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Rathenow Künstler lieben dieses Haus
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10:24 25.07.2019
Das Haus auf der Magazininsel in Rathenow ist ein beliebtestes Motiv für Maler und Fotografen. Quelle: Privat
Rathenow

 Vom Balkon aus die Angel ins Wasser werfen zu können, davon hat Werner Knake lange geträumt. Er fand es immer reichlich unpraktisch mit Kind, Kegel und der kompletten Ausrüstung vom Wohnhaus in Rathenow West zum Wochenendgrundstück in sein Heimatdorf Grütz aufzubrechen, um seinem Hobby zu frönen.

Die Idee, in einem Haus am Wasser zu wohnen, setzte sich in Knakes Kopf fest, und als er Mitte der 1990er Jahre auf der Langen Brücke in Rathenow stand und in Richtung Wehr blickte, nahm sein Traum konkrete Pläne an. Das marode Haus, das als einziges vom einstigen Wassermühlen-Ensemble noch übrig war, sollte sein neue Zuhause werden.

„1997 nahm ich mit der KWR Kontakt auf, die das Haus damals verwaltete“, erinnert sich Knake, Geschäftsführer der Natursteinwerk Rathenow GmbH. Er war aber nicht der einzige der Interesse an dem Objekt hatte – wohl aber der hartnäckigste und ausdauerndste Interessent.

Vor fast 20 Jahren wurde eines der beliebtesten Motive Rathenows saniert, das Haus auf der Spitze der Magazininsel. Zu verdanken ist das dem Unternehmer Werner Knake.

Das Objekt gehörte einer Erbengemeinschaft, die überzeugt werden musste. Hinzu kam viel Bürokratie. Zudem war das Gebäude, das noch bewohnt war, in einem äußerst schlechten Zustand. Werner Knake wollte es dennoch wagen, investierte viele Nerven und war schließlich auf einem guten Weg.

Als er aber plötzlich vor einer schwierigen familiären Situation stand und ihm der bereits genehmigte Kredit versagt wurde, drohte der Traum zu zerplatzen.

„Mein Freund Burkhard Tautz sprang damals ein. Er half mir einen neuen Geldgeber zu finden, der genau wie ich von der einmaligen Lage an der Spitze der Magazininsel überzeugt war. Ohne meinen Freund, hätte das nie geklappt“, ist sich Knake sicher.

Früher ohne Fachwerk und Balkone

Den verbliebenen Mietern zahlte er damals eine Abfindung – anders hätte er das Vorhaben nicht umsetzen können, so der Unternehmer. Als er drei Jahre später, Ende April 2000, mit seiner Familie, Freunden und Unterstützern auf der kleinen Rasenfläche vor dem Haus Richtfest feierte, war er seinem Traum ein ganzes Stück näher gerückt.

Wer sich alte Aufnahmen des Gebäudes anschaut, wird feststellen, dass es mit dem heutigen Wohnhaus nicht mehr viel Ähnlichkeit hat. Zu erkennen ist das unter anderem auf einer Ansichtskarte, die 1900 verschickt wurde.

Der Blick vom Haveltor in Richtung alte Wassermühle zeigt das Haus ohne Fachwerkfassade. Es gleicht vielmehr einem unspektakulären Würfel mit Flachdach. Auch die Fenster am Giebel und die Balkone in Richtung Haveltor waren damals noch nicht vorhanden.

Erinnerungen an die alte Wassermühle

Die Geschichte der Rathenower Wassermühle lässt sich bis weit ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen.

Wer den Rathenower Heimatkalender studiert, findet darin auch einiges zur Historie dieses einst für die Stadt so wichtigen Gebäudes.

Das imposante zweistöckige Fachwerkgebäude ist zudem auf einigen historischen Ansichten zu sehen.

Ein Brand vernichtete schließlich das Haus und damit ein Stück Rathenower Geschichte.

Mit dem Umbau des alten Wohnhauses will Werner Knake den Flair der alten Zeit bewahren.

Auf der Postkarte ist auch noch das alte Mühlengebäude zu sehen, das später durch einen Brand zerstört wurde. „Dieses Haus diente früher den Betreibern und Mitarbeitern der alten Wassermühle als Wohnhaus“, weiß Werner Knake.

Heute ist es sein Zuhause. Zudem gibt es sechs weitere Wohnungen darin. Ganz egal aus welchen Fenster die Bewohner schauen, sie können immer aufs Wasser blicken.

„Das Haus ist wirklich eine Sehenswürdigkeit für Rathenow“, meint auch ein Mieter. Er liebt es auf dem Balkon zu sitzen und den Ausblick zu genießen. Der Kirchberg samt Sankt-Marien-Andreas-Kirche, die Havel, der Optikpark mit Floßanlegestelle, die Lange Brücke, die Alte Mühle und der Leuchtturm – all das kann er von dort erblicken.

Nur der Leuchtturm stört

„Es gehört ohne Zweifel zu den meistfotografierten Häusern der Stadt“, ist sich Werner Knake sicher. Und nicht nur das. Auch bei Künstlern sei das Haus ein beliebtes Motiv. Woher er das weiß? Weil ihm immer wieder Maler Abzüge ihrer Werke zukommen lassen.

Werner Knake hat es nie bereut, dieses leicht verrückte Projekt umzusetzen. 1,5 Millionen D-Mark hat er investiert. Und konnte sich so auch seinen Traum erfüllen. Bevor das Wehr umgebaut wurde, fing er vom Balkon aus einen Rapfen.

Nur eins stört Knake: Der Leuchtturm. „Dieses Ding verschandelt die ganze Ansicht und passt überhaupt nicht ins Stadtbild. Das sieht aus wie Disneyland in Rathenow.“

Von Christin Schmidt

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