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Rathenow Mord in der Goethestraße: Die Angeklagten schweigen
Lokales Havelland Rathenow Mord in der Goethestraße: Die Angeklagten schweigen
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15:07 19.02.2019
Nach einem Gebäudebrand wurden im Januar 2018 zwei Leichen in der Rathenower Goethestraße gefunden. Quelle: Kay Harzmann
Rathenow/Potsdam

Seit Monaten wird am Landgericht Potsdam ein Verbrechen verhandelt, das in der Stadt Rathenow noch längst nicht in Vergessenheit geraten ist. Zuerst brannte eine Wohnung in der Goethestraße – das war im Januar 2018. Bei den Lösch- und Aufräumarbeiten stießen die Feuerwehrleute auf zwei Tote.

Es handelte sich um ein Paar, das in der Wohnung lebte. Bilder dokumentieren, mit welcher Brutalität der Mann und die Frau umgebracht wurden. Sie lagen blutüberströmt in verschiedenen Räumen. Sie waren teilweise gefesselt. Offenbar wurden sie gequält, bevor sie sterben mussten.

Angeklagte lassen sich nicht zur Tat ein

Angeklagt sind Bodo K. und Kevin M. – die Morde sollen sie verübt haben, um eine andere Straftat zu verdecken. Bei den Ermittlungen stellte die Kriminalpolizei nämlich schnell fest, dass die getötete Frau den Angeklagten Bodo K. zwei Tage vor der Tat wegen Vergewaltigung angezeigt hatte. Der Partner der Frau musste am Tattag mit ansehen, wie seine Freundin gequält wurde. Deswegen hätten Bodo K. und Kevin M. beschlossen, auch ihn zu beseitigen.

Getötet wurden beide Opfer aber erst durch das Feuer, das gelegt wurde. Auch das konnte im Lauf der Verhandlung bisher geklärt werden. Die Angeklagten verfolgen den Prozess, ohne sich zur Tat einzulassen. Sie machen von ihrem Schweigerecht Gebrauch, was die Beweisaufnahme schwierig macht.

Umfangreiche Beweisaufnahme

Die Staatsanwaltschaft will den beiden Tätern – gefasst wurden sie wenige Tage nach dem Verbrechen in einer Kneipe in StendalMord nachweisen. Das würde eine lebenslange Freiheitsstrafe nach sich ziehen. Allerdings ergebe sich aus dem Schweigen der Angeklagten eine umfangreiche Beweisaufnahme, ließ die Pressestelle des Landgerichtes jetzt wissen.

Kevin M. hatte allerdings nach seiner Festnahme Angaben bei der Polizei gemacht. Dürfen sie im Prozess verwendet werden? Darum geht es in den nächsten Wochen. Dann müssen auch Fragen zur Schuldfähigkeit geprüft werden. Das Gericht möchte weitere Zeugen hören.

Prozess könnte sich bis zum Frühjahr hinziehen

Zu den Zeugen, die bereits gehört wurden, gehörten auch Polizeibeamte, die nach der Tat mit dem Fall befasst waren. Der Tatort war seinerzeit mehrere Tage abgesperrt. Wie ein Polizeisprecher vor einem Jahr deutlich machte, habe sich die Polizei Zeit genommen, um den Tatort nach Spuren zu untersuchen.

Und darum wird nun weiterverhandelt. Eigentlich sollte vor einer Woche Schluss sein. Inzwischen sind weitere Termine anberaumt und der Prozess kann sich bis ins Frühjahr hinziehen.

Kurz nach dem Mord in der Goethestraße in Rathenow gab es ein weiteres Tötungsverbrechen im Havelland – diesmal in Mögelin. Hier gibt es nach wie vor keine Hinweise auf den oder die Täter.

Von Joachim Wilisch

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