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Rathenow Neue Hoffnung für die „MS Sonnenschein“
Lokales Havelland Rathenow Neue Hoffnung für die „MS Sonnenschein“
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13:22 13.04.2018
Claudia Mund, Eignerin der MS Sonnenschein, an Bord ihres Schiffes an dem Liegeplatz in Grütz. Quelle: Markus Kniebeler
Grütz

Die lange Geschichte der „MS Sonnenschein“ ist um ein Kapitel reicher. Und vielleicht ist es ja das glücklich Ende einer verworrenen Erzählung.

Das vorletzte Kapitel stammt aus dem Spätsommer des vergangenen Jahres. Damals hatte sich Claudia Mund, die Eignerin des Schiffes, an den Petitionsausschusses des Landtages gewandt. Der Fall ist am Dienstag in Potsdam behandelt worden. Eine abschließende Stellungnahme gibt es noch nicht. Aber Henryk Wichmann (CDU), der Vorsitzende des Petitionsausschusses, hat auf MAZ-Anfrage versprochen, sich persönlich um die Sache zu kümmern. In der nächsten Zeit werde er sich gemeinsam mit dem havelländischen Landtagsabgeordneten Dieter Dombrowski in Grütz ein Bild von der Situation machen.

Immer noch keine Betriebserlaubnis

Zur Erinnerung: Derzeit gibt es keine feste Betriebserlaubnis für das Schiff, das Claudia Mund im vergangenen Jahr erworben hat, um es nicht für den Fahrbetrieb, sondern als fest liegendes Restaurantschiff zu nutzen. Dafür aber müsste, weil es sich um ein Vorhaben im Außenbereich handelt, ein B-Plan erstellt werden. „Für ein derart zeit- und kostenintensives Verfahren fehlen mir die Möglichkeiten“, sagt die Eignerin des Schiffes. Und das Verständnis, könnte man hinzufügen. „Wir haben alle Voraussetzungen für eine dauerhafte gastronomische Nutzung geschaffen“, so Mund. Die Steganlage sei vorhanden und seit langem genehmigt. Es müsse nichts errichtet oder umgebaut werden. Außerdem liege die Genehmigung des Wasser- und Schifffahrtsamtes für die Nutzung der Wasserfläche am Steg für dieses Schiff vor, ebenso wie das Schwimmfähigkeitszeugnis für die Sonnenschein. Und auch das Gesundheitsamt habe grünes Licht für den gastronomischen Betrieb gegeben. „Und jetzt soll ich noch einen B-Plan erstellen lassen“, sagt sie. „Das ist doch absurd.“

Die MS Sonnenschein an ihrem Liegeplatz in Grütz.  Quelle: Markus Kniebeler

In ihrer Ratlosigkeit über die ungeklärte Situation hatte Claudia Mund den einst so beliebten Rathenower Ausflugsdampfer am Donnerstag auf der Versteigerungsplattform ebay zum Verkauf angeboten. Für 99 000 Euro kann das Schiff, das derzeit in der Havelboot-Marina Grütz vor Anker liegt, erworben werden. Das Bizarre an der Situation ist, dass Claudia Mund, das Schiff eigentlich gar nicht verkaufen will. „Es ist eine Art Verzweiflungstat“, sagte sie am Donnerstag auf Anfrage der MAZ. „Die derzeitige Situation lässt mir keine andere Wahl.“

Plötzliche Wendung am Freitag

Als sie das Schiff zum Verkauf anbot, wusste sie noch nicht, dass über den Petitionsausschuss Bewegung in die Sache gekommen war. Dessen Vorsitzender Henryk Wichmann bezeichnete die behördliche Auflage, einen B-Plan für ein fahrtaugliches Schiff zu erstellen, am Freitag im MAZ-Gespräch als Schildbürgerstreich. „Kostet viel Geld, kostet viel Zeit, das muss einfacher gehen“, sagt er. Im Grunde reiche es aus, wenn die Sonnenschein regelmäßig ein paar Meter vor und zurück fahre, dann habe sich das mit dem B-Plan erledigt.

Claudia Mund hat diese Möglichkeit auch schon in Betracht gezogen. „Wenn es nicht anders geht, werde ich es so machen“, sagt sie. Aber albern sei das schon. Viel lieber hätte sie eine feste, verlässliche Zusage, dass Schiff als Restaurant betreiben zu dürfen, ohne Trickserei. „Das wäre für mich und meine Gäste die beste Lösung“, sagt sie.

Wegen der unsicheren Lage ist der Ausschank auf der Sonnenschein derzeit eingestellt. Das Restaurant der Havelboot-Marina ist allerdings geöffnet. „Wer sich ein Bild machen will, der kann das gerne tun“, so Mund. Am heutigen Samstag sei die Gelegenheit besonders günstig. Denn zum Beginn der Wassersportsaison gebe es ein kleines Hafenfest. „Vielleicht wird ja doch noch alles gut“, sagt Mund nach der unvorhersehbaren Wendung in der Sonnenschein-Geschichte. Und hofft nun, dass das Kaufangebot kein Interesse findet.

Von Markus Kniebeler

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