Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rathenow Neuer Leiter im Polizeirevier
Lokales Havelland Rathenow Neuer Leiter im Polizeirevier
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:34 01.10.2018
Falko Ditscher, der Leiter des Polizeireviers Rathenow, vor seinem neuen Arbeitsplatz. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Falko Ditschers Revier war die Straße. Oder, genauer gesagt, die Autobahn. Der Nachfolger von Jürgen Sachet an der Spitze des Rathenower Polizeireviers war fast zehn Jahre lang Mitglied einer Sonderüberwachungsgruppe der Verkehrspolizei.

Sein Büro hatte er in Beelitz. Aber die meiste Zeit war er auf den Autobahnen in Westbrandenburg unterwegs. Auf der A 2, der A 9, der A 10. Im Visier hatten er und seine Kollegen den Schwerlastverkehr. Ihre Aufgabe: Kontrollen der Fahrer und der Fahrzeuge, der Ladung, der Lenkzeiten, der Papiere. „Ich war viel unterwegs“, sagt der 41-Jährige.

Erste Aufgabe: Überblick verschaffen

Was die Kilometerleistung angeht, wird es er in seinem neuen Job ruhiger angehen lassen können. Seit dem 1. September ist er im Amt. In den ersten Tagen hat Jürgen Sachet, der am 1. Oktober in Ruhestand gegangen ist, den Nachfolger mit den Örtlichkeiten und Arbeitsabläufen im Rathenower Revier vertraut gemacht. „Ich bin immer noch dabei, mir einen Überblick zu verschaffen“, sagt Ditscher.

Polizeirevier für 50 000 Menschen

Das Polizeirevier Rathenow ist für einen Bereich von etwa 800 Quadratkilometer zuständig. Darin liegen die Städte Rathenow und Premnitz, die Gemeinde Milower Land und die Ämter Rhinow und Friesack. Es leben in dem Zuständigkeitsbereich mehr als 50 000 Einwohner.

Derzeit sind dem Polizeirevier Rathenow 28 Beamte des Wach- und Wechseldienstes und sechs Wachdienstführer zugeordnet. Daneben versehen neun Kollegen der Kriminalpolizei am Standort ihren Dienst. Außerdem sind neun Revierpolizisten unter Leitung von Falko Ditscher tätig.

Seine Aufgabe wird es sein, die Arbeit der neun Rathenower Revierpolizisten zu koordinieren. Dienstpläne schreiben, Verantwortlichkeiten definieren, die Abstimmung mit den Polizisten des Wach- und Wechseldienstes vornehmen, die von der Inspektion in Falkensee geführt werden. Falko Ditscher, so viel ist klar, wird künftig erheblich mehr Zeit am Schreibtisch verbringen als bisher.

Sorgen bereitet ihm das nicht. „Ich bin schon immer bereit gewesen, Neuland zu entdecken“, sagt er. Als man ihn gefragt habe, ob er sich vorstellen könne, das Rathenower Revier zu leiten, war seine Antwort klar. Ja, das konnte er sich vorstellen.

Polizist seit fast 20 Jahren

An Erfahrung mangelt es dem Mann, der in der Lutherstadt Wittenberg geboren wurde, nicht. Seit 1999 ist er Polizist. Bei der Bereitschaftspolizei in Potsdam hat er gearbeitet, in Brandenburg/Havel war er im Streifendienst tätig und dann – wie bereits erwähnt – bei der Verkehrspolizei. Jede dieser Aufgaben habe ihren eigenen Reiz gehabt, sagt der Polizeihauptkommissar. Und so werde es sicher auch in Rathenow sein.

Allzu weit hat er es nicht. Falko Ditscher lebt mit Frau und Sohn in Havelsee. Eine gute halbe Stunde braucht er von dort zum Revier in der Rudolf-Breitscheid-Straße mit dem Auto. Zu seiner vorherigen Dienststelle in Beelitz war er doppelt so lange unterwegs.

Die Beziehung zu Rathenow war bislang so, wie sie eben ist bei Menschen, die nicht in der Stadt wohnen oder arbeiten und keine verwandtschaftlichen Beziehungen haben. „Immer mal durchgefahren, hin und wieder angehalten, mehr nicht.“

Das wird sich ändern – nein, das hat sich bereits geändert. Der Neue hat sich schon ein Bild gemacht. Nicht nur von seinem direkten Arbeitsumfeld, sondern auch von der Stadt und den umliegenden Gemeinden.

Märkischer Platz bleibt im Fokus

Dass der Märkische Platz wegen einer Häufung von Straftaten seit einigen Monaten im Fokus der Öffentlichkeit steht, hat er natürlich längst mitbekommen. Die Anstrengungen seines Vorgängers, mehr Präsenz im Rathenower Zentrum zu zeigen, will er fortführen. „Wir werden den Märkischen Platz und die umliegenden Straßen im Blick behalten“, sagt er. Und auch die gute Zusammenarbeit mit dem städtischen Ordnungsamt will er fortsetzen.

Ansonsten wird sich „der Neue“ um jene Dinge kümmern, die zum Alltag eines Reviers dazugehören. Alkoholkontrollen, Geschwindigkeitskontrollen und solche Sachen eben. Wenn am Mittwoch das Fußballteam aus Chemnitz zum Regionalliga-Spiel nach Rathenow kommt, betrifft das auch den Revierleiter. Gemeinsam mit der Inspektion in Falkensee wird er sich um einen ordnungsgemäßen Ablauf der Veranstaltung kümmern.

Und was macht Falko Ditscher, wenn er frei hat? „Nichts Besonderes“, sagt er. „Ein bisschen schwimmen, ein bisschen radfahren“. Aber alles im gemäßigten Rahmen. Mit exotischen Hobbys kann er nicht dienen. „Wenn ich frei habe möchte ich möglichst viel Zeit mit der Familie verbringen“, sagt er. Wer will ihm das verdenken?

Von Markus Kniebeler

Valantin Tawet Djaya wollte am Wochenende in Rathenow ein Konzert der Band „Die Toten Ärzte“ besuchen. Er war mit einer Freundin unterwegs. Doch aus den Plänen wurde nichts: die Türsteher der Musikbrauerei verwehrten ihm den Eintritt. Warum? Weil er keinen deutschen Pass vorweisen konnte.

01.10.2018

Im Kulturzentrum hat die Festwoche zum 60-jährigen Bestehen des Hauses begonnen. Zum Auftakt gaben die Brandenburger Symphoniker ein Konzert.

01.10.2018

Ein großes Fest am Sonnabend im Optikpark war in diesem Jahr der abschließende Höhepunkt der Interkulturellen Woche im Havelland. Es war eine bunte Reise durch Kulturen und Religionen.

30.09.2018