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Rathenow 30 Jahre nach dem Mauerfall erfüllt sich dieser „Ossi“ einen Traum
Lokales Havelland Rathenow 30 Jahre nach dem Mauerfall erfüllt sich dieser „Ossi“ einen Traum
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16:59 06.11.2019
Der gebürtige Premnitzer sagt, er ist der erste Ossi, der alle Länder der Welt bereist hat. Quelle: Gordon Welters
Premnitz

Die einen träumen als Kind von einer Schauspielkarriere, andere wollen als Arzt Leben retten. Sven Luca wollte schon immer Weltenbummler werden.

Allerdings war die Erfüllung dieses Traums Ende der 1970er Jahre in der DDR so unwahrscheinlich wie das Ende des Kalten Krieges. Dennoch gehört der gebürtige Havelländer heute zu den meistgereisten Menschen der Welt.

Aufgewachsen in Premnitz versperrt zunächst der eiserne Vorhang ihm den Weg in ferne Länder. Um dieses Hindernis zu überwinden, geht Sven Luca mit 16 Jahren zur Schifffahrt. „Das war die einzige Möglichkeit an einen Reisepass zu kommen“, erinnert er sich.

1989 steht ihm plötzlich die Welt offen

Mit der großen weiten Welt soll es aber vorerst nicht klappen. Ein Verwandter flüchtet in den Westen und das hat Konsequenzen für den jungen Mann mit Fernweh. Der bereits sichere Platz bei der Hochseeflotte wird ihm verwehrt.

Sven Luca muss sich damit zufrieden geben, als Matrose der Binnenschifffahrt im Sommer auf der Elbe Schrott und Kohle nach Polen und in den Wintermonaten Salz nach Tschechien zu bringen.

18 Jahre ist er, als die Mauer fällt und sein Kindheitstraum zum Greifen nah ist. Plötzlich steht ihm die Welt offen. Während seine Freunde es kaum erwarten können, sich ein „Westauto“ zu kaufen, hat Sven Luca nur einen Gedanken im Kopf: „Jetzt kann ich überall hin reisen.“ Und genau das macht er.

Sven Luca bei seinem Besuch in Belize, einem Staat an der Ostküste Mittelamerikas. Quelle: Privat

Seine erste Reise führt ihn mit zwei Freunden für drei Wochen nach Tunesien. In den nächsten Jahren füllt er, wann immer es die Zeit erlaubt, mehrere Reisepässe. 38 Länder hat Sven Luca bereist als er Anfang 2012 für vier Wochen im Krankenhaus liegt und viel über sein Leben nachdenkt.

Noch im Krankenbett fasst er einen Entschluss: Er will nicht länger nur ein Hobby-Weltenbummler sein, er will professionell reisen und alle Länder der Erde besuchen.

Ursprünglich hatte er sich vorgenommen „nur die 193 UN-Länder zu machen“. Weil eine Frau aus Frankfurt das im Alter von 45 Jahren als jüngste Deutsche geschafft hat, sucht sich Sven Luca ein anderes Superlativ: Er will der erste Ossi sein, der alle Länder bereist hat. Dazu gehören auch international nicht anerkannte oder politisch abhängige Gebiete.

Ein Moment, den Sven Luca nie vergessen wird: Auf den Weihnachtsinseln hat er sein Ziel erreicht. Quelle: Privat

Sieben Jahre nach seinem Entschluss und 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer hat er sich diesen Traum erfüllt. Mit dem Besuch der Weihnachtsinseln vor einigen Wochen hat der 48-Jährige seinen großen Traum wahr gemacht.

248 Länder hat der Mann aus der ostdeutschen Kleinstadt bereist, darunter alle 193 UN-Staaten sowie weitere 55 politisch abhängigen Gebiete mit eigener Flagge und eigenem Parlament wie Grönland, Spitzbergen, Französisch Guayana oder Martinique.

„Es ist ein unglaubliches Gefühl. Bisher haben das nur 28 Menschen weltweit geschafft“, betont der 48-Jährige.

Der einzige Ossi in der „Travelers Hall of Fame“

In der Weltrangliste „Big Traveller“ steht er aktuell auf Platz 53. Und er ist der erste und bisher einzige Ossi, der in der „Travelers Hall of Fame“ in Auckland, Neuseeland aufgenommen wurde. Um das zu erreichen bestand sein Leben in den letzten Jahren nur aus Arbeit und Reisen - abenteuerliche und gefährliche Situationen inklusive.

In Angola fing er sich eine schwere Malaria-Tropica ein. In Tokio verabreichte ihm jemand K.-o.-Tropfen, um ihn anschließend auszurauben. Und in Mogadishu in Somalia ging unweit seines Hotels eine Bombe hoch.

„Die ohrenbetäubende Detonation werde ich nie vergessen und auch nicht, dass 587 Menschen bei diesem Anschlag starben“, sagt Sven Luca. Davon abhalten weiter zu machen, kann ihn das alles nicht.

Sven Luca, der Vielreisende aus dem Havelland in Samoa, ein Land in Polynesien. Quelle: Privat

Im Gegenteil, er hat schon neue Ziele: Den Nord- und den Südpol sowie alle Hauptstädte will er besuchen. Sven Luca kostet die Freiheit, die ihm vor 30 Jahren geschenkt wurde, in vollen Zügen aus.

Zur Zeit ist der Havelländer beruflich in Saudi Arabien, wo er als Projektleiter den Bau einer großen Moschee begleitet.

Inwiefern ihn das Reisen verändert hat? „Ich sehe die Welt jetzt mit anderen Augen. Die Sorgen der Deutschen sind schlichtweg Peanuts im Vergleich zu den Problemen, mit denen die Menschen in der Dritten Welt konfrontiert sind. Trotzdem sind diese Menschen glücklicher. Das beeindruckt mich.“

Wer mehr über Sven Lucas Reisen erfahren möchte, besucht seine Internetseite www.svenlucaworld.com oder schaut sich auf Instagram seine Beiträge an.

Von Christin Schmidt

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