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Rathenow Kein ärztlicher Bereitschaftsdienst in Rathenow
Lokales Havelland Rathenow

Kein ärztlicher Bereitschaftsdienst in Rathenow

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18:19 29.10.2020
Im Westhavelland gibt es ab November keinen ärztlichen Bereitschaftsdienst mehr in der Nähe. Quelle: contrastwerkstatt - stock.adobe.
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Rathenow

Wenn Patienten ab November im Westhavelland einen Bereitschaftsarzt benötige, dann werden sie nicht in unmittelbarer Umgebung einen Anlaufpunkt haben.

Wie Christian Görke, Landtagsabgeordneter der Partei Die Linke aus Rathenow mitteilte, plant die Kassenärztliche Vereinigung tief greifende Änderungen.

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Während bisher jeweils vier Ärzte in den verschiedenen Regionen des Havellandes in den Abend- und Nachtstunden sowie an Sonn- und Feiertagen in Bereitschaft sind, um Patienten zu versorgen, die nicht lebensbedrohlich verletzt oder erkrankt sind, wird künftig nur ein Arzt in der Region als Diensthabender Hausbesuche vornehmen. Das kann es passieren, dass ein Patient aus Rathenow mit einem Bereitschaftsarzt in Falkensee oder Nauen konfrontiert wird.

Alternativ können die Patienten aus dem Havelland die Bereitschaftspraxen in der Havelland Klinik Nauen beziehungsweise im Städtischen Klinikum Brandenburg an der Havel aufsuchen. Für das Westhavelland ist seitens der Kassenärztlichen Vereinigung derzeit keine Bereitschaftsdienstpraxis vorgesehen.

Wie Christian Görke in einem Gespräch mit dem Geschäftsführer der Havelland Kliniken, Jörg Grigoleit, erfuhr, wären die Havelland Kliniken bereit, auch am Klinikstandort Rathenow eine Bereitschaftspraxis einzurichten. „Eine Klinik ist als gemeinsamer Anlaufpunkt für ambulante und stationäre Notfälle bestens geeignet ist“, so Grigoleit.

Görke kann die Vorgaben im ärztlichen Bereitschaftsdienst nicht nachvollziehen: „Aus meiner Sicht stellt die jetzt von der Kassenärztlichen Vereinigung vorgeschlagene Lösung insbesondere für die Menschen im Westhavelland eine deutliche Verschlechterung dar. Sie müssen längere Wege und längere Wartezeiten in Kauf nehmen.“ Er wolle sich in der Angelegenheit daher an die Kassenärztliche Vereinigung wenden. Mit dem 1. November aber gelten erst einmal die neuen Bereitschaftsdienste.

Von MAZ