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Rathenow Krippenausstellung in der Kirche
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15:22 26.11.2018
Heinz-Walter Knackmuß, Vorsitzender des Förderkreises der Kirche, mit einer Perlmutt-Krippe aus Bethlehem.
Heinz-Walter Knackmuß, Vorsitzender des Förderkreises der Kirche, mit einer Perlmutt-Krippe aus Bethlehem. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

 Kurz vor dem 1. Advent wird in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche traditionell die diesjährige Krippenausstellung eröffnet. Heinz-Walter Knackmuß, Vorsitzender des Förderkreises zum Wiederaufbau der Kirche, hat seit Gründung des Förderkreises 1996 über 100 Krippen zusammengetragen. Die 80 schönsten Stücke wählt er jedes Jahr aus, um sie in der Kirche zu zeigen.

Am Sonnabend, dem 1. Dezember, beginnt die Ausstellungseröffnung um 14 Uhr mit einer Andacht von Pfarrer Andreas Buchholz. Erstmals führt Förderkreismitglied Gudrun Gleba mit einem Vortrag ins Thema ein. Es lautet: „Krippen im Wandel der Zeit – vom christlichen König bis zum ersehnten Kindlein.“ Die Geburtsszene mit dem bekannten menschlichen und tierischen Ensemble erscheine auf den ersten Blick bei allen Krippen gleich, teilt sie mit, nur um dann zu fragen: Ist das wirklich so?

Ab Sonnabend können in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche wieder gut 80 Krippen aus aller Welt bewundert werden. Quelle: Bernd Geske

Bis ins hohe Mittelalter wurde Christus selbst in der Krippe als König, Herrscher und Richter gesehen, wird sie ausführen. Im Zuge der sich verändernden Gesellschaftsordnung jedoch sei der König zum Kind geworden, der Herrscher zum Heilsbringer und der Richter zum gnädigen Gott.

Neu wird diesmal auch sein, dass die Besucher ein Set von zehn Postkarten mit Aufnahmen von den zehn schönsten gezeigten Krippen gleich in der Kirche oder beim Förderkreis für fünf Euro erwerben können. Gudrun Gleba hat das Set erstellt und einen Begleittext beigefügt.

Eine Krippendarstellung aus Assisi in diesem Jahr. Quelle: Heinz-Walter Knackmuß

Die Eröffnung wird umrahmt durch die Sopranistin Karin Heinrich, die drei Weihnachtslieder singt. Hans-Martin Ermisch begleitet sie auf der Orgel. Die Ausstellung wird bis Mitte Februar zu sehen sein: Jeden Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 15 Uhr.

Der Ursprung der Weihnachtskrippen geht zurück auf Franz von Assisi, berichtet Heinz-Walter Knackmuß. Im Jahre 1223 habe dieser in einer Grotte des Dorfes Greccio in Umbrien die ersten Krippenfiguren aufgestellt. Der Gutsherr und die Bauern hätten die Idee dazu gehabt und Franz von Assisi sei mit einem Priester zur Einweihung gekommen. Seit dieser Zeit habe sich die Darstellung der biblischen Geschichte von der Geburt Jesu sehr schnell weiter verbreitet. Heute gebe es Weihnachtskrippen in der gesamten christlichen Welt.

Dabei ist er gar kein Sammler...

Obwohl Heinz-Walter Knackmuß betont, dass er eigentlich gar kein Sammler ist, hat er eine Krippensammlung zusammengetragen, wie sie hierzulande sonst niemand hat. Bei einer Reise nach Süddeutschland 1996 hatte er im Radio gehört, dass es in Regensburg eine Krippenausstellung gab. Das hatte ihn auf die Idee gebracht, auch Krippen zu sammeln und in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche zu zeigen, um Menschen in das Gotteshaus zu locken.

Gar nicht so wenige hat er im Laufe der Jahre auch geschenkt bekommen. Den weitesten Weg bis nach Rathenow hatte eine Krippe aus Nepal. Die kleinste Darstellung stammt aus dem Erzgebirge und ist kunstvoll eingebaut in eine Walnussschale.

Von Bernd Geske