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Rathenow Holzdiebstahl und Körperverletzung
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15:24 07.01.2020
Verhandelt wurde vor dem Amtsgericht Rathenow. Quelle: Bernd Geske
Rathenow/Kotzen

Was sich tatsächlich unmittelbar in der Nähe der Straße zwischen Rhinsmühlen und Nennhausen abgespielt hat, wird das Geheimnis der beiden Personen bleiben, die an jedem Dezembertag im Jahr 2018 hier dabei waren. Vor dem Amtsgericht Rathenow ging es am Dienstag um mehrere Anklagepunkte: unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Holzdiebstahl und schwere Körperverletzung.

Vom Wagen gestreift

Der Angeklagte habe sein Auto auf einem Waldgrundstück mit Holz beladen, das ihm nicht gehörte, so die Staatsanwältin. Als sich der Waldbesitzer dem Ort des Geschehens näherte, sei der Angeklagte in sein Auto gesprungen und losgefahren. Dabei sei der Waldbesitzer von dem Wagen gestreift worden.

Für den Finanzberater aus Werder/Havel, der von Friesack nach Nennhausen dienstlich unterwegs war, ist das nicht nachvollziehbar. Er räumte ein, gegen Nachmittag auf der Straße nach Nennhausen gefahren zu sein. „Mein Navi hat mich so gelenkt, ich selber kenne die Straßen in der Region ja gar nicht so.“

Im Schutz der Bäume

Er sei dann von der Straße in einen Feldweg eingebogen, um sich in einem Waldstück „zu erleichtern“. Damit er nicht von der Straße gesehen werde, habe er sich in den Schutz der Bäume verzogen. Am Auto zurück, habe er die geöffnete Kofferraumklappe des Kombis geschlossen, er habe eine Papierrolle holen wollen.

Da habe er, der Angeklagte einen „schwarz vermummt gekleideten Mann“ gesehen. Das habe ihm Angst gemacht, er sei in seinen Wagen gesprungen und losgefahren. Dass er dabei den andere Person gestreift habe, sei ihm nicht aufgefallen. Vielmehr sei er nach Nennhausen zu seinem Kunden gefahren. „Holz habe ich überhaupt nicht angefasst.“

Andere Version

Diese Geschichte hatte der Waldbesitzer ganz anders in Erinnerung. Er habe gesehen, wie der Mann Holz in sein Auto geladen habe und er habe Holz in dem Kofferraum gesehen. „Das sind geschnittene Holzstücke, die ich hole, wenn sie benötigt werden.“

Der Waldbesitzer erklärte, er habe den anderen angesprochen, was er da mache. Der Angeklagte habe daraufhin gesagt – so der Waldbesitzer – man könne doch über einen Preis für das Holz reden. Weil der Waldbesitzer das nicht wollte und mit der Polizei drohte, sei der Angeklagte ins Auto gesprungen und habe ihn bei der Abfahrt mit dem Auto gestreift.

Wortgeplänkel am Rande

Der Angeklagte betonte, er habe zuhause gar keine Holzheizung, er habe keine Verwendung für das Holz. Dennoch kam es am Rande der Verhandlung zu einem Wortgefecht zwischen dem Waldbesitzer und dem Angeklagten. Während Rechtsanwalt, Staatsanwältin und Richterberieten, wie man die Situation juristisch sauber lösen könnte zischte der Waldbesitzer vor dem Verhandlungssaal den Angeklagten an: „Wenigstens könntest Du die Wahrheit sagen!“

Nach der Pause hatten Richter Robert Ligier mit den Parteien einen Weg gefunden. Tatsächlich unbestritten dürfte das Entfernen vom Unfallort sein. Ob der Angeklagte tatsächlich Holz geladen hatte oder nicht, war in der Verhandlung nicht zu klären. „Was im Wald passiert ist, wissen letztendlich nur sie beide“, so Richter Ligier.

Geringe Schuld

Gemäß Paragraf 153 a Strafprozessordnung kann ein Hauptverfahren eingestellt werden, wenn der Angeklagte eine Auflage erfüllt und damit das öffentliche Interesse an der Verurteilung abgegolten ist – die Schuld darf nicht zu schwer wiegen. 300 Euro wird der Angeklagte an die Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg überweisen. Das war der Wunsch des Waldbesitzers, der diesen Betrag auch als Entschädigung hätte annehmen können.

Nachdem Robert Ligier den Einstellungsbeschluss verlesen hatte, endete eine Verhandlung, die der Jurist im Laufe des Verfahrens selbst als „kurios“ bezeichnet hatte.

Von Joachim Wilisch

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