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Rathenow Olympiasieger Christian Schenk zu Gast
Lokales Havelland Rathenow Olympiasieger Christian Schenk zu Gast
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15:57 28.04.2019
Zehnkampf-Olympiasieger Christian Schenk las im Havelrestaurant „Schwedendamm“ aus seiner Biografie. Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

Der Buchrücken-Text verspricht dem Leser einen „nahen und verstörenden Blick in die Seele eines bipolaren Mannes“. Im September 2018 erschien das Buch „Riss – Mein Leben zwischen Hymne und Hölle“ des Zehnkampf-Olympiasiegers Christian Schenk, das gemeinsam mit dem Hamburger Schriftsteller Fred Sellin entstand.

Im Rahmen der diesjährigen 29. Autogrammtauschbörse des Rathenower Autogramm Sammler Clubs (RASC) organisierte dessen Vorsitzender Peter Schwarzlose, gemeinsam mit der Buchhandlung „Tieke“, am Freitagabend die Lesung Schenks im Restaurant „Schwedendamm“.

Christian Schenk mit seinem Buch. Quelle: Uwe Hoffmann

„Während eines Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik riet mir ein Mit-Patient, mit einem Life-Chart die Höhen und Tiefen meines Lebens aufzuzeichnen und daran meine damit verbundenen Emotionen zu reflektieren“, erklärte Christian Schenk. „Gleichzeitig trat, 30 Jahre nach meinem Olympiasieg in Seoul, der Droemer Verlag auf mich zu, mit mir ein Buch zu machen.“

Auf Grund seiner psychischen Erkrankung, einer bipolaren Störung, hielt sich Schenk seit Ende 2009 insgesamt vier Mal in einer Klinik auf. „Normale Seelenzustände – Höhen und Tiefen – erlebe ich als Extreme. So lebe ich zwischen manischen und depressiven Zuständen“, sagte der langjährige Zwei-Meter-Leistungssportler. „Ich fühle mich heute gesund, nehme regelmäßig meine Medikamente und habe alle 14 Tage die Gespräche mit meinem Psychiater. Seit drei Monaten habe ich als Sportmanager einer Hotelanlage in Dierhagen, wo ich jetzt auch wohne, eine neue berufliche Zukunft.“

40 Stunden Training die Woche

Nach seiner halbstündigen Lesung erzählte Christian Schenk viel über seinen Umgang mit seiner Erkrankung und deren Auswirkungen auf sein privates und familiäres Leben sowie seine sportlichen Erfolge. „Damals habe ich 40 Wochenstunden trainiert, 320 Tage im Jahr, für drei große Wettkämpfe im Jahr. Die Disziplinen des Zehnkampfs absolviert man über zwei Wettkampftage, netto in insgesamt 10:48 Minuten“, so Schenk. „Als Zehnkämpfer muss man schon ein bisschen verrückt sein.“

„Ich fahre heute eher Rad oder spiele Beachvolleyball“, beantwortete Schenk eine Frage, wie er seine sportlichen Erfolge heute sieht. „Den Leistungssport verfolge ich schon noch im Fernsehen und kann auf meine Leistungen mit Abstand, aber auch Stolz, zurück schauen.“ Nicht nur die Sportwissenschaften, auch die gesellschaftlichen Bedingungen für Leistungssport, deren Strukturen zur Entdeckung und Förderung von jungen Talenten sowie die Finanzierung des Leistungssports haben sich nach Schenks Auffassung in den letzten Jahrzehnten geändert.

Nach der Lesung hat er Bücher signiert und Autogramme gegeben. Quelle: Uwe Hoffmann

Er begann mit vier Jahren als Turner, wechselte 1975 zur Leichtathletik und begann 1982 mit dem Zehnkampf. In seiner aktiven Karriere beim SC Empor Rostock und später beim USC Mainz bis 1994 gewann er unter anderem 1983 Silber bei den Junioren-Europameisterschaften und holte drei DDR-Vizemeister- und zwei Deutsche Meister-Titel.

2,27 Meter im Hochsprung

Seinen größten Erfolg erzielte er, mit seiner bisher von keinem anderen Sportler übertroffenen Hochsprungleistung von 2,27 Meter, 1988 als Olympiasieger in Seoul. Bei den Europameisterschaften 1990 in Split und den Weltmeisterschaften 1991 in Tokio wurde Schenk Dritter. Auf Grund einer Verletzung konnte er nicht bei Olympia 1992 in Barcelona starten. Trotz seiner persönlichen Bestleistung mit 8.500 Punkten wurde er bei der WM 1993 allerdings „nur“ noch Vierter. In seinem Buch räumt Schenk auch ein, wissentlich mit Oral-Turinabol gedopt zu haben.

Christian Schenk/Fred Sellin „Riss – Mein Leben zwischen Hymne und Hölle“ erschien im September 2018 im Droemer Verlag.

Von Uwe Hoffmann

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