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Rathenow Kalligrafie steht hoch im Kurs
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17:29 26.11.2019
Britta Mau kommt mit ihren Kalligrafie-Kursen sehr gut an. Im Frühjahr will sie einen Aufbaukurs und einen Kurs für Jugendliche geben. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Es ist immer ein bisschen spannend, wenn die Volkshochschule ein neues Kursangebot macht. Keiner kann vorher wissen, in welchem Umfang sich die Leute für das Neue interessieren. Bei Britta Mau aus Rathenow, die im September und im November erstmals Kalligrafie-Kurse gegeben hat, war die Nachfrage aus dem Stand beachtlich. Beide Kurse waren ausgebucht und es ist schon Interesse bekundet worden, an den nächsten Kursen teilzunehmen, die im Frühjahrssemester folgen.

„Eine handgeschriebene Karte ist immer etwas Besonderes, jeder freut sich darüber“, stellt die Kursleiterin fest. Aus dem Ärmel kann sie über die große Bedeutung referieren, die das Schreiben der Schreibschrift für den Menschen hat. Sie lehrt die Kalligrafie aber nicht als hohe Kunst, wie sie in einigen Ländern Asiens zelebriert wird, sie holt ihre Teilnehmer da ab, wo sie handschriftlich zu Hause sind.

So schön kann Handschrift sein. Ein Weihnachtsgruß von Britta Mau. Quelle: Bernd Geske

Zuerst gehe es darum, die eigene Schrift ganz einfach und in Ruhe etwas schöner als bisher aufs Papier zu bringen, erklärt Britta Mau. Die erste tragende Rolle spielt für sie dabei das Schreibgerät: Weg vom Kugelschreiber und her mit der Spitzfeder und Tinte. Ihre Anfänger sollen zunächst spüren, wie die Feder sich beim Schreiben biegt und wie sie schwingt.

Ein Aquarellbild mit Schrift kombiniert. Quelle: Bernd Geske

Mit einfachen schrägen Strichen geht es los. Später kommen Bögen und Schleifen dazu. Je nachdem, wie stark aufgedrückt wird, werden die Federstriche zart oder stark. Erst einmal geht es darum, dass das Geschriebene schöner aussieht als vorher. „Meine Teilnehmer sollen zunächst ein Gefühl für die Feder bekommen“, sagt Britta Mau. Mit fortschreitender Zeit werde dann versucht, mit mehr Schwung und Lockerheit zu schreiben. Weil das eine sehr individuelle Angelegenheit ist, sind ihre Kurse auf nur acht Teilnehmer begrenzt.

Üben und ausprobieren. Das ist das Geheimnis. Quelle: Bernd Geske

Als großes Ziel ist ausgegeben, die verschiedensten Vorlagen mit einer selbst gewählten Schrift verschönern zu können. Das können Glückwunsch- oder Weihnachtskarten sein, tiefgründige Sinnsprüche oder Zitate für die Wand. Dem Einfallsreichtum kann freier Lauf gelassen werden, was alles sich mit Schönschrift verzieren lässt. Einige Kursteilnehmerinnen haben extra gemalte Aquarellbilder mit Sprüchen kombiniert.

Britta Mau hatte schon als Schulkind im Kunstunterricht ihre Liebe zum feinen Federschreiben entdeckt. Als sie den Beruf der Werbegestalterin erlernte, waren natürlich auch Schriften mit dabei. Bei einer Weiterbildung hat sie später auch noch etwas über Typografie gelernt. Beruflich ist sie selbstständig tätig,sie arbeitet im Bereich Kalligrafie und Werbegestaltung.

Ines Kias, Fachbereichsleiterin Volkshochschule. Quelle: Bernd Geske

Durch einen Zufall ist Ines Kias, Fachbereichsleiterin der Volkshochschule, zu ihrer neuen Dozentin gekommen. In der Vorweihnachtszeit 2018 hatte sie in einem Geschäft gesehen, dass dort hübsch per Hand beschriftete Karten mit angeboten wurden. Ihre Anfrage bei Britta Mau, ob sie wohl Volkshochschulkurse geben würde, stieß auf große Gegenliebe – und am Montagabend ging nun schon der zweite Kurs mit einem freudbetonten Abschluss zu Ende.

„Ich finde es toll, dass wir jetzt so ein Angebot haben“, fasst Ines Kias ihre Eindrücke zusammen. Als sie bei Teilnehmern angefragt habe, ob sie vielleicht Interesse an weiteren Kursen hätten, habe sie ausschließlich positives Feedback bekommen. So soll es im Frühjahr 2020 einen Aufbaukurs geben, der allerdings schon ausgebucht ist. Außerdem soll die junge Generation einbezogen werden durch einen Kurs für Jugendliche von 14 bis 16 Jahren. Um sich auf diesen Altersbereich einzustellen, will Britta Mau hier aber nicht mit der Feder arbeiten, sondern unterschiedlichste Stifte und Füllhalter verwenden.

„Ich glaube, dass jeder Mensch gerne schreibt“, teilt die Kursleiterin mit. Schritt für Schritt wolle sie die Teilnehmer dazu bringen, das Spektrum ihrer Fähigkeiten immer mehr zu erweitern. Erst einmal könnten beispielsweise die Großbuchstaben etwas umfangreicher ausgeführt werden. Dafür sei es wichtig, sich etwas länger mit der Schreibfeder zu beschäftigen. Förderlich sei es dabei natürlich, wenn auch zu Hause ein bisschen Zeit fürs Üben ist.

Fontane – mit Aquarell unterlegt. Quelle: Bernd Geske

Man könne versuchen, dann mit der Schrift zu spielen. Die Buchstaben vielleicht länger ausklingen lassen, die Schwünge und Bögen verstärken oder auch Schnörkel hinzufügen. Es könne eine wahrhaft meditative Angelegenheit werden, tief in die Kalligrafie einzutauchen. Und der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt.

Von Bernd Geske

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