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14:11 15.02.2019
Rund 150 Menschen tanzen gegen Gewalt an Frauen in Rathenow
Rund 150 Menschen tanzen gegen Gewalt an Frauen in Rathenow Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Seit 2012 tanzen auf öffentlichen Plätze weltweit Tausende Menschen am Valentinstag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Mit dabei ist auch die havelländische Kreisstadt. Hier erhoben sich am Donnerstag rund 150 Rathenower.

Sie waren dem Aufruf des Unabhängigen Frauenvereins Rathenow gefolgt, der wieder gemeinsam mit Family Fitness zu einem Tanzflashmob im Herzen der Stadt aufgerufen hatte.

Jana Reinhardt hatte in diesem Jahr die friedliche Aktion, die mit Spaß und Freude auf ein ernstes Thema aufmerksam macht, eröffnet.

„Wir wollen auf das, was Frauen und Mädchen erleiden müssen aufmerksam machen. Laut einer UN-Statistik wurde bereits jede dritte Frau Opfer von Gewalt – das sind eine Milliarde Frauen. Sie alle Frauen, wurde geschlagen, gedemütigt, vergewaltigt oder in anderer Form misshandelt. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2017 147 Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet“, erklärte Jana Reinhardt.

Sie weiß wovon sie spricht, denn seit Jahren leitet sie gemeinsam mit Catrin Seeger das Beratungs- und Krisenzentrum für Frauen und damit auch das einzige Frauenhaus im Havelland.

Die beiden erleben in ihrer täglichen Arbeit immer wieder, wie viele Frauen sich zuhause nicht sicher fühlen können.

Die Tänzerinnen von Family Fitness motivierten wieder rund 150 Menschen zum Tanzen gegen Gewalt an Frauen. Quelle: Christin Schmidt

Indirekt beteiligte sich auch die Bundestagsabgeordnete Anke Domscheid-Berg (Die Linke). Weil sie zur Sitzungswoche im Bundestag an wichtigen Debatten teilnimmt, konnte sie nicht in Rathenow dabei sein, schicket aber eine Videobotschaft aus Berlin an die Menschen auf dem Märkischen Platz.

„Gewalt an Frauen hat bereits Ausmaße einer Pandemie erreicht. 140 000 Fälle häuslicher gab es 2018 allein Deutschland, davon über 4000 in Brandenburg. Dagegen müssen wir gemeinsam aufstehen und ich finde es großartig, dass Rathenow dabei ist“, lobte die Politikerin die Aktion in ihrer Heimat.

Motiviert und mit großer Begeisterung erhoben sich anschließend Mädchen und Jungen, Männer und Frauen und setzten gemeinsam auf dem erleuchteten Platz ein Zeichen gegen Unterdrückung, Sexismus, Ungerechtigkeit und vor allem gegen Gewalt.

Die Choreographie, die auch in diesem Jahr wieder zu dem Lied „Sprengt die Ketten“ getanzt wurde, konnten die Teilnehmer vorab in zwei Workshops einstudieren. Aber auch alle, die die Schritte nicht drauf hatten, waren willkommen.

Unter die Teilnehmer hatten sich sogar Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) und Felix Menzel (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Milower Land gemischt. Die Vorsitzende der Rathenower Stadtverordnetenversammlung, Diana Golze (Die Linke), und Landtagskandidatin Katja Poschamnn (SPD) tanzten auch mit.

Von Christin Schmidt