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Rathenow Metallgemälde im Amtsgericht
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19:56 25.09.2019
Amtsgerichtsdirektor Ralf Weller (li.) , Landgerichtspräsidenten Ellen Chwolik-Lanfermann und Joachim Matz bei der Ausstellungseröffnung im Sitzungsaal 2. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Man könnte es als späte Versöhnungsgeste der Justiz gegenüber einem ihrer Opfer interpretieren: Denn dass der Bildhauer Joachim Matz seine Arbeiten jemals in einem Gericht ausstellen würde, hätte der sich nach allem, was ihm widerfahren ist, nicht träumen lassen.

Seit Mittwoch sind im Sitzungssaal 2 des Rathenower Amtsgerichts Arbeiten des Falkenseer Metallkünstlers Joachim Matz zu sehen. Die Besucher waren von den ungewöhnlichen „Gemälden“ fasziniert.

Allerdings gibt es den Staat, der ihm Unrecht tat, nicht mehr. Siebeneinhalb Jahre verbrachte Joachim Matz in Gefängnissen der DDR. Verurteilt, weil er fliehen wollte aus diesem Land und sich auch später nie mit dessen Führung arrangieren konnte.

„Die DDR gibt es nicht mehr, deshalb ist dieses Kapitel für mich abgeschlossen“, sagte der Falkenseer, dem 1985 die Flucht tatsächlich gelang, am Mittwoch aus Anlass der Ausstellungseröffnung. Von Versöhnung im strengen Sinne könne also nicht die Rede sein. Dennoch freue er sich sehr, dass das Rathenower Gericht ihm ein Forum biete, seine Arbeiten zu präsentieren.

Saal 2 bis Ende Oktober für die Kunst reserviert

Und was für ein Forum. Amtsgerichtsdirektor Ralf Weller ließ den ehrwürdigen Verhandlungssaal 2 präparieren, um den Werken Raum zur Entfaltung zu geben. Bis zum 30. Oktober können sie dort besichtigt werden (mo. bis fr., 8 bis 18 Uhr).

„Aber machen Sie sich keine Sorgen“, wandte Weller sich ans versammelte Publikum. „Der Gerichtsbetrieb wird dadurch nicht beeinträchtigt.“ Recht gesprochen werde bis Ende Oktober dann eben in den Sälen 1 und 3.

Saal 2 wird derweil von den einzigartigen Gemälden des Künstlers illuminiert. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn je nachdem, wie das Licht durch die großen Fenster des Saales auf die Werke fällt, üben diese eine ganz eigentümliche Strahlkraft aus.

Der Bildhauer und Metallkünstler Joachim Matz präsentiert Arbeiten in Saal 2 des Rathenower Amtsgerichts Quelle: Markus Kniebeler

Das liegt an der Technik, die Joachim Matz im Laufe der Jahre entwickelt und perfektioniert hat. Als „Metallurgischen Pointillismus“ bezeichnet er diese.

Wie die pointillistischen Maler Ende des 19. Jahrhunderts versieht Matz die Leinwand mit kleinen, regelmäßigen Tupfern in reinen Farben. Der alles entscheidende Unterschied: Bei ihm besteht die Leinwand aus Edelstahl, der Pinsel ist ein Schweißgerät und als Farben dienen Gold, Silber und andere (Edel)Metalle.

Bild aus Millionen Schweißpunkten

Bis zu 50 000 Schweißpunkte setze er an einem Tag, erläuterte Matz dem Publikum. An einem Bild, das aus Millionen solcher Punkte bestehe, arbeite er bisweilen monatelang.

Die Zuschauer ließen sich vom faszinierenden Glanz dieser ungewöhnlichen Gemälde verzaubern. Und sie durften sie – wo hat es so etwas je gegeben? – sogar berühren. Matz selbst hatte sie dazu animiert: „Ich bin der einzige Künstler der Welt, dessen Arbeiten man mit dem Kärcher reinigen kann“, so seine Worte.

Von Markus Kniebeler

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