Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rathenow Jederitzer Brücke in kritischem Zustand
Lokales Havelland Rathenow Jederitzer Brücke in kritischem Zustand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:54 25.10.2019
Um schwere Fahrzeuge an der Überfahrt zu hindern, wurden 2008 unter großem Bürgerprotest massive Betonpoller an den Brückenauffahrten installiert. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Dass der bauliche Zustand der Jederitzer Brücke zu wünschen übrig lässt, ist kein Geheimnis. Schon vor mehr als zehn Jahren ließ die Stadt massive Poller aufstellen, um zu verhindern, dass Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 2,5 Tonnen die Brücke befahren.

Der Ingenieur Roger Rüdiger, der im Auftrag der Stadt die gesetzlich vorgeschriebenen Brückenprüfungen vornimmt, hatte wegen Mängeln an der Stahlkonstruktion dringend zu der Tonnagebegrenzung geraten.

Situation hat sich zugespitzt

Die Situation hat sich seit dem damaligen Befund alles andere als verbessert. Zwar werden regelmäßig Ausbesserungsarbeiten an dem denkmalgeschützten Bauwerk vorgenommen, aber die grundsätzlichen Mängel sind dadurch nicht zu beheben.

Brückenprüfer Roger Rüdiger. Quelle: Markus Kniebeler

„Es ist mittlerweile ein kritischer Zustand erreicht“, sagt Rüdiger im MAZ-Gespräch. Je länger der motorisierte Verkehr die Brücke befahre, desto schneller werde sich die Lebensdauer derselben verkürzen.

Problematischer Rost

Aufzuhalten wäre dieser Prozess nach Meinung des Experten nur durch eine umfangreiche Sanierung des Bauwerks. Vor allem müsste dabei die Hauptursache des Problems beseitigt werden: Bei der Brücke handelt es sich Rüdiger zufolge um eine stählerne Wanne mir einem Holzpflasterbelag. Durch diesen Belag dringe permanent Feuchtigkeit in die Wanne. Die dadurch entstandenen Korrosionsschäden seien irgendwann so gravierend geworden, dass schwere Fahrzeuge an der Überfahrt gehindert werden mussten.

Einwände des Denkmalschutzes

Nun könnte man meinen, dass das Problem schnell zu beheben wäre, wenn man das Holzpflaster durch einen wasserdichten Belag ersetzen würde. Das allerdings erlaubt der Denkmalschutz nicht. Der hatte bei der Erneuerung der Brücke im Jahr 1990 verfügt, dass Holzpflaster zu verwenden sei – als Reminiszenz an die hölzernen Bohlen, auf denen in früheren Zeiten der Verkehr über das historische Bauwerk rollte.

Die stählerne Wanne der Überfahrt rostet. Das mindert die Stabilität. Quelle: Markus Kniebeler

Was also tun? „Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir das Problem nicht länger ignorieren können“, sagt Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus. Allerdings werde eine Lösung, egal, welche Variante man anstrebe, kompliziert und kostspielig. Denn mit einfachen Mitteln werde sich die Stabilität des Bauwerks nicht herstellen lassen.

Sanierung oder Neubau?

Betrachtet man die Sache nüchtern, stehen nur zwei Optionen zur Wahl: Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerks oder Abriss der Brücke und Ersatzneubau. Die letztgenannte Variante wäre aber nur mit Zustimmung des Denkmalschutzes möglich.

Mehrfach hat Remus im Bauausschuss erklärt, dass in jedem Falle Millionen investiert werden müssen. Geld, das die Stadt momentan nicht hat. Wie hoch die Kosten genau sind und ob eine der genannten Varianten gefördert werden könnte, muss erst noch geprüft werden.

Ingenieur kommt in den Bauausschuss

Damit sich die Stadtverordneten ein Bild vom Zustand der Brücke machen können, wird Roger Rüdiger im Bauausschuss am 3. Dezember Rede und Antwort stehen. Danach soll über Lösungswege verhandelt werden.

Eines ist aber jetzt schon klar. „Je früher die Brücke für den motorisierten Verkehr gesperrt wird, desto besser“, sagt der Ingenieur. Wenn man nur noch Fußgänger und Radler über die Brücke lasse, werde das die Lebensdauer merklich verlängern. Auch diese Option wird zu diskutieren sein.

Von Markus Kniebeler

Unter dem Titel „Geteilte Augenblicke“ stellt der Fotokünstler Daniel Wandke aus Brandenburg/Havel im Offenen Atelier in Rathenow eine Auswahl seiner Werke aus. Zu sehen sind Porträts sehr unterschiedlicher Frauen.

25.10.2019

Ein volltrunkener Mann hat am Donnerstagabend in Rathenow versucht, den Lebensgefährten seiner Ex-Freundin mit einem Beil zu attackieren.

25.10.2019

Vor dem Jahngymnasium ist Freitagmittag ein Denkmal mit dem Schriftzug „Respekt“ enthüllt worden. Alle Schülerinnen und Schüler hatten darüber abgestimmt, welcher von 20 Werten ihnen am wichtigsten ist.

25.10.2019