus Kniebeler

Wie oft die Wernickes unterwegs waren und aus wie vielen Stunden Filmmaterial der 13-Minuten-Streifen kondensiert wurde, kann Helmut Wernicke gar nicht genau beziffern.

Was er weiß, ist, dass sich die Filmarbeiten über Monate hingezogen haben. „Es muss eben alles stimmen“, sagt er. „Man muss wissen, wo die Sonne steht, wie die Windverhältnisse sind und ob mit Niederschlägen zu rechnen ist.“

Wenn die „Stimme der Vernunft“ erklingt

Mehr als einmal sind die Bastler aufgebrochen und unverrichteter Dinge wieder nach Hause zurückgekehrt. Meist ist es Edith, die ihren zum Draufgängertum neigenden Mann zur Vernunft bringt. Etwa dann, wenn der Wind allzu stark weht und das Flugmodell in Gefahr bringen könnte. Sobald die Ansage erklingt – „Helmut, heute wird nicht geflogen“ – dann folgt der Angesprochene der Anweisung. Der „Stimme der Vernunft“, wie er seine Ehefrau nennt, will er nicht widersprechen.

Eingespieltes Zweierteam

„Stimme der Vernunft“ ist übrigens nur eine von vielen Rolle, die Edith Wernicke im Zweierteam übernimmt. Während Helmut sich aufs Basteln und Fliegen konzentriert, ist seine Frau Ratgeberin, Schnittmeisterin, Regisseurin und Tontechnikerin in einem. Und wenn ihr Heißsporn sich im Eifer des Gefechts verletzt, übernimmt die gelernte Krankenschwesterin auch noch die Erstversorgung.

Die Drohne in Aktion. Quelle: privat

Im Film, um endlich aufs Wesentliche zu kommen, sind majestätische Aufnahmen zu sehen. Der Wolzensee, wie er im Sonnenlicht schimmert; der Stadtkanal mit Altem Hafen und der idyllschen Schleuse; der Karpfenteich und die Steganlage, deren von der Berliner Weltzeituhr inspirierte Form erst aus der Luft richtig erkennbar wird.

Manchmal schlägt der Spieltrieb durch

Und immer wieder schlägt der Spieltrieb Wernickes durch: auf dem Wolzensee schieben sich plötzlich drei (ferngesteuerte) Krokodile ins Bild; auf dem Hohennauener See lässt ein – natürlich selbstgebautes – Landungsschiff Wasserminen explodieren; und die schmucklose Drohne hat Wernicke nach seinem Gusto verkleidet. Mal fliegt sie als Raumstation ISS durch die Lüfte, mal ist sie als Raumschiff Orion unterwegs.

Der Karpfenteich im Optikpark: Erst aus der Luft erkennt man, das die Form des Steges Bezug nimmt auf der Weltzeituhr in Berlin. Quelle: Helmut Wernicke

So groß die Lust des Bastlers, der jedes seiner Modelle selber konstruiert, am Spiel auch ist – an die strengen Regeln, die einem Drohnenpiloten auferlegt sind, hält er sich akribisch.

Bescheinigungen für jeden Flug

Jeden Flug hat er vom Rathenower Ordnungsamt genehmigen lassen. Vom Deutschen Modellfliegerverband hat er sich die erforderliche „Bescheinigung zum Nachweis der Kenntnis zum Betrieb von Flugmodellen“ ausstellen lassen. Und auch die fällige Gebühr in Höhe von 5 Euro hat er pflichtgemäß beim Ordnungsamt entrichtet.

Vor kurzem, man glaubt es kaum, hat Helmut Wernicke seinen 80. Geburtstag gefeiert. Noch hat er keine konkreten Pläne für das neue Lebensjahrzehnt. Aber wer Wernicke kennt, der weiß, dass das nächste Flug-Projekt nicht lange auf sich warten lassen wird.

Von Markus Kniebeler

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