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Rathenow Hilfe für Hunde & Co.
Lokales Havelland Rathenow Hilfe für Hunde & Co.
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18:43 15.06.2013
Ein Hund läuft in Wust (Sachsen-Anhalt) über eine überflutete Straße. Quelle: dpa
Rathenow/Fischbeck

Gegen 2.30 Uhr in der Nacht zum Montag hat bei Jutta Schütze, der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Rathenow und Umgebung, das Telefon geklingelt. Am Bahnhof stehe eine Frau aus Fischbeck mit ihrem Auto, teilte die Polizei mit. Die sei gerade aus der Hochwasserregion gekommen und brauche Hilfe für ihre Tiere. Um 0.30 Uhr war bei Fischbeck der Elbdeich gebrochen. Wie Jutta Schütze wenig später von der Frau erfuhr, war diese kurz zuvor von Rettungskräften zum unverzüglichen Verlassen ihres Hauses aufgefordert worden. Haustiere, die nicht fortzubewegen seien, müssten zurückgelassen werden. Hastig hatte sie ihr Portemonnaie und das Mobiltelefon ins Fahrzeug geworfen, ihren Hund und die vier Katzen hineingestopft – dann musste sie fort. Nun saßen sie da im Pkw, die fünf Vierbeiner, total verstört.

Glücklicherweise war man beim Tierschutzverein Rathenow schon zu diesem Zeitpunkt auf die neue Situation eingestellt. Stunden zuvor war nämlich am Sonntag das 20-jährige Bestehen des Tierheims an der Bammer Landstraße mit einem Tag der offenen Tür gefeiert worden. Am Nachmittag machte dort die Runde, dass wegen Hochwassergefahr für das westliche Havelland der Katastrophenfall ausgerufen worden war. Alle Leute aus der Gemeinde Milower Land hatten sich sofort auf den Heimweg gemacht. Weil sie ähnliche Lagen schon mehrmals erlebt hatten, war den Tierschützern sofort klar, dass sie umgehend Hilfe für die betroffenen Tiere organisieren wollten. Weil das Rathenower Heim voll belegt ist, lautete der Plan, als Vermittler aufzutreten.

Wer würde welche Tiere aufnehmen und versorgen? Wer könnte welche Tiere abholen? Wer würde Futter, Geld oder andere Dinge spenden? Die Nachbarin einer Tierheim-Mitarbeiterin machte das Vorhaben sogleich über ein großes soziales Netzwerk im Internet bekannt. „Das hat eingeschlagen wie eine Bombe“, hat Jutta Schütze gestern dieser Zeitung erzählt. Über 100 Leute aus ganz Deutschland hätten sich bislang gemeldet. Aus dem Land Brandenburg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein kamen Hilfsangebote. Unterbringung wurde in Aussicht gestellt, oft auch die kostenlose Abholung der Tiere. Die vielen avisierten Futterspenden sollen im Tierheim gesammelt werden, um sie von dort aus an die richtigen Stellen zu verteilen. „Wir hatten eine riesige Resonanz“, ist Jutta Schütze begeistert, doch berichtet sie dann von einem ebenso riesigen Problem: Die vom Hochwasser betroffenen Leute erfahren offenkundig nichts von der Aktion, bislang ist nicht ein einziger Hilferuf eingegangen. Auch beim Krisenstab des Landes Sachsen-Anhalt hatte Jutta Schütze angerufen. Als sie sich dann an den MDR wandte mit der Bitte, die Hilfsaktion über den Rundfunk bekanntzumachen, hat sie dort erfahren, dass die Krisenstäbe in Sachsen-Anhalt sich mit Tieren in Not nicht abgeben.

Durch die Aktion des Rathenower Tierschutzvereins könnten bislang sofort Hunde und Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen, Schlangen, Vögel und Schildkröten, sogar Pferde, Schafe und Geflügel ins Trockene gebracht werden. Und natürlich soll das für die Tierhalter nichts kosten. „Wir wollen uns nicht an der Notlage dieser Menschen bereichern“, hat Jutta Schütze gesagt. Sie und all ihre Helfer hätten nur den dringenden Wunsch, dass die Betroffenen endlich von der Hilfsaktion erfahren.

Von Bernd Geske

KONTAKT
Wer mithelfen oder spenden will, kann sich an eine dieser drei Telefonnummern wenden:
Tierheim Rathenow , Tel. 0 33 85/51 04 94

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