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Rathenow Görke feiert die Kita-Beitragsfreiheit
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15:06 01.08.2018
Christian Görke (re.) und Hans-Jürgen Lemle am Mittwochvormittag bei der Tour über das Gelände der Kita Olga Benario. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Seit Mittwoch müssen Eltern im Land Brandenburg mit einem Kind im letzten Kita-Jahr keine Beiträge mehr bezahlen. Um die frohe Botschaft am Tag ihres Inkrafttretens noch einmal zu verkünden, hatte Brandenburgs Finanzminister Christian Görke am Vormittag die Kita Olga Benario in der Saarstraße besucht.

Nicht ohne Grund hatte Görke eine Kita in Rathenow für diesen Zweck ausgewählt. Denn ohne die von den beiden Rathenowerinnen Katja Poschmann und Anja Neumann gegründete Bürgerinitiative „Eltern für Rathenow“, die im Sommer 2015 in einer Online-Petition mehr als 13 000 Unterschriften für eine beitragsfreie Kita-Betreuung gesammelt hatte, wäre es so schnell wohl nicht zu einer politischen Entscheidung gekommen. Das gab Görke freimütig zu. Übrigens war Katja Poschmann am Mittwoch auch unterwegs. Mit Staatssekretär Martin Gorholt feierte sie in der Garlitzer Kita Wiesenhaus den Start in das beitragsfreie Kita-Jahr.

Marin Gorholt in der Kita Garlitz mit Katja Poschmann (li.), Kathrin Vogel und Stephanie Eckle. Quelle: privat

Vor gut zwei Monaten hatte der brandenburgische Landtag das Gesetz zum Einstieg in die beitragsfreien Kindertagesstätten verabschiedet. Die Eltern von rund 24 000 brandenburgischen Kindern im letzten Kita müssen nun keine Kita-Gebühren mehr bezahlen. In Rathenow kommen 168 Eltern in den Genuss der Beitragsfreiheit.

Christian Görke, der von Bürgermeister Ronald Seeger und dessen Stellvertreter Hans-Jürgen Lemle empfangen worden war, kündigte an, dass das beitragsfreie letzte Kita-Jahr nur der erste Schritt in eine komplett beitragsfreie Kinderbetreuung sein könne. „Wer a sagt, muss auch b sagen“, verkündete der Finanzminister. Sollte die jetzige Regierung auch nach der Landtagswahl 2019 in der Verantwortung bleiben, werde man in der kommenden Legislatur die Kita-Beiträge schrittweise abbauen.

Ziel: Verbesserung der Betreuungsqualität

Deutschland ist eines der reichsten Länder der Erde“, so Görke. „Da muss es Ziel sein, eine gebührenfreie Ausbildung von der Wiege bis zum Hochschulabschluss zu garantieren.“ Mit der Beitragsfreiheit werde man es aber im Kita-Bereich nicht bewenden lassen, so Görke weiter. Die Landesregierung bemühe sich gleichzeitig, die Betreuungsqualität in den Kitas zu optimieren. So habe man ebenfalls zum 1. August die Betreuungsquote in den Kitas verbessert.

Für 168 Rathenower Kinder entfallen die Beiträge

Rund 24 000 Kinder im Land Brandenburg werden seit dem 1. August beitragsfrei in den rund 1900 Kita-Einrichtungen oder von Tagespflegern betreut.

In den Genuss der Beitragsfreiheit kommen Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung.

Das Land Brandenburg lässt sich diese Beitragsfreiheit in diesem Jahr gut 18 Millionen Euro kosten. Im kommenden Jahr muss es 44 Millionen Euro dafür aufbringen.

In den 13 Rathenower Kitas befinden sich momentan 168 Kinder im letzten Kita-Jahr vor der Einschulung. Für sie entfallen die Beiträge.

In den sieben städtischen Kitas sind 116 Kinder von der Beitragsfreiheit betroffen, in den übrigen sechs Kitas in freier Trägerschaft entfallen die Beiträge für 52 Kinder.

Trotz so vieler Verkündungen verblieb noch genügend Zeit, den Anfang dieses Jahres eröffneten Krippenbereich der Kita Olga Benario zu besichtigen. Leiterin Sabine Schönefeldt führte den Minister durch die Räume. „2,5 Millionen Euro wurden in den Neubau investiert“, erklärte Hans-Jürgen Lemle derweil. Ein Großteil sei vom Land gefördert worden.

Angespannte Situation in Rathenow

Lemle verschwieg beim Rundgang nicht, dass trotz des Neubaus die Betreuungssituation für Kinder in Rathenow sehr angespannt sei. Momentan gebe es mehr als 100 Kinder mit Anspruch auf einen Kitaplatz, die noch nicht versorgt seien. Der enorme Zuwachs der Kinder mit Migrationshintergrund habe die Lage verschärft. Die Bitte Lemles, die strengen Kapazitätsgrenzen in den Kitas für eine gewisse Übergangszeit zu lockern, nahm Görke mit nach Potsdam. Er werde diese an das zuständige Bildungsministerin weiterleiten, versprach er.

Dann ging es weiter auf dem Kita-Rundgang. Görke war sichtlich beeindruckt von den hellen, modernen Räumlichkeiten. In einem der Horträume wurde den kleinen Bewohnern gerade das Mittagessen serviert. Als Görke mit seinem Tross plötzlich in der Tür stand, sah er sich neugierigen Blicken ausgesetzt. Doch schnell wandten sich die Kinder wieder dem Essen zu. Auch im Kleinkindalter werden die Prioritäten offenbar schon richtig gesetzt.

Von Markus Kniebeler

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