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15:50 04.02.2019
Finanzminister Christian Görke mit Mitgliedern des Kinder- und Jugendparlaments Rathenow (Kijupa) auf dem Rathenower Rideplatz. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Oft genug müssen Politiker feststellen, dass die Menschen zwar eine Meinung zu fast allen politischen Dingen haben, dass es aber mit dem Wissen über politische Abläufe und Strukturen oft nicht so weit her ist.

Wie angenehm muss da der Besuch gewesen sein, den Brandenburgs Finanzminister Christian Görke am Montag absolvierte. Denn die Mitglieder des Rathenower Kinder- und Jugendparlamentes, mit denen Görke fast zwei Stunden lang angeregt debattierte, waren nicht nur an politischen Dingen interessiert. Sie präsentierten sich auch bestens informiert.

Anerkennung vom Finanzminister

Das hatte Görke allerdings schon vorher gewusst. „Das Rathenower Kinder- und Jugendparlament ist das zweitälteste im Land Brandenburg“, sagte er. „Und es ist eines der erfolgreichsten“. Er sei gekommen, um den jungen Leuten, die sich mit Lust und Leidenschaft in die lokale Politik einmischen, seine Anerkennung zu zollen. „Dass Jugendliche sich für das, was vor ihrer Haustür passiert, engagieren, ist nicht selbstverständlich“, sagte Görke. In Rathenow sei das vorbildlich.

Tatsächlich lieferten ihm die Jungparlamentarier dann auch etliche Beispiele dafür, dass ihre Vorschläge nicht nur gehört, sondern auch umgesetzt werden. Bei der Neuregelung des Öffentlichen Personennahverkehrs etwa sei das Angebot auf bestimmten Buslinien – etwa der nach Böhne – auch auf Drängen des Kijupa verbessert worden, berichtete Frederike Timme, Vorsitzende des Kinder- und Jugendparlamentes. Auch auf dem Feld der Jugend-Sozialarbeit habe man personelle Verbesserungen gefordert – und erreicht. Und nicht zuletzt würde es den Rideplatz am Körgraben wohl nicht geben, wenn nicht die Rathenower Jugend dieses Freizeitgelände immer und immer wieder gefordert hätte.

Engagement mit Wirkung

Mit dieser Auflistung war eigentlich auch Christian Görkes Frage schon beantwortet, wie man es denn schaffen könne, Jugendliche für lokale Politik zu interessieren und sie beispielsweise bei der anstehenden Kommunalwahl zur Stimmabgabe zu animieren.

„Die Jugendlichen müssen erfahren, dass es sich lohnt, sich einzumischen“, sagte Denise Jäkel, Presseverantwortliche des Kijupa. Es reiche nicht, die jungen Leute in ihrem eigenen Parlament Politik spielen zu lassen. Das, was dort ausdiskutiert und beschlossen werde, müsse auch Auswirkungen auf die Wirklichkeit haben – wie in Rathenow mehrfach geschehen.

Denise Jäkel erklärt dem Finanzminister, was auf dem Rideplatz noch alles passieren soll. Quelle: Markus Kniebeler

Bei allen Erfolgen, an denen das Rathenower Kijupa beteiligt war, gibt es noch jede Menge, für das es sich zu kämpfen lohnt. Die Bahnverbindung nach Berlin und Potsdam etwa. Gerade junge Leute bräuchten einen besseren Takt auf diesen Strecken, sagte Denise Jäkel. Denn erst wenn sie bequem und schnell zur Uni kämen, würde es beispielsweise für Studenten interessant, in Rathenow zu wohnen.

Lokalpolitik muss Schulstoff werden

Und noch etwas gaben die jungen Leute dem stellvertretenden Ministerpräsidenten mit auf den Weg nach Potsdam. Wenn man wolle, dass die Jugend sich für Kommunalpolitik interessiere, dann müsse man sie auch mit den Mechanismen vertraut machen. „Wir lernen in der Schule, was es mit Bundestag, Bundesrat und EU auf sich hat“, sagte Denise Jäkel. „Aber wie eine Stadtverordnetenversammlung funktioniert und wie Entscheidungen auf lokaler Ebene getroffen werden, das bringt uns niemand bei.“

In seiner Funktion als Finanzminister war Görke für diesen bildungspolitischen Appell möglicherweise der falsche Ansprechpartner. Als Mann, der seine ersten politischen Erfahrungen auf lokaler Ebene tat, hatte er für diese Klage aber ein offenes Ohr. Und versprach, das Thema mit den Kabinettskollegen zu besprechen.

Von Markus Kniebeler

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