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Rathenow Offizierscasino ist herrenlos
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13:01 26.04.2018
Aufräumarbeiten auf dem Nachbargrundstück des Offizierscasinos. Hier sollen zwei Stadtvillen errichtet werden. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Das Rathenower Offizierscasino ist wieder herrenlos. Götz Freyberg, der bisherige Inhaber aus Mönchengladbach, bestätigte der MAZ, er habe die Eigentumsrechte an dem denkmalgeschützten Gebäude abgetreten.

Damit ist das Land Brandenburg wieder im Spiel, das bei herrenlosen Grundstücken ein Recht auf Aneignung hat. Das werde aktuell vom Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) geprüft, heißt es aus der Pressestelle des Brandenburgischen Finanzministeriums. Der BLB prüfe ebenfalls, ob er dieses Recht veräußern wolle. „Kaufinteressenten können sich daher an den BLB wenden (www.blb.brandenburg.de)“, so die Auskunft aus der Pressestelle. „Sie werden dann bei einer voraussichtlichen Ausschreibung einbezogen.“

Weg zum Neubau verstellt

Ob sich ein Kaufinteressent für die Ruine findet, für die seit fast drei Jahrzehnten ein Nutzer gesucht wird, darf bezweifelt werden. Weil das Casino unter Denkmalschutz steht, ist ein Abriss nicht erlaubt. Der Weg für einen Neubau auf dem attraktiven Grundstück ist damit verstellt. Und an eine denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten niemand herangewagt.

Freyberg hatte, als er die Immobilie im Jahr 2013 kaufte, vor allem das attraktive Innenstadtgrundstück im Blick. Er wolle dort einen attraktiven Neubau errichten, hatte er gleich nach dem Kauf erklärt. Die Beharrlichkeit der Denkmalschützer, die ihm den Abriss der Ruine untersagten, hat er aber unterschätzt.

Im Sommer des vergangenen Jahres startete der Geschäftsmann vom Niederrhein einen letzten Versuch, Kapital aus der Immobilie zu schlagen. Für 265 000 Euro bot ein Makler das Casino im Internet an. Eine vollkommen utopische Summe. Bei einer Versteigerung im Sommer 2012 fand sich niemand, der bereit war, auch nur das Mindestgebot in Höhe von 5000 Euro für das Haus an der Bahnhofstraße zu zahlen. Sichtlich entnervt trat Freyberg nun die Eigentumsrechte ab.

Zukunft ungewisser denn je

Die Zukunft des Casinos ist damit ungewisser denn je. Die Stadt Rathenow, das hat Bürgermeister Ronald Seeger unmissverständlich klar gemacht, wird das Haus nicht erwerben. Corrado Gursch, Vorsitzender des Finanzausschusses, der sich mit anderen immer für die Rettung des Casinos eingesetzt hat, macht sich ebenfalls keine Illusionen. Nur in einer Gemeinschaftsaktion könne das geschichtsträchtige Haus gerettet werden, sagt er. Aber Anzeichen für eine solche sehe er nicht.

Derweil wird auf dem Grundstück hinter dem Casino mit schwerem Gerät gearbeitet. Nach Auskunft von Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus will ein Investor dort zwei Stadtvillen errichten. Exklusiver Blick auf die berühmteste Ruine der Stadt inklusive.

Von Markus Kniebeler

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