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Rathenow Kulturförderverein setzt auf Fontane
Lokales Havelland Rathenow Kulturförderverein setzt auf Fontane
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14:56 14.01.2019
Johanna Leu, Vorsitzende des Kulturfördervereins Mark Brandenburg, mit einem Konterfei des märkischen Haus- und Hofdichters.
Johanna Leu, Vorsitzende des Kulturfördervereins Mark Brandenburg, mit einem Konterfei des märkischen Haus- und Hofdichters. Quelle: Markus Kniebeler
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Havelland

Der 200. Geburtstag von Theodor Fontane wird auch das diesjährige Veranstaltungsprogramm des Kulturfördervereins Mark Brandenburg maßgeblich prägen. „Natürlich geht auch für uns kein Weg am bedeutendsten Dichter der Mark vorbei“, sagt Johanna Leu, die Vorsitzende des Vereins, der seinen Sitz in Premnitz hat. Denn wann, wenn nicht jetzt, solle man an den Verfasser erinnern, der dem Land Brandenburg mit seinen Texten ein Denkmal gesetzt habe?

Peter Kurth wird am Mittwoch Fontane-Text Quelle: Markus Kniebeler

Der Auftakt zum Fontane-Reigen findet bereits am Mittwoch, den 16. Januar, statt. Im Restaurant „Zum Alten Hafen“ wird der pensionierte Deutschlehrer Peter Kurth, Mitglied des Vereins und ein Liebhaber der Texte Fontanes, ab 18 Uhr eine Lesung mit musikalischen Zwischentönen anbieten. „Rund um die Fontanezeit – Bekanntes und Unbekanntes in einer heiteren literarischen Umschau“ lautet das Thema des Vortrags. Peter Kurth wird einerseits die vielfältigen literarischen Einflüsse im Werk Fontanes beleuchten. Und er will aufzeigen, dass die Texte auch heute noch aktuell und vor allem lesenswert sind.

Eines der berühmtesten Gedichte Fontanes – der „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ – ist zu einer Art Markenzeichen für die Region geworden. Vielen Menschen, die noch nie im Havelland waren, ist die Gegend dennoch ein Begriff. Und zwar einzig und allein, weil sie das besagte Gedicht kennen. Zur Würdigung dieser unbezahlbaren Marketingleistung – um es neudeutsch auszudrücken – wird in diesem Jahr in Ribbeck eine Dichtertafel installiert.

Start ins Fontanejahr

Die Auftaktveranstaltung des Kulturfördervereins Mark Brandenburg zum 200. Geburtstag Theodor Fontanes findet am Mittwoch, den 16. Januar, um 18 Uhr in der Rathenower Gaststätte „Zum Alten Hafen“ statt.

Der Fontane-Kenner Peter Kurth aus Rathenow wird einen Vortrag mit dem Titel „Rund um die Fontane-Zeit. Bekanntes und Unbekanntes in einer heiteren literarischen Umschau mit musikalischen Zwischentönen“ halten.

Der Vortrag beginnt um 18 Uhr, Einlass ist um 17.30 Uhr. Nach der Lesung sollen die Gaumenfreuden nicht zu kurz kommen, angerichtet vom Team der Gaststätte „Zum Alten Hafen“. Reservierung unter 03385/4981081.

Neun dieser Tafeln, die an literarisch bedeutende Orten der Mark Brandenburg erinnern, wurden in den vergangenen Jahren vom Kulturförderverein bereits aufgehängt. „Mit dem Anbringen der Tafel in Ribbeck haben wir bewusst bis zum Jubiläumsjahr gewartet“, sagt Johanna Leu. Im Frühjahr soll es so weit sein. Wo und wann genau die Plakette der Märkischen Dichterstraße angebracht wird, soll in den nächsten Wochen präzisiert werden.

Fontanes Brieffreundin im Fokus

Am 20. März steht im Alten Hafen die nächste Veranstaltung des Vereins auf dem Programm. Dann soll, kurz nach dem Internationalen Frauentag, das Leben und Wirken bedeutender Frauen in den Blick genommen werden. Und wieder hat Fontane die Finger im Spiel. Denn Johanna Leu wird über Mathilde von Rohr sprechen, mit der Fontane über Jahrzehnte hinweg einen regen Briefwechsel pflegte und die ihn immer wieder literarisch inspirierte.

Mitte Juni wollen Johanna Leu und Bettina Götze, die Leiterin des Rathenower Kulturzentrums, in der Kotzener Kirche vor allem lyrische Texte des Dichters zum Glänzen bringen. Zwischen den Rezitationen soll Orgelmusik erklingen.

Ribbeck-Gedicht im Marionettentheater

Wenn am 15. Juni die Brandenburger Landpartie die Menschen ins Freie zieht, ist traditionell der Kolonistenhof Großderschau involviert. Die beliebten Vorführungen alter Handwerkstechniken dürfen da nicht fehlen. Und auch die nicht weniger beliebten Vorträge in plattdeutscher Sprache sind gesetzt.

In diesem Jahr könnte es passieren, dass auch einige Fontane-Gedichte auf diese Art und Weise präsentiert werden. Darum will sich Johanna Leu, die selber des Plattdeutschen mächtig ist, kümmern.

Außerdem werden die Akteure des über die Region hinaus bekannten Marionettentheaters Lindenberg auf dem Kolonistenhof das berühmte Ribbeck-Gedicht aufführen. Man kann ihn sich schon bildhaft vorstellen, den alten Ribbeck als Marionette, wie er die berühmten Verse deklamiert: „Lütt Dirn, kumm man röwer, ick hebb ne Birn.“

Von Markus Kniebeler