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Rathenow Lebensgefährliches Naturdenkmal?
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15:14 26.06.2019
Diese mehr als 150 Jahre alten Eichen auf dem Sportplatz der Jahnschule sorgen für Unruhe. Quelle: Fotos: Markus Kniebeler
Rathenow

Die Sportanlage an der Jahnschule ist ein idyllischer Ort. Unter schattigen Bäumen lässt sich selbst bei sommerlichen Temperaturen Sport treiben.

Diese Bäume allerdings sorgen derzeit für Unruhe. Nicht alle Bäume. Es sind vor allem die alten, mächtigen Eichen auf dem Platz am Friedrich-Ebert-Ring, die zum Abschluss des Schuljahres Gegenstand von Diskussionen geworden sind.

Gefahr für Sportplatznutzer

„Der alte Baumbestand stellt eine große Gefahr für die Nutzer des Sportplatzes dar“, schreiben Karl-Reinhold Granzow und Daniel Golze, Stadtverordnete der Linken, in einer Erklärung an die Presse.

Anlass für dieses Einschätzung ist nach Auskunft Golzes ein Hilferuf von Heiko Lehm, Sicherheitsbeauftragter und Sportlehrer des Jahngymnasiums. Lehm habe ihm mitgeteilt, dass er nach dem Abbruch eines Astes vor drei Jahren den Sportplatz nicht mehr mit Schülern betrete, weil dies eine Gefahr für Leib und Leben darstelle.

Der Ast sei damals ohne Vorwarnung bei normaler Witterung abgebrochen, heißt es im Brief der Linken. Nur durch Zufall sei niemand zu Schaden gekommen. Aber dass es noch einmal so glücklich ausgehe, darauf solle man lieber nicht hoffen.

Gutachten gefordert

Granzow und Golze fordern, dass die Bäume unverzüglich durch einen Sachverständigen begutachtet werden. Die Zeit dazu sei gerade günstig, weil der Platz in der Ferien nicht genutzt werde. „Sollte das Gutachten wider Erwarten die Sicherheit feststellen, dann haben wir wenigstens Klarheit und könne beruhigter empfehlen, den Sportplatz zu nutzen“, so Golze.

Diese Forderungen sind an die Stadt Rathenow gerichtet. Die ist allerdings nicht zuständig. „Bei den Eichen handelt es sich um ein Naturdenkmal“, erklärt Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus. Deshalb sei die Untere Naturschutzbehörde des Kreises für Fragen der Sicherheit verantwortlich.

Gleichwohl hat die Stadt in den vergangenen Jahren den Kreis immer wieder an das Thema erinnert. Auch der für die Stadt zuständige Baumgutachter hatte nach einer Sichtkontrolle dazu geraten, den Zustand der Bäume begutachten zu lassen.

Kreis hüllt sich in Schweigen

Es gibt Hinweise, dass das in diesen Tagen geschehen soll. Der Kreis hat eine am Montag gestellte Anfrage der MAZ bislang allerdings noch nicht beantwortet.

Die Eichen stehen unter Naturschutz. Aber nicht, wie es fälschlicherweise immer wieder zu lesen ist, weil sie im Angedenken an die Erschießung von elf preußischen Offizieren in den Napoleonischen Befreiungskriegen gepflanzt wurden.

Tatsächlich gepflanzt – so steht es in der Chronik der Stadt Rathenow von Walther Specht – wurden sie im Jahr 1843. Und zwar aus Anlass des 1000. Geburtstages des Deutschen Reiches. Deshalb werden sie auch Jahrtausendeichen genannt.

Von Markus Kniebeler

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