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Rathenow Gemeinsamer Kampf gegen Sprayer
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07:05 12.12.2019
Zwei Mal innerhalb weniger Tage wurde diese Wand des Rathenower Bahnhofstunnels großflächig beschmiert. Die Bahn ließ die Graffiti wenige Tage nach dem Vorfall entfernen. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Illegale Schmierereien sind in Rathenow ein Dauerärgernis. Es ist schon mehr als zehn Jahre her, dass unter Leitung der Rathenower Stadtverwaltung die Ordnungspartnerschaft Graffiti ins Leben gerufen wurde. Ziel der Initiative war es, alle Akteure, die von dem Problem tangiert waren, an einen Tisch zu bekommen, um die Auswüchse der Sprayerei so effektiv wie möglich zu bekämpfen.

Anfangs fanden die Treffen in regelmäßigen Abständen statt. Doch im Laufe der Zeit verlor die gemeinsame Anstrengung an Schwung. Das Graffiti-Unwesen allerdings ging ohne Unterlass weiter.

Parolen im Bahntunnel

Ein unrühmlicher Höhepunkt war vor einigen Tagen zu verzeichnen. Unbekannte hatten die Kopfwand im Fußgängertunnel am Rathenower Bahnhof großflächig mit politischen Parolen besprüht. Die Aktion rief den Unmut vieler Bürger hervor. Einige Tage nach dem Vorfall ließ die Deutsche Bahn die Parolen entfernen. Allerdings prangten am Tag nach der Säuberung erneut riesige Schriftzeichen an der Wand. Was illustriert, wie schwierig der Kampf gegen Graffiti sich gestaltet.

Partnerschaft wird wieder mit Leben gefüllt

Vor dem Hintergrund solcher Vorfälle bemüht sich die Stadt, die Ordnungspartnerschaft wieder mit Leben zu füllen. Die nächste Sitzung der Gruppe findet am Dienstag, dem 21. Januar, im Rathenower Rathaus statt. „Die Einladungen sind verschickt, wir hoffen auf eine möglichst rege Teilnahme“, sagt Anne Kießling, Referentin des Bürgermeisters.

Anne Kießling, Referentin des Bürgermeisters, ist bei der Ordnungspartnerschaft dabei. Quelle: Markus Kniebeler

Neben Mitarbeitern der Stadt werden – wenn sie denn kommen – Vertreter der Rathenower Wohnungsgesellschaften, der Deutschen Bahn, der Polizei, der Schulen sowie Jugendsozialarbeiter am Tisch sitzen.

An der Grundstrategie hat sich seit der Gründung der Ordnungspartnerschaft vor zehn Jahren indes nichts geändert. „Ziel muss sein, Graffiti so schnell wie möglich zu beseitigen und die Täter strafrechtlich zu verfolgen“, sagt Kießling.

Schnelles Handeln unerlässlich

Die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow zeigt, wie es geht. „Wir versuchen, Schmierereien innerhalb von 48 Stunden zu überstreichen“, sagt KWR-Chef Danny Harwardt. So nehme man den Sprayern die Chance, ihren „Triumph“ auszukosten. Außerdem werde jede Sachbeschädigung, denn um solche handelt es sich bei Graffiti, zur Anzeige gebracht.

Neben der Schadensbeseitigung und der Strafverfolgung ist die Prävention der zweite Schwerpunkt der Strategie. In Zusammenarbeit mit den Jugendarbeitern verschiedenster Institutionen sollen Angebote für junge Leute geschaffen werden, die es ihnen ermöglichen, ihren Drang, sich mit der Farbdose zu betätigen, legal auszuleben.

Projekt mit der Deutschen Bahn

Anne Kießling weist auf ein aktuelles Beispiel hin. Im Rathenower Bahnhofstunnel sollen Anfang des kommenden Jahres Platten installiert werden, die Rathenower Jugendliche – ganz legal – nach eigenen Vorstellungen gestalten. Zum einen will man jungen Leuten so die Möglichkeit geben, ihre Kreativität mit der Spraydose freien Lauf zu lassen. Zum anderen sollen die gestalteten Wände illegale Sprayer davon abhalten, die Werke ihrer Kollegen zu verunstalten.

Die Platten zum Besprühen stellt die Deutsche Bahn zur Verfügung. Die Stadt Rathenow unterstützt das Vorhaben mit 630 Euro aus dem Jugendhaushalt. „Das ist ein Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit der Partner ganz praktisch funktioniert“, sagt Anne Kießling.

Von Markus Kniebeler

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