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Rathenow Betriebe für ausgezeichnete Berufsorientierung geehrt
Lokales Havelland Rathenow Betriebe für ausgezeichnete Berufsorientierung geehrt
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15:06 24.01.2019
In Potsdam geehrt, von links: Jana Brandstäter, Thomas Winterfeldt (beide Duncker-Oberschule), Melitta Standke, Detlef Schulz (beide MAP GmbH), Daniela Zander, Hartmut Litke (beide Firma E. Kähne), Ursula Krämer, Anett Steinort (beide Havelland-Kliniken) und Ute Schönwald (Duncker-Oberschule). Quelle: privat
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Rathenow/Potsdam

 Eine neue Auszeichnung ist am Mittwochabend in Potsdam erstmals vergeben worden, und gleich drei Unternehmen aus Rathenow haben einen Preis bekommen. IHK Potsdam, Handwerkskammer und Netzwerk Zukunft stiften von 2019 an jedes Jahr den Ehrentitel „Unternehmen mit ausgezeichneter Berufs- und Studienorientierung“. Für die Premierenveranstaltung ausgewählt hat die Jury 21 Preisträger, unter ihnen sind die Havelland-Kliniken, die MAP GmbH und die E. Kähne Elektrotechnische Anlagen GmbH.

Einen entscheidenden Anteil daran, dass die Unternehmen ausgezeichnet wurden, hat die Duncker-Oberschule in Rathenow, weil sie dem Gremium die entsprechend qualifizierten Vorschläge eingereicht hat. Im Juli 2017 war die Duncker-Oberschule als „Schule mit hervorragender Berufsorientierung“ ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurde damit ihr Modell für das Praxislernen, Unterrichtstag in der Praxis (UTP) genannt. Mittlerweile hat die Schule in der Region 180 Betriebe und Einrichtungen als Partner gewonnen, zu denen die Schülerinnen und Schüler ins Praktikum kommen können.

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Jede Woche in den Betrieben

Den Praktika wird viel Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet. Seit dem Schuljahr 2015/2016 gehen die 8. Klassen das ganze Schuljahr über jeden Mittwoch in die Betriebe und die 9. Klassen sogar jeden Donnerstag und Freitag.

Die MAP GmbH ist der erste Partner der Schule gewesen, schon 2012 wurde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Das Unternehmen stellt den Praktikanten Arbeitsbekleidung, sie lernen in der Lehrwerkstatt der Firma gemeinsam mit den Auszubildenden die Grundlagen der Metallbearbeitung. Ihnen wird beigebracht, technische Zeichnungen zu lesen und danach Bauteile anzufertigen.

Pascal Schenk (links) und Phillipp Winter von der Duncker-Oberschule in der MAP-Lehrwerkstatt mit selbst angefertigten Metallfiguren. Quelle: MAP GmbH

Bei den Havelland-Kliniken durchlaufen die Praktikanten drei Bereiche. Sie unterstützen den Fahrdienst bei Transporten der Patienten zu Behandlungen und erleben in der Geriatrie, wie Patienten für den Alltag mobilisiert werden. Sie helfen bei der Essenausgabe, erledigen Botengänge und unterstützen bei der Pflege.

Bei der Firma Kähne werden sie sofort mit Firmenbekleidung versorgt und ins Team einbezogen. Ihnen wird der Umgang mit Werkzeugen und Maschinen vermittelt. Sie isolieren selbstständig Kabel ab, machen Kabelschuhe fest und sägen Schienen für die Kabelverteilung auf Maß. Bei der Materialbestellung sollen sie einen Einblick in den Gesamtumfang des Berufes bekommen.

Keine leichte Auswahl

Schulleiter Thomas Winterfeldt ist begeistert davon, dass alle drei Vorschläge von der Jury berücksichtigt worden sind. „Es war für uns schwierig, weil wir von unseren vielen tollen Partnern nur drei vorschlagen konnten“, gibt er zu und kündigt gleich an, dass die Schule in den nächsten Jahren beim Wettbewerb jede Menge weitere Vorschläge einreichen wird.

Er berichtet davon, dass die Schülerinnen und Schüler bei vielen Praktikumsbetrieben voll in die Arbeitsabläufe mit einbezogen werden. Immer häufiger komme es vor, dass die Jugendlichen nach dem Schulabschluss auch eine Lehrstelle in ihren Praktikumsbetrieben erhalten – und somit in der Heimatregion bleiben. Viele Partnerbetriebe seien auch bereit, die Schule bei verschiedenen Veranstaltungen zu unterstützen.

180 Partnerbetriebe beim Praxislernen

Die Duncker-Oberschule hat seit 2015 ein besonderes Modell beim Praxislernen. Die 8. Klassen gehen das ganze Schuljahr jeden Mittwoch zum Praktikum in Betriebe, die 9. Klassen jeden Donnerstag und Freitag.

180 Partnerbetriebe hat die Schule bislang gewonnen, die Praktikumsplätze anbieten.

2017 ist die Duncker-Oberschule als „Schule mit hervorragender Berufsorientierung“ ausgezeichnet worden.

Vergeben wird die Auszeichnung von IHK Potsdam, Handwerkskammer Potsdam und Netzwerk Zukunft.

Seit 2019 vergeben sie auch den Titel „Unternehmen mit ausgezeichneter Berufs- und Studienorientierung“.

Thomas Winterfeldt hebt hervor, dass die gute Entwicklung des UTP zu weiten Teilen dem Engagement der Lehrerinnen Jana Brandstäter und Ute Schönwald zu verdanken ist. Weil die beiden dafür viel Zeit aufwenden, würde er es angemessen finden, wenn das Bildungsministerium zum Ausgleich dafür der Schule eine weitere Stelle gewährt.

Von Bernd Geske

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