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Rathenow Alte Musikschule wird abgerissen
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13:26 17.07.2019
Die Tage der alten Musikschule in der Großen Hagenstraße sind gezählt. Hier soll nach dem Abriss ein Mehrfamilienhaus errichtet werden. Quelle: Foto: Markus Kniebeler
Rathenow

 Jetzt gibt es keinen Weg mehr zurück: Das Alte Musikschulgebäude in der Großen Hagenstraße 2b wird abgerissen. Nach Auskunft von Danny Harwardt, Geschäftsführer der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR), haben die Entkernungsarbeiten in dem Mitte der 1970er Jahre errichteten Gebäude bereits begonnen. Bis Ende August soll das Haus abgerissen sein.

Zur Geschichte der Musikschule

Das Musikschulgebäude in der Großen Hagenstraße 2b wurde Mitte der 1970er Jahre errichtet und galt damals wegen seiner Funktionalität als vorbildlich.

Eingeweiht wurde die Musikschule im Jahr 1977. Konzipiert war sie für eine Kapazität von 250 Schülern.

In späteren Jahren wurden in dem Gebäude zeitweise bis zu 500 Schüler unterrichtet.

Im Jahr 2003 mussten außerdem Räume für das Haus der Jugend frei geräumt. Da wurde es in dem Zweigeschosser richtig eng.

In Betrieb war die Musikschule bis zum Frühjahr 2007. Dann erfolgte der Umzug in die Mühle am Schwedendamm. Die war im Vorfeld der Buga 2006 komplett saniert worden, als Halle für die Blumenschauen.

Langfristiges Ziel der Sanierung war von Anfang an die Nutzung als Musikschule.

Damit geht eine Zeit des Verfalls und der Ungewissheit zu Ende. Seit dem Frühjahr 2007, als die Musikschule in die Schwedendammmühle zog, steht das Gebäude – von einer kurzzeitigen Zwischennutzung abgesehen – leer. Versuche, das Haus zu veräußern, blieben ohne Erfolg.

Erfolgreiche Ausschreibung

Bis der Kreis, dem die Liegenschaft gehört, diese Anfang 2018 zum Verkauf ausschrieb. Zwar war auch da das Interesse überschaubar, aber immerhin gab es mit der KWR einen Bieter, der den Zuschlag erhielt. Und der macht sich nun daran, das rund 2000 Quadratmeter große Grundstück mit Leben zu füllen.

Konkrete Pläne für das, was auf dem Areal an der Ecke Hagenstraße/Hermann-Löns-Straße entstehen soll, gibt es nach Aussage von Danny Harwardt noch nicht. Fest steht allerdings die grundsätzliche Richtung.

Danny Harwardt, Geschäftsführer der KWR. Quelle: Markus Kniebeler

„Wir werden auf dem Grundstück ein Mehrfamilienhaus errichten“, sagt der KWR-Chef. Über die Form, die Anzahl der Wohnungen, deren Größe und andere Details könne er momentan noch keine Auskunft geben. „Erst einmal reißen wir das alte Gebäude ab. Und dann werden wir überlegen, was dort entstehen kann.“

Zur Wohnnutzung gibt es übrigens keine Alternative. Im Text der Ausschreibung hatte der Kreis vom potenziellen Käufer die verbindliche Zusicherung, „ein mehrgeschossiges Gebäude zu Wohnzwecken zu errichten“ verlangt. Und vorgegeben, dass in diesem Gebäude Platz für mindestens vier Wohneinheiten vorhanden sein müsse.

„Wir haben die Liegenschaft nicht erworben, um nach dem Abriss eine Brache zurückzulassen“, versichert der KWR-Geschäftsführer. Zwar werde nicht unmittelbar nach dem Abriss mit der Neubebauung begonnen. Aber wenn im kommenden Frühjahr die beiden Großvorhaben der KWR – der Umbau des Blocks in der Berliner Straße 61-67 und der Neubau eines Wohnhauses in der Forststraße – abgeschlossen würden, werde man sich mit den Plänen für die Große Hagenstraße beschäftigen.

Abriss ohne Alternative

Die in der Vergangenheit öfter gestellte Frage, warum man das Gebäude, dass mit seinen gut 40 Jahren ja alles andere als uralt ist, nicht erhalte, hatte der Kreis bereits in der Ausschreibung beantwortet.

„Das vorhandene Gebäude ... ist wirtschaftlich verschlissen bzw. stark überaltert und verfügt über Mängel und Schäden erheblichen Umfangs, so dass von einem erforderlichen Abriss auszugehen ist“, lautete die Beschreibung. Das kann Harwardt nur bestätigen. Das Haus sei in einem derart schlechten Zustand, dass Abriss die einzige realistische Option bleibe.

Die Entkernung hat bereits begonnen. Quelle: Markus Kniebeler

Übrigens ist das Grundstück im Bebauungsplan für die Schulnutzung reserviert. Das aber dürfte einer Wohnbebauung nicht entgegen stehen. Von den zuständigen Behörden wurde bereits vor dem Verkauf signalisiert, dass man bei entsprechenden Plänen einer Befreiung von den Festsetzungen des B-Plans zustimmen werde.

Von Markus Kniebeler

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