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Rathenow Jüdischer Friedhof nach Sanierung eingeweiht
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14:32 27.10.2019
Am Sonntagmittag wurde der jüdischen Friedhof in der Neufriedrichsdorfer Straße nach Sanierung eingeweiht. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Der jüdische Friedhof in der Neufriedrichsdorfer Straße ist am Sonntagmittag nach umfangreichen Sanierungsarbeiten feierlich eingeweiht worden. Zu dem kleinen Festakt konnte Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger Chaim und David Kornblum begrüßen.

Die beiden Männer sind Nachfahren der aus Rathenow stammenden Familie Kornblum. Ihr verstorbener Vater Egon bemühte sich nach der Wende intensiv um den Austausch und brachte vor allem Schülern seine Geschichte und die seiner jüdischen Mitbürger nahe.

Ehrengäste aus dem Ruhrgebiet

Chaim und David Kornblum waren aus dem Ruhrgebiet angereist, um an der Einweihung teilzunehmen. „Ich danke allen, die sich für die Instandsetzung des Friedhofs eingesetzt haben, sagte David Kornblum. Danach sprach sein Bruder ein traditionelles Totengebet.

Chaim und David Kornblum mit Bürgermeister Ronald Seeger und Ehrenbürger Günter Thonke (v.re.). Quelle: Markus Kniebeler

Ronald Seeger ließ in einer kurzen Ansprache die Geschichte des Friedhofs Revue passieren. Er erinnerte daran, dass es seit Anfang des 18. Jahrhunderts einen jüdischen Friedhof in Rathenow gegeben habe – in der Nähe der heutigen Wilhelm Külz Straße, in der auch die Synagoge stand. Dieser Friedhof sei 1904 auf Anordnung der Stadt aufgelöst worden.

Schändung während der Nazi-Zeit

Die ersten Beisetzungen auf dem neuen Friedhof in Neu-friedrichsdorf fanden um 1916 statt. Die letzte im Dezember 1941. Dabei handelte es sich um die Bestattung des Arztes Salomon Markus aus dem Hachschara-Lager Steckelsdorf, der sich das Leben genommen hatte, um der Deportation zu entgehen. Wenig später schändeten junge Nazis die Gräberstätte, warfen Grabsteine um und demolierten die Anlage.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geriet der Friedhof in Vergessenheit, zeitweise wurde das Grundstück als Müllhalde missbraucht. Erst in den 1970er Jahren fanden erste Aufräum- und Restaurierungsarbeiten statt, bei denen noch dreizehn komplette Grabsteine aufgefunden wurden.

Tor, Mauerwerk und der Weg wurden überarbeitet. Quelle: Markus Kniebeler

Egon Kornblum war es, auf dessen Initiative die Grabsteine 1993 restauriert und wieder aufgestellt wurden. Vier Jahre später, am 24. August 1997, wurde ein Stein mit Davidstern und der darunter befindlichen Aufschrift „Den Rathenower Holocaustopfern jüdischen Glaubens zum Gedenken“ aufgestellt.

Im Jahr 2017 bewarb sich die Stadt beim Land um Fördermittel zur Restaurierung des Friedhofs. Knapp 60 000 Euro wurden bewilligt. 10 000 Euro gab die Stadt hinzu. Von dem Geld wurden das brüchige Mauerwerk saniert, der Gehweg hergerichtet und das schmiedeeiserne Eingangstor überarbeitet.

Von Markus Kniebeler

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