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Rathenow Ausstellung: Metallkunst im Amtsgericht Rathenow
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09:21 24.09.2019
Der Metallkünstler Joachim Matz bei der Arbeit. Quelle: Wolfgang Balzer
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Rathenow

Der Sitzungssaal 2 des Rathenower Amtsgerichts wird zweckentfremdet. Ab Mittwoch (25. September) kann in dem ehrwürdigen Verhandlungsraum Kunst bewundert werden. Unter dem Titel „Metallurgischer Pointillismus“ werden Werke des Falkenseer Bildhauers Joachim Matz ausgestellt.

Eigentlich wird mit Pointillismus eine Stilrichtung der Malerei bezeichnet. Dabei versieht der Maler die Leinwand mit kleinen, regelmäßigen Tupfern in reinen Farben. Der Gesamt-Farbeindruck einer Fläche ergibt sich erst im Auge des Betrachters, wenn er das Gemälde aus einer gewissen Entfernung betrachtet.

Einzigartige Technik

Diese Technik hat Joachim Matz auf die Arbeit mit Metall übertragen. Mit einem modifizierten Schweißgerät bringt der Künstler eine Vielzahl von (Edel)Metallpunkten auf eine metallene Oberfläche auf.

Diese Technik bezeichnet er treffenderweise als Metallurgischen Pointillismus. „Durch diese Technik gelingt es Joachim Matz, die dem Werkstoff Metall innewohnende optische Kälte zu entziehen und Gemälde von einzigartiger Ausstrahlung zu erschaffen“, heißt es im Begleitflyer zur Ausstellung.

Die Ausstellung wird als Doppelausstellung im Saaltraktbereich des Justizzentrums Potsdam und im Sitzungssaal 2 des Amtsgerichts in Rathenow zu sehen sein. Sie ist Teil der Veranstaltungsreihe „Gedenken an 30 Jahre Friedliche Revolution“.

Gescheiterter Fluchtversuch

Die Biographie des Künstlers spielt in diesem thematischen Zusammenhang eine besondere Rolle. Joachim Matz, 1948 im mecklenburgischen Bützow geboren, versuchte, als 16-Jähriger in den Westen zu fliehen.

Der Fluchtversuch wurde verraten, Matz musste für zwei Jahre ins Gefängnis. Während der Haft fand er zur Kunst, studierte später an der Kunsthochschule Schwerin und wurde dann mit einem Berufsverbot belegt.

Im Lkw-Versteck nach Griechenland

1985 gelang Matz die Flucht in den Westen – unter dramatischen Umständen und schwer verletzt. Bei dem Versuch, mit einem Ultraleichtflugzeug von der CSSR aus die Grenze nach Österreich zu überfliegen, stürzte er ab. Von Helfern versteckt, operiert und gepflegt, gelangte er schließlich – auf dem Landweg in einem LKW verborgen – nach Griechenland. Nach Aufenthalten in England und in den Vereinigten Staaten lebt und arbeitet Joachim Matz nunmehr in Falkensee.

Die Ausstellung in Saal 2 des Rathenower Amtsgerichts wird am Mittwoch um 12.30 Uhr eröffnet. Sie kann bis zum 30. Oktober montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr besucht werden. Eintritt frei.

Von Markus Kniebeler

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