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Rathenow Mutmaßlicher Angriff auf Märkischem Platz: Polizei weiß von nichts
Lokales Havelland Rathenow Mutmaßlicher Angriff auf Märkischem Platz: Polizei weiß von nichts
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18:26 23.04.2019
Die Polizei bestätigt nicht, dass es in der Nacht zum Sonntag auf dem Märkischen Platz eine schwere Körperverletzung gegeben hat. Quelle: dpa
Rathenow

Die Aufregung in den sozialen Medien ist groß seit dem späten Montagabend: Dort hat der lokale Rathenower NPD-Politiker Michel Müller mit einem Posting eine enorme Reichweite erzielt.

Der Inhalt: Müller berichtet in seinem Beitrag von einem angeblichen tätlichen Überfall einer Gruppe Ausländer auf zwei Personen auf dem Märkischen Platz. Zugetragen haben soll sich dieser bereits am Ostersamstag.

Der Beitrag verbreitete sich bis Dienstagabend in einem rasenden Tempo, die Gerüchteküche brodelt. Auch die MAZ erhielt Anfragen, warum über den Vorfall nicht berichtet wurde.

Polizei weiß von nichts

Die Polizeiinspektion Havelland konnte am Dienstagnachmittag nichts zu dem Fall sagen. Dort ist der mutmaßliche Angriff schlicht nicht bekannt.

Auch die Behauptung, dass ein Geschädigter einen Kieferbruch und Hirnblutungen erlitten haben soll, ist der Polizei völlig unbekannt.

Kein Einsatz dokumentiert

Wie die Polizei auf MAZ-Anfrage mitteilte, ergab ihre Recherche zu den auf der Facebook-Seite Müllers dargestellten Sachverhalten ebenfalls keinen dokumentierten derartigen Einsatz.

Lediglich am Samstagnachmittag um 16.54 Uhr meldeten zwei Anrufer in Höhe der Eisbar eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen, so Heiko Schmidt, Leiter der Pressestelle der Polizeidirektion West. Es wurden dort aber keine Verletzten gesehen.

Die wenige Minuten später eintreffende Polizei konnte weder auf dem Märkischen Platz noch bei den anschließenden Umfeldermittlungen mögliche Beteiligte feststellen. Geschädigte einer derartigen Körperverletzung haben sich ebenfalls bis Dienstagnachmittag nicht bei der Polizei gemeldet.

Verletzter in Brandenburg aufgetaucht

Nach dem Bekanntwerden der Behauptungen Michel Müllers leitete die Polizei weitere umfangreiche Recherchen ein und fragte auch im Krankenhaus in Brandenburg an der Havel an.

Hier konnte – unter Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht – die Aufnahme eines Verletzten in Erfahrung gebracht werden, der am frühen Sonntagmorgen eingeliefert wurde und gegenüber den Ärzten angab, durch eine Körperverletzung zu Schaden gekommen zu sein.

Müller hatte in dem Posting auf der Seite, die er als politischer Akteur angelegt hat und offensichtlich als Wahlkampfinstrument nutzt, behauptet, das Opfer der von ihm beschriebenen Tat liege in Brandenburg im Krankenhaus.

Der Verletzte gab laut Polizei in einer ersten Befragung am Dienstag an, dass er mit einem Freund in Rathenow unterwegs war und dort – diese Aussage hat ihm sein Kumpel mitgeteilt – von einer unbekannten Person mit der Faust geschlagen wurde.

Der Geschädigte hatte sich jedoch bisher nicht mit einem Strafverfolgungswunsch an die Polizei gewandt. Eine Strafanzeige wegen Körperverletzung wird nach der Befragung des Verletzten nun aufgenommen.

Polizei fordert Müller auf, sich zu melden

Da dieser Sachverhalt jedoch nicht mit dem von NPD-Mann Müller im Netz behaupteten übereinstimmt und es sich bei dem Facebook-Eintrag zudem um Behauptungen mit schwerwiegendem Inhalt handelt, wird die Polizei zur Sachverhaltsaufklärung nunmehr versuchen, den Verfasser – also Michel Müller – zu ermitteln und ihn zur Herkunft seiner veröffentlichten Erkenntnisse zu befragen.

Um so schnell wie möglich Licht ins Dunkel zu bringen, fordert die Polizei Michel Müller auf, sich bei ihr unter 03322/2750 zu melden.

Von Bernd Geske und Philip Rißling

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