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Rathenow Neuer Boden für die Havellandhalle
Lokales Havelland Rathenow Neuer Boden für die Havellandhalle
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13:50 25.06.2019
Bauleiter Elmar Rübe (li.) informiert Hallenwart Steffen Alber über den Stand der Sanierungsarbeiten.
Bauleiter Elmar Rübe (li.) informiert Hallenwart Steffen Alber über den Stand der Sanierungsarbeiten. Quelle: Foto: Markus Kniebeler
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Rathenow

Die Havellandhalle ist derzeit fest in der Hand der Bauarbeiter. Seit dem 20. Mai wird der Sportboden saniert. Und wenn alles so glatt läuft wie bisher, könnte die Halle sogar früher fertig werden als geplant.

Ursprünglich war der 31. August als Übergabetermin festgeschrieben. „Wir versuchen, eher fertig zu werden“, sagt Bauleiter Elmar Rübe. „Vielleicht schaffen wir es ja, die Arbeiten zum Beginn des Schuljahrs abzuschließen.“ Das neue Schuljahr startet am 5. August.

Die Havellandhalle ist die mit Abstand größte Sporthalle in der Stadt Rathenow. Im Oktober des Jahres 2000 wurde sie eingeweiht.

Die Dreifeldhalle hat eine Gesamtfläche von rund 2000 Quadratmetern. Die eigentliche Spielfläche ist rund 1200 Quadratmeter groß.

Die Bodensanierung wurde in die Sommerferien gelegt, um die Einschränkungen für den Schulsport so gering wie möglich zu halten.

Viele Vereine, die die Halle nutzen, verlegen ihr Training während der Bauzeit ins Freie.

Für Vereine, die auf eine Halle angewiesen sind (Badminton, Tischtennis, Turnen, Basketball u.a.) hat die Stadtverwaltung einen Ausweichplan erstellt.

Als Ersatz-Trainingsstätten (mit Einschränkungen) werden die Hallen der Weinbergschule, der Jahnschule, der Bürgelschule und der Seegerschule genutzt.

Dass die Arbeiter so gut in der Zeit liegen, hat mit dem zügigen Baustart zu tun. Während vielerorts die Hallensanierung komplett in die Sommerferien verlegt wird, begannen die Abrissarbeiten in Rathenow einen guten Monat vor dem Ferienbeginn.

„Der alte Boden ist raus, die neue Abdichtung liegt“, sagt Rübe. Die Vorbereitungen für die Neuverlegung des Bodens seien damit erledigt.

Spezialfirma verlegt den Boden

In der kommenden Woche wird eine Spezialfirma anrücken, um den Boden zu installieren. „Weil wir so früh dran sind, hat die Firma jetzt noch Kapazitäten frei“, sagt der Bauleiter. Zum Ende der Ferien, wenn alle die Dienste der Bodenbauer in Anspruch nehmen wollen, könne es passieren, dass man auf die Warteliste geschoben werde und einige Wochen später dran komme.

Die Halterungen für Pfosten und Befestigungen sind bereits angelegt. In der kommenden Woche beginnt die Installation des Schwingbodens. Quelle: Markus Kniebeler

Das Besondere an dem Boden ist, dass er unter Belastung nachgibt. Das wird durch eine spezielle Holzkonstruktion ermöglicht.

Vereinfacht gesagt wird ein Gitter aus Leisten angelegt, auf dem Holzplatten verlegt werden. Diese schwingende Unterkonstruktion trägt dazu bei, die Verletzungsgefahr von Sportlern erheblich zu verringern.

Auf den Boden kommt dann noch die abschließende Oberflächenbeschichtung. Dazu wird häufig Linoleum verwendet.

Fugenlose Oberfläche

In der Havellandhalle wird dagegen eine Polyurethanschicht aufgebracht. Das hat nach Auskunft Rübes einen entscheidenden Vorteil: Während beim Linoleumboden auf Verbindungsfugen nicht verzichtet werden kann, wird die Polyurethanschicht fugenlos aufgebracht. Dadurch reduziert sich die Zahl potenzieller Schadstellen erheblich.

Übrigens machte bei der Auswahl des Schwingbodens eine besonders strapazierfähige Variante das Rennen. Das eröffnet die Möglichkeit, die Halle für Veranstaltungen zu nutzen, die über den reinen Hallensport hinausgehen.

„Da können beim Abiball dann auch mal 300 Menschen eine Nacht durchtanzen“, sagt Elmar Rübe. Das federe der neue Boden locker ab.

Reste des alten Schwingbodens am Hallenrand. Quelle: Markus Kniebeler

Bei dem alten Boden, der seit der Eröffnung der Halle vor 19 Jahre seinen Dienst getan hat, waren die Verschleißerscheinungen zuletzt unübersehbar. Immer wieder mussten Dellen und Risse ausgebessert werden. Am Ende ging an einer Kompletterneuerung kein Weg mehr vorbei.

Dauerbelastung seit 19 Jahren

Was nicht verwundert, wenn man sich die Trainingszeiten der Halle vor Augen führt. Denn seit der Eröffnung vor 19 Jahren steht der Boden unter Dauerbelastung.

Werktags zwischen 7.30 und 16 Uhr wird die Halle von vier Rathenower Schulen genutzt. Nahtlos geht es ab 16 Uhr mit dem Vereinssport weiter. Um 22.30 Uhr ist Schluss. Und am Wochenende finden Meisterschaftsspiele, Wettkämpfe und Turniere in der Halle statt.

Übrigens wird die Zeit der Sanierung genutzt, um auch die textile Oberfläche der Prallschutzwände einer Grundreinigung zu unterziehen. Wenn der Boden liegt, rückt eine Reinigungsfirma an, um den unteren Bereich der Wände, der am meisten strapaziert wurde, zu säubern.

Elmar Rübe hat sich das Verfahren zeigen lassen uns ist sehr angetan. „Es ist erstaunlich, was die an Dreck rausholen“, sagt er.

Von Markus Kniebeler