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Rathenow Förderverein Heimatmuseum feiert 10. Geburtstag
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18:57 14.08.2019
Peter Dietze, Vorsitzender des Fördervereins Heimatmuseum Rathenow. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Die meisten Fördervereine in der Region unterstützen vorhandene Institutionen: Schulen, Kitas, die Stadtbibliothek und andere.

Beim Förderverein Heimatmuseum der Stadt Rathenow sieht die Lage anders aus. Die 30 Mitglieder kämpfen für etwas, das es noch nicht gibt – ein Heimatmuseum. „Zweck des Vereins ist der Wiederaufbau und das Betreiben eines Heimatmuseums für die Stadt Rathenow“, heißt es in der Satzung des Vereins.

Formuliert wurde dieser Anspruch vor fast genau zehn Jahren. Am 19. August 2009 gründete eine Gruppe geschichtsinteressierter Rathenower den Förderverein.

Freier Eintritt zum Geburtstag

Aus Anlass des 10. Geburtstages des Fördervereins müssen Besucher der Ausstellung in der Berliner Straße 80 am kommenden Dienstag (20. August) keinen Eintritt zahlen. Kaffee und Kuchen gibt es außerdem.

Bereits einige Jahre zuvor hatten Heimatforscher, darunter der Ehrenbürger Günter Thonke, sich über die Heimatmuseums-Pläne ausgetauscht. „Mit der Gründung des Fördervereins sollte diesen Plänen Nachdruck verliehen werden“, sagt Peter Dietze, seit der Gründung Vorsitzender des Vereins.

Es gab schon mal ein Heimatmuseum

Nun ist es nicht so, dass Rathenow schon immer eine Stadt ohne Heimatmuseum war. Von 1930 bis 2004 gab es in der Stadt verschiedene Häuser, in denen die Menschen sich über die Geschichte ihres Heimatortes informieren konnten.

Doch seit das Kreismuseum im Jahr 2004 aus der Rhinower Straße wegzog und sich im Kulturzentrum als Optik-/Industriemuseum spezialisierte, gibt es keinen Ort mehr, an dem die Geschichte der Stadt in ihrer ganzen Vielfalt abgebildet ist.

So ganz stimmt das allerdings nicht mehr. Seit dem Frühjahr 2018 existiert eine Adresse, die dem, was man unter einem Heimatmuseum versteht, sehr nahe kommt.

Ausstellung in einem Ladenlokal

In einem ehemaligen Ladenlokal in der Berliner Straße 80 präsentiert der Förderverein Exponate, die die wechselvolle Geschichte der Stadt Rathenow illustrieren.

Es gibt Fotografien, Dokumente, Modelle und jede Menge Einzelstücke – vom Bierkrug, einem Überbleibsel der längst vergangenen Rathenower Braukunst, über Ziegel aus den einst berühmten Manufakturen der Stadt bis zur schnieken Original-Uniform eines vormals in Rathenow stationierten Zietenhusaren.

Interessante Wechselausstellungen

Bis zum Frühjahr 2021 läuft der Mietvertrag über die rund 140 Quadratmeter großen Räumlichkeiten, in denen neben der Dauerausstellung regelmäßig Wechselausstellungen zu ausgewählten Themen präsentiert werden.

Dem Rathenower Ehrenbürger Otto von Bismarck war die erste Sonderschau gewidmet. Momentan wird die Ära der Zietenhusaren beleuchtet. Und in einem weiteren Raum erfährt der Besucher Wissenswertes über die Entwicklung des Feuerwehrwesens in der Region.

In einer Sonderausstellung wird momentan die Geschichte der Zietenhusaren beleuchtet. Quelle: Markus Kniebeler

Besonders am Herzen liegt Peter Dietze der Kontakt zur Jugend. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Jahngymnasium gehen Schüler eines schuljahrsübergreifenden Seminarkurses in den Räumlichkeiten ein und aus, um Nachforschungen zu bestimmten Themen anzustellen.

Schüler recherchieren eigenständig

So werden die Biographien der Rathenower Ehrenbürger erforscht. Ein anderes Projekt befasst sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Steinstraße. Am Ende werden die Schüler die Ergebnisse ihrer Recherche der Öffentlichkeit präsentieren.

Neben dem Engagement für den Nachwuchs ist der Förderverein auch auf anderen Feldern aktiv. Er organisiert Gesprächsrunden, beantwortet Anfragen interessierter Bürger, hält den Kontakt zu Zeitzeugen, verwahrt und verwaltet mehr als 300 Einzelexponate und organisiert die Rathenower Schwedentage. Und das alles geschieht, man muss es erwähnen, ehrenamtlich.

Dank einer Kooperation mit dem Jahngymnasium nutzen Schüler die Ausstellungsräume des Fördervereins regelmäßig für historische Recherchen. Quelle: Markus Kniebeler

Die Miete für die Räume in der Berliner Straße zahlt übrigens die Stadt. Diese Unterstützung wissen Peter Dietze und seine Mitstreiter sehr zu schätzen. Und sie hoffen, dass der Vertrag im Jahr 2021 noch einmal verlängert wird.

Traum vom eigenen Museum

Allerdings sei das nur eine Zwischenlösung, wenn auch eine sehr gute, sagt Dietze. Denn dem Vereinszweck fühle man sich verpflichtet. „Unser Traum wäre es, wenn sich Heimatmuseum, Optikmuseum und Tourismusverein irgendwann mal unter einem eigenen Dach vereinten“, sagt Dietze. So weit ist es noch nicht. Aber man weiß, wo man hin will. Das ist viel wert. Denn wie heißt es in einem asiatischen Sprichwort: „Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“

Von Markus Kniebeler

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