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Rathenow Mehr als Nostalgie mit Karussell
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13:15 10.04.2018
Konzert mit Karussell in Rathenow. Quelle: Uwe Hoffmann
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Rathenow

Karussell war mit Karat und den Puhdys eine der erfolgreichsten Gruppe in der DDR. Und die Gruppe ist noch immer beliebt. Am Samstagabend gab die Band im Blauen Saal des Kulturzentrums ein Club-Konzert. Der Saal war ausverkauft, die Stimmung bestens.

Die Gruppe Karussell trat im Rathenower Kulturzentrum auf und spoielkte in einem ausverkauften Saal. Die Besucher hörten alte und neue Lieder der Band, die mit den Puhdys und Karat zu den erfolgreichsten der DDR gehörte.

Viele Gäste kamen auch von außerhalb. So auch Ute Ronz aus Arneburg und Ute Lim mit ihrem Sohn Jonas. „Ich bin seit 1987 im Fanclub ‚Zentraler Karussell-Fanclub Riesengroße Herzen’ Berlin. Mittlerweile sind die Band und viele enge Fans eine kleine Familie und wir kennen uns auch privat“, erzählt Ute Lim. Inzwischen ist der Fanclub „Autostop“ in Leipzig, Karussells Heimat, der Fanclub der Band und auch der der beiden Freundinnen. „Ich höre Karussell seit 2009 aktiv“, ergänzt Ute Lims fast 18-jähriger Sohn Jonas.

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Gespielt wurden neue und alte Hits. Quelle: Uwe Hoffmann

Viele Gäste, die Karussell noch aus DDR-Zeiten kennen, freuten sich vor allem auf eine der bekanntesten DDR-Balladen, „Als ich fortging“. Gründungsmitglied Wolf-Rüdiger Raschke spielte das Song-Intro, als die Band auf die Bühne kam. „Es ist toll, wenn man als Band Klassiker hat“, so Sänger Joe Raschke nach „Entweder oder“ und „Mc Donald“ vom ersten Album.

Neu und kraftvoll

Aber auch mit den modernen kraftvollen Songs „Oben sein“ und „Rettet unsere Nacht“ aus dem Jahr 2011 überzeugte die Band überzeugen. Mit „Sag deinen Namen“ und „Geben oder Nehmen“ folgten zwei Songs des noch nicht veröffentlichten neuen Albums. Natürlich spielte Karussell auch Hits wie den poetischen Titel „Wie ein Fischlein unterm Eis“ und den Hit „Autostop“ sowie Rhythm & Blues-betonte Songs aus den Anfangsjahren wie „Mein Bruder Blues“, bei dem Joe zur Bluesharp griff.

„Hier und jetzt heißt es Karussell hautnah“, holte Sänger Joe die Gäste von ihren Sitzplätzen vor die Bühne. So kam auch bei den Schlagzeug-, Bass- und Gitarren-Soli Rockkonzert-Stimmung auf. Nach über einer Stunde wurde es dann noch einmal besinnlich. Im dunklen Saal leuchteten die Neonstäbchen der Gäste zu „Als ich fortging“. Gemeinsam mit Sänger Joe Raschke sang das Publikum die Strophen mit seinem „Na, na, na“-Gesang.

Karussell – in grünes Licht getaucht. Quelle: Uwe Hoffmann

Natürlich gab es noch zwei Zugaben: den poetischen Song „Gelber Mond“ und den Titel „Stern der Liebe“ . Das Konzert war für die Fans aus DDR-Zeiten ein tolles Wiedersehen und die Band hat gezeigt, dass sie weit mehr als eine „DDR-Nostalgie-Band“ ist. Nach 90 Minuten gaben die Musiker noch Autogramme und kamen mit den Fans ins Gespräch.

Die Geschichte der Gruppe

Karussell wurde bereits 1976, aus den Mitgliedern der Leipziger Amateurband „Fusion“ und den Mitgliedern Jochen Hohl und Peter Gläser der zuvor verbotenen Band Renft gegründet. Im Laufe der Jahre gab es mehrere Umbesetzungen, auch unter den Sängern. Einige verließen nicht nur die Band, sondern auch die DDR, so dass Karussell 1985 kurz vor der Auflösung stand. Nach der ersten Auflösung 1991 kam es 1994 zu einer Neugründung.

Aufgelöst und neu gegründet

Nach dem neuen Album „Sonnenfeuer“ löste sich die Band im gleichen Jahr aber bereits wieder auf. 2007 initiierte Sänger und Band-Mitgründer Reinhard Huth ein erneutes Comeback. Keyboarder und Band-Mitgründer Wolf-Rüdiger Raschke und Jan Kirsten, seit Ende der 1980er Bassist, machten mit. Neu dazu kamen Raschkes Sohn Joe als Keyboarder und Sänger, Gitarrist Hans Graf sowie seit 2008 Benno Jähnert als Schlagzeuger. 2011 erschien, nach 17 Jahren, ihr neues Album „loslassen“.

Von Uwe Hoffmann

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