Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rathenow Girl Power: Ferienprojekt macht Mädchen stark
Lokales Havelland Rathenow Girl Power: Ferienprojekt macht Mädchen stark
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:24 09.07.2018
Kathrin Wittek (l.) und Maria Klausing wollen das Selbstbewusstsein von Mädchen stärken. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Die nächsten sechs Wochen sind zum Baden, Spielen, Faulenzen und Eis essen da –zumindest für alle Schüler. In den Sommerferien locken zudem die verschiedensten Angebote, die dem Nachwuchs die Langeweile vertreiben sollen – Feriencamps, Kinderstadt, Sommerleseclub, Grünes Klassenzimmer und einiges mehr.

Ein außergewöhnliches Ferienprogramm haben sich in nun Streetworkerin Kathrin Wittek und Schulsozialarbeiterin Maria Klausing einfallen lassen. Sie wollen Mädchen zu mehr Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen verhelfen.

„Unsere moderne Leistungsgesellschaft stellt schon an Kinder und Jugendliche hohe Anforderungen. Immer häufiger leidet die junge Generation unter Stress und Druck. Ausgelöst zum einen durch Anforderungen in der Schule. Aber auch das Bedürfnis, dazuzugehören, Teil einer Gruppe zu sein, wird nicht selten zur großen Belastung“, weiß die Streetworkerin.

Gerade Mädchen und jungen Frauen falle es oft schwer, in Konfliktsituationen persönliche Bedürfnisse deutlich zu machen und angemessen zu behaupten, ergänzt Maria Klausing. Zu ihrer täglichen Arbeit am Rathenower Jahngymnasium gehört es, immer wieder das Selbstwertgefühl von Mädchen zu stabilisieren und an der Konfliktfähigkeit der Schüler insgesamt zu arbeiten.

„Girl Power“ das Ferienprojekt für Mädchen

Das Ferienprojekt „Girl Power“ findet in der Woche vom 16. bis zum 20. Juli statt.

Teilnehmen können Mädchen der 7. Klassen der Rathenower Schulen.

Geplant sind verschiedene Aktivitäten, die größtenteils im Jugendhaus Oase in der Bergstraße stattfinden.

Am Freitag ist eine Abschlussfahrt nach Potsdam geplant.

Kathrin Wittek und Maria Klausing leiten die Projektwoche. Sie nehmen noch bis zum 13. Juli Anmeldungen entgegen.

Wer dabei sein will, meldet sich telefonisch unter 01520 6906761 oder 0152/22712647 an oder schreibt eine E-Mail an: streetwork@diakonie-hvl.de.

Nicht selten würden sich Mädchen „sprach- und machtlos“ fühlen, weil die Jungen eher fordernd und durchsetzungsfähig auftreten und die Klasse durch lautes Verhalten dominieren, so Klausing. Von ähnliche Problemen berichtet Kathrin Wittek, die seit 2009 als Streetworkerin in der havelländischen Kreisstadt unterwegs ist.

„Es gibt zwei verschiedene Gruppen von Mädchen. Die einen sind sehr extrovertiert, setzen sich nicht selten lautstark durch und wissen, ihre Bedürfnisse und Wünsche zu äußern und durchzusetzen. Aber es gibt auch sehr viele, die sich zurückziehen, die nicht den Mut haben, ihre Grenzen klar aufzuzeigen“, erklärt Kathrin Wittek.

Solche Defizite können zu ernsthaften Problemen führen, denn wer nicht klar formuliert, wo seine Grenzen sind, lässt sich schneller zu Dingen hinreißen, die er eigentlich gar nicht möchte. Ganz egal, ob es dabei um Drogen, Sex oder Gewalt geht. Die Folgen können bis hin zu Isolation und Depressionen reichen. „Nicht selten zieht sich dieses Muster dann wie ein roter Faden durch das ganze Leben“, weiß Kathrin Wittek, die viele solcher Schicksale kennt.

In einem Workshop lernen Mädchen, wie sie sich im Notfall mit einfachen Griffen wehren können. Quelle: Christin Schmidt

Prävention ist ein wichtiger Weg, dieses Problem anzugehen. Deshalb haben die beiden Sozialarbeiterinnen gemeinsam das Konzept für das Ferienprojekt „Girl Power“ erarbeitet. Es richtet sich an alle Siebtklässlerinnen, mit dem Ziel die Persönlichkeit der Teilnehmerinnen im Rahmen verschiedener Workshops und Aktivitäten zu stärken.

„Unser Angebot richtet sich an Mädchen zwischen 12 und 13 Jahren, die die 7. Klassen besuchen und Lust auf ein Ferienabenteuer speziell für Mädchen haben “, erklärt Maria Klausing.

Mit Hilfe von Rollenspielen, theaterpädagogischer Arbeit, angeleitetem Austausch sowie künstlerischer Arbeit und einem Selbstsicherheitstraining sollen die Mädchen lernen, ihre Bedürfnisse besser wahrzunehmen und zu kommunizieren.

„Wir werden uns auch mit weiblichen Rollenbildern beschäftigen, diese hinterfragen und den Schülerinnen zeigen, wie sie Konflikte besser aushalten und konstruktiv bewältigen können“, betont Klausing.

Unterstützt werden die beiden Frauen dabei unter anderem von Carsten Schulz, der das Jugendhaus „Oase“ leitet. Der erfahrene Kampfsportler Ali Hassan wird sich zudem einen Tag Zeit nehmen, um den Teilnehmerinnen zu zeigen, wie sie sich in Notsituationen verteidigen können. Zum Abschluss des Projekts ist noch ein gemeinsamer Ausflug in den Kletterpark nach Potsdam geplant.

„Unser Ziel ist es, dass die Mädchen in dieser Woche lernen, ihre eigene Meinung, Wünsche und Anliegen selbstbewusst zu äußern. Sie sollen sich ihrer eigenen Grenzen bewusst werden, diese formulieren und anderen gegenüber aufzeigen können“, betont Kathrin Wittek.

Von Christin Schmidt

Mitglieder des Imkervereins Rathenow und Schüler des Jahngymnasiums haben im Optikpark die Bienenzucht und Honigproduktion erklärt. Es war klar: Wegen der Trockenheit wird 2018 kein gutes Honigjahr.

08.07.2018

Mit Ronaldo und Messi sind schon zwei Teams mit Superstars bei der WM ausgeschieden. Von Superstars habe ich nie viel gehalten. Gut ist aber, dass man sie durch den Kakao ziehen darf. Wie Neymar.

07.07.2018

Der Wassertourismus boomt – auch im Westhavelland. Deshalb hat die Linke in der SVV den Antrag gestellt, die Verwaltung möge die Errichtung einer Slipanlage prüfen.

06.07.2018