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Rathenow Großes Interesse am Arbeitskreis Migration
Lokales Havelland Rathenow Großes Interesse am Arbeitskreis Migration
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22:46 13.05.2019
Rund 60 Teilnehmer aus Vereinen, Verwaltungen, Organisationen und Ehrenamtler trafen sich zum ersten Arbeitskreis Migration Westhavelland in Rathenow. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

 Rund 80 Teilnehmer aus Organisationen, Verwaltungen und Vereinen sowie Ehrenamtler, die sich um das Thema Migration kümmern, kamen am Montag im Restaurant Am Schwedendamm zusammen, um sich kennen zu lernen und auszutauschen.

Diana Neumann und Britta Stöwe vom Interkulturellen Familiencafé der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sowie Valentin Franklyn, zuständig für den Fachbereich Migration bei der AWO hatten zum ersten Arbeitskreis Migration Westhavelland eingeladen.

Die Idee dazu entstand im Rahmen einer Konferenz für geflüchtete Frauen, die im März in der havelländischen Kreisstadt stattfand. „Dabei wurde mir einmal mehr bewusst, dass es bereits sehr viele Angebote gibt, die einzelnen Akteure sich aber teilweise gar nicht kennen“, erklärte Valentin Franklyn.

Mirko Stojanović von der RAA moderierte die Veranstaltung. Quelle: Christin Schmidt

Er schlug vor, vorhandene Angebote intensiver zu nutzen und bekannt zu machen, bevor neue Strukturen geschaffen werden. Genau darum ging es am Montag. Fünf Stunden lang sprachen die Teilnehmer in Arbeitsgruppen über Themen wie Kita und Schule, Wohnraum, Rassismus und Diskriminierung, Arbeit und Ausbildung sowie ärztliche Versorgung.

Dabei wurden Schwachstellen benannt und Lösungsvorschläge gesammelt. Nach wie vor ist der Mangel an Kita-Plätzen ein großes Problem. Die Folge ist unter anderem, dass Frauen nicht an Sprachkursen teilnehmen können.

Auch die Aufklärung innerhalb der Familien müsse verbessert werden. Interkulturelle Kompetenzen und ethische Richtlinien sollten vermittelt werden, so eine Teilnehmerin.

Platz für unterschiedliche Sichtweisen

Fatuma Musa Afrah, die sich mit ihrem Verein United Action für geflüchtete Frauen einsetzt, warnte davor, den Fokus nur auf deutsche Kultur zu legen. „In der Schule sollen sich die Kinder integrieren und zu Hause nicht ihre Kultur vergessen. Hier müssen wir eine Balance finden, sonst leiden die Kinder.“

Auch die zum Teil hohe Gewaltbereitschaft minderjähriger Flüchtlinge kam zur Sprache. Ebenso das Thema Rassismus und Diskriminierung mit denen viele Geflüchtete konfrontiert werden. Eine Arbeitsgruppe will hier künftig gezielt nach Lösungen suchen.

Eines wurde während der Veranstaltung deutlich, der Redebedarf aber auch die Bereitschaft gemeinsam Ziele umzusetzen ist groß. „Es war ein sehr produktiver Tag, mit zielgerichteten Gesprächen, in denen auch unterschiedliche Sichtweisen zur Sprache kamen“, lautete das Fazit der Streetworkerin Kathrin Wittek.

Nächstes Treffen in Premnitz geplant

Auch Catrin Seeger vom Frauenhaus Rathenow zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Ich bin erstaunt, wie viele Angebote es gibt. Für unsere Arbeit ist es eine gute Vernetzung unerlässlich, um Frauen und Kinder, die Schutz vor Gewalt suchen, optimal unterstützen zu können.“

„Wichtig ist, dass das Ganze jetzt nicht einschläft und wir weiter zusammen an den verschiedenen Themen arbeiten“, betonte Britta Stöwe. Die Chancen dafür stehen gut. Der Premnitzer Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) hatte die Teilnehmer eingeladen, die nächste Veranstaltung im Bürgerhaus in Premnitz durchzuführen. Die Organisatoren nahmen dieses Angebot an.

Zunächst treffen sich aber die einzelnen Arbeitsgruppen und am 28. Juni findet die zweite Konferenz für geflüchtete Frauen statt.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Arbeitskreis Migration: Längst überfällig“

Von Christin

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