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Rathenow Kurz nach der Tat ertappt: Diebe müssen ins Gefängnis
Lokales Havelland Rathenow Kurz nach der Tat ertappt: Diebe müssen ins Gefängnis
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17:05 12.12.2019
Die Diebe wurden am Amtsgericht Rathenow verurteilt. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Es lief nicht wirklich rund in den letzten Jahren. Ricardo W. und Mike B. mussten sich am Donnerstag im Amtsgericht Rathenow anhören, wie lang ihr Vorstrafenregister bereits ist. Immer wieder Diebstahl, Erschleichen von Leistungen, Trunkenheitsfahrten mit dem Fahrrad.

Elektrowaren geklaut

Das endete immer wieder vor dem Richter und immer wieder gab es Ermahnungen, Jugendarrest, später auch Geld- und Gefängnisstrafen. Einen Lerneffekt hatte das nicht. Sonst wären die beiden Männer kaum am 7. Mai in einem Rathenower Baumarkt auf Diebestour gegangen. Während der eine vor dem Baumarkt wartete und einen Rucksack für das Diebesgut bereit hielt, klaute der andere Elektroware im Wert von 434 Euro zusammen.

Kein Geld

Beide waren der Überzeugung, man könne die einzelnen Gegenstände schnell verkaufen. Die Männer brauchten Geld – wie sie sagten, wollten sie Lebensmittel erwerben. Die Angeklagten sind Bezieher von Arbeitslosengeld II – gereicht hat das offenbar nie.

Ratschlag nicht befolgt

Mike B., so ließ es die Bewährungshelferin wissen, könne zudem nicht richtig mit Geld umgehen. Er gebe es schnell aus, ohne zu überlegen. Der Empfehlung, einen gesetzlichen Betreuer für Rechtsgeschäfte an die Seite zu bekommen, sei er immer ausgewichen.

Der Richtertisch im Saal 1 im Rathenow Amtsgericht, wo die Verhandlung stattfand. Quelle: Christin Schmidt

Nachdem das Diebesgut im Rucksack verstaut war, rannten die Täter weg und wollten über einen Zaun klettern. Ein Mitarbeiter rannte hinterher und erwischte einen der beiden Diebe schnell. Der andere – Mike B. – lief derweil mit dem Rucksack weiter. Ein Mitarbeiter des Baumarktes verfolgte ihn weiter und erwischte ihn in der Nähe der Bahnunterführung Große Milower Straße. Nach einem Handgemenge – inzwischen halfen weitere Passanten den Dieb zu überwältige – war der Täter dingfest gemacht.

Mitarbeiter als Zeuge

Die Angeklagten machten es Richter Axel Teckemeyer leicht, weil sie die Vorwürfe, die ihnen der Staatsanwalt mit der Anklageschrift verlas, einräumten. Darum wurde nur noch einmal der Mitarbeiter des Baumarktes als Zeuge zu der Verfolgung vernommen.

Wirklich einsichtig?

Ricardo W. sprach mehrfach davon, dass er eine große Dummheit begangen habe und dass er sich nun bessern wolle. Mike B. brachte noch ein „Tut mir leid“ über die Lippen. Das lange Vorstrafenregister von Ricardo W. und Mike B. ließ bei Richter Teckemeyer Zweifel, ob die Angeklagten tatsächlich einsichtig sind.

Gefängnis ohne Bewährung

Das Urteil entsprach deshalb dem Antrag des Staatsanwaltes: Ricardo W. muss für elf Monate ins Gefängnis, Mike B. für ein Jahr. Bewährung gab es nicht. Selbst der Rechtsanwalt der beiden Angeklagten erkannte in seinem Plädoyer an, dass die Mandanten um eine Gefängnisstrafe nicht umhin kommen. Er stellte die Höhe in das Ermessen des Gerichtes. Einen Rat gab Axel Teckemeyer dem Angeklagten Mike B. noch mit auf den Weg: „Sie sollten sich dem Hinweis, einen Betreuer zu nehmen, nicht weiter widersetzen.“

Von Joachim Wilisch

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